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Patchwork - getrennt, aber unter einem Dach

Frage von Svenni  -  07.11.2010
Hallo,
ich suche nicht direkt Rat, aber dafür ist ein Forum ja auch nicht ausschließlich da. Muss mich einfach mal ausreden, ist alles so schwierig gerade.
Unsere Situation: Mein Mann und ich sind seit ca. 10 Jahren zusammen. Haben gemeinsam 2 Kinder, 8 und 5. Er hat eine große Tochter aus erster Ehe, sie ist 15. Unser Verhältnis war lange schwierig, ich konnte nicht so lieben, wie sie es gebraucht hätte. Viel schlimmer noch: Auch ihre Vater hatte und hat immer noch einen großen Abstand zu ihr, kommt ihr emotional nicht nahe, was aber eigentlich ein grundsätzliches Problem von ihm ist - auch mit anderen Menschen. Sie lebt nun seit über 4 Jahren bei uns, hat kaum Kontakt zur Mutter. Ihr und mein Verhältnis hat sich immer mehr gebessert, ist heute liebevoll und eng.
Wir haben ein Haus gekauft (sehr groß) und dort leben wir alle zusammen. Mein Mann ist viel im Ausland, ich bin oft mit den Kindern allein.
Nun der worst case: Ich habe mich getrennt. Lange schwelende Konflikte, die oft schwierige Familienkonstellation, meine Ausbildung (habe studiert, bin jetzt Referendarin), die fehlende "wirkliche" Nähe zwischen ihm und mir, haben dazu geführt.
Nun hat er die in unserem Hause befindliche Einliegerwohnung bezogen. Die Große will unbedingt bei mir bleiben, ob er nun im Haus bleibt oder auszieht.
Den Kleinen ist es quasi egal, ob wir ein Paar sind oder nicht - Hauptsache, Papa bleibt im Haus.
Ich leide unter der Situation, da eine richtige Trennung nicht stattgefunden hat - wir schlafen nicht mehr in einem Bett, ok. Aber ansonsten spökelt er natürlich ständig überall herum, die Kinder verbinden unsere Wohnbereiche einfach sehr stark, da sie ja überall hindürfen und auch sollen.
Er läuft mit Leidensmine umher, ich kann kaum atmen. Manchmal möchte ich nur weinen, aber mir fehlt der Rückzugsraum.
Wie soll das bloß werden?
Wir schreien uns nicht an oder so, es gibt keine neuen Partner. Aber wie kann man ein solches Lebensmodell, wie wir es nun anstreben, also beide unter einem Dach mit den Kindern aber als Paar getrennt, bloß richtig umsetzen? Wer, wenn nicht Patchworkfamilien, könnte das nachvollziehen?
Für Zuspruch und vielleicht doch Tipps wäre dankbar
Svenni

Patchwork - getrennt, aber unter einem Dach

Antwort von NickNessa  -  07.11.2010
Hallo,

also mir fällt da in erster Linie zu ein das alles ja noch recht frisch ist. Ich verstehe mich heute mit meinem Exmann so gut das ich mir schon vorstellen könnte ihn in der Nähe oder unter mir wohnen zu haben. Aber bei mir ein und aus gehen würde nicht gehen, da muß er schon vorher fragen ob mir das recht ist wenn er zwischendurch vorbei kommt.
Jedoch und das finde ich ganz wichtig, Dein Mann muß auch seine Grenzen gezeigt bekommen. Du musst mit ihm reden das er in der Einliegerwohnung auch dann bleiben soll und nicht auch in eurem Haus dann noch rum geistert. Dann hast Du ja gar keine Privatsphäre. Und die Kinder können zwar runter zu ihm aber müssen schon begreifen das er nicht immer ein und aus bei Dir gehen kann. Ich denke wenn er das einhält dann wird das auch funktionieren wenn man sich so noch versteht. Das er im Moment geknickt ist und nur mit einem langen Gesicht rum läuft ist ja verständlich, er muß die Trennung erstmal verarbeiten. Ich denke mit der Zeit wird das dann bei euch auch besser. An und für sich find ich das ganz toll was ihr macht so haben die Kinder weiterhin ihren Papa um sich.
Lg
Katja

 
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Patchwork - getrennt, aber unter einem Dach

