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Neue Partnerschaft nach Tod des Ehemannes

Frage von Vivi1975  -  21.01.2014
Guten Morgen,

ich hab mal eine Frage an all diejenigen die bereits vielleicht eine neue Partnerschaft eingegangen sind und selbst Kinder haben. Mein Mann ist im November 2012 gestorben. Nun ist soviel Zeit vergangen und das letzte Jahr war sowohl für mich als auch unsere Tochter (jetzt 5.5 Jahre alt) sehr aufregend und es ist viel passiert. Im Dezember sind wir aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen um einen kompletten Neuanfang zu wagen. Pünktlich mit dem Umzug habe ich auch einen neuen Mann wieder getroffen und es ist fast sowas wie Liebe auf den ersten Blick. Alles stimmt, es fühlt sich toll an, meine Tochter mag ihn sehr, er ist toll mit ihr usw. Der einzige Knackpunkt ist, er wird im April ins Ausland versetzt (witzigerweise nach Italien) mein verstorbener Mann war ja auch Italiener und unsere Tochter wuchs zweisprachig auf. Natürlich ist das alles noch ganz frisch, aber der Gedanke war natürlich schon da, ihm irgendwann ins Ausland zu folgen. Ich habe wahnsinnigen Respekt davor, da ich ja nicht alleine für mich entscheide. Meine Kleine ist stabil, hat das von Anfang an super getragen (natürlich mit den üblichen Höhen und Tiefen), aber sie ist trotz allem ein glückliches Kind. Gibt es hier noch mehr Eltern, die eine neue Partnerschaft haben, den Wohnort viel. gewechselt haben, noch ein Kind bekommen haben. Wie gehen eure Kinder damit um? Ich finde irgendwie auch nichts im Netz dazu.

Es ist jetzt nichts was in diesem Jahr ansteht, aber langfristig gesehen vielleicht. Und ich habe wahnsinnige Skrupel und meine Mutter sagt, mit einer Vehemenz die mir nicht gefällt, ich darf unter keinen Umständen, niemals meine Tochter hier rausreißen in "Ihrer" Situation.

Ich würd mich wirklich über ein paar Erfahrungsberichte freuen oder gar Literaturtips in diese Sache.

Liebe Grüße
Vivian

Neue Partnerschaft nach Tod des Ehemannes

Antwort von Limayaya  -  21.01.2014
Hallo,

du schreibst ja selbst, es steht jetzt noch gar nicht an, evt. in ein paar Jahren...

Hier im Forum hat demletzt mal jemand geschrieben "Geh über jede Brücke einzeln, und auch erst, wenn du davor stehst"


Und meine "Meinung" zu diesem Thema: ich würde JETZT auf alle Fälle noch nicht über Umzug ins Ausland nach denken. Italien hat einen anderen Way-of-Live als Deutschland, d. h., du denkst über einen Kulturwechsel nach (wenn es auch nicht gerade ein wahnsinnig großer ist, wie z. B., wenn man in eine orientalisches Land oder China ziehen wollte).
Imho kennst du den Mann noch zu kurz. Für einen Mann, den ich gerade mal ein Jahr kenne, würde ich so ein Schritt nicht wagen. Zumal du ja auch noch in der "Trauerphase" bist, will sagen: Nach dem Tod deines Lebenspartners und somit auch dem Verlust deines Lebensplan, könnte es sein, dass du beim Neuorientieren in deinem Leben u. U. neue Interessen und Abneigungen entdecken. Es könnte also sein, dass der neue Mann evt. in einem Jahr für dich gar nicht mehr