Antwort von Maiglöckchen  -  07.11.2010
Hallo Svenni!
Erst mal , dass du so eine Konstellation überhaupt zulassen kannst. Ich persönlich könnte mir absolut nicht vorstellen, mit dem Mann, von dem ich mich getrennt habe, unter einem Dach zu wohnen. Für die Kinder ist es natürlich nicht schlecht, aber die Endgültigkeit der Entscheidung werden sie dadurch vielleicht auch nicht spüren. Der Unterschied zu vorher ist ja vielleicht nicht so groß, oder?
Ich denke auch, du solltest deinem Mann auf jeden Fall die Grenzen aufzeigen. Er muß doch nicht in deinem Wohnbereich ein- und ausgehen und du nicht in seinem, oder? O.k., vielleicht die Kinder, aber nicht er?!
Eine sehr gute Freundin hat (allerdings ohne Patchwork) eine ähnliche Situation - Mann zog zwar aus, ist aber wegen der Kinder auch in ihrer Abwesenheit (Schichtarbeit) ständig im Haus und bewegt sich dort ganz selbstverständlich. Das macht sie total fertig und das kann ich gut verstehen.
Ich wünsch dir alles, alles Gute und finde es vor allem toll, dass deine Stieftochter auch bei dir bleiben will - das ist doch ein tolles Kompliment für dich!!!
LG,
Beate

Patchwork - getrennt, aber unter einem Dach

Antwort von desireekk  -  07.11.2010
Hallo,

ich hatte sowas ähnliches Mal.
Mein Exchef lebt auch eine ganze Zeit (ca. 2-4 Jahre?) so.

Meine Freundin lebt derzeit (noch?) exakt so wie Du:
Papa unten in der ELW, sie mit den Kindern im Resthaus.
Meine Erfahrung und Prognose:
das wird nicht für immer so bleiben. Das geht nicht.

Der erste Schritt ist sicher, dass man klar tennt und Papa halt nicht mehr durchs ganze Haus geistert. Wenn ER allerdinsg der Verlassene ist, wird er da wenig einsichtig sein, oder?

Der zweite Schritt wird die absolute räunloche Trennung sein.
Und wenn es erst in 3 jahren ist wenn die "Große" 18 J, ist.

Viele liebe Grüße


Désirée

Patchwork - getrennt, aber unter einem Dach

Antwort von micha67  -  08.11.2010
Die Situation war bei mir damals ähnlich, wir hatten nur leider keine Einliegerwohnung, aber eben die untere Etage, die ich ihm "umgebaut" habe: er bekam ein Wohn- und ein Schlafzimmer und ein Bad, die beiden oberen Etagen bewohnten die Kinder und ich (habe im Wohnzimmer geschlafen) - für die Kinder war es wie immer, für mich fast unerträglich... Da er keine Küche hatte, mußten wir uns die teilen. Wir hatten auch nie offen Streit, aber diese Leidensmiene und das zur Schau gestellte verletzt sein (obwohl es mir auch besch**** ging, mußte ich weiter funktionieren, ich konnte mir eine "Leidenszeit" mit 4 Kindern nicht leisten) ging mir total auf die Nerven. Wir haben dieses Modell fünf Monate ausgehalten, dann habe ich ihn dringend gebeten, sich eine Wohnung zu suchen.
Er wohnt nur zwei Straßen weiter - für die Kinder zu Fuß allein (damals Grundschulkinder bzw. Kindergarten) gut zu erreichen.

Wir hatten zwar weniger Geld wegen der zusätzlichen Miete, aber mehr Ruhe und Klarheit - besonders die Kinder haben erst mit seinem Auszug richtig gecheckt, dass ihre Eltern kein Paar mehr sind. Anfangs tat es ihnen sehr weh, aber als sie merkten, dass mein Versprechen, ihr Leben würd sich nicht ändern, in Erfüllung ging, war es wieder gut so. Heute - 7 Jahre später- sagen die Kinder, dass der Auszug für sie gut war: so hatten die Klarheit und konnten die Trennung besser einordnen. Das Getrennt-im-Haus-leben empfanden die älteren als Belastung, obwohl sie es damals nicht so sagen konnten.

Vielleicht ist es ganz gut, wenn Du Dir in einem Gepräch mit einem Therapeuten klar wirst, was für Euch das Beste ist. Wenn man so in der Situation drinsteckt, ist manchmal der Blick verstellt vor lauter Schmerz oder Wut - ich habe das Angebot in Anspruch genommen und es hat mir sehr geholfen. Manchmal braucht es nur ein Gespräch um sich auf den richtigen Weg zu machen....

Ich wünsche Dir viel Erfolg!

Patchwork - getrennt, aber unter einem Dach

Antwort von Svenni  -  08.11.2010
Hallo,
viele Dank für eure Worte und den Zuspruch. Mir kullern schon wieder die Tränen, es fasst mich schon alles sehr an. Wenigstens für die Dauer des Referendariats möchte ich die Situation gern so belassen; das wäre im Sommer 2012. Die Große würde dann 17 sein, die Kleinen 10,5 und 7. Er könnte außerdem bis dahin herausfinden, wo er tatsächlich für seine Firma tätig sein will - da gibt es verschiedene Optionen.
Ich hoffe, wir schaffen das.
LG Svenni


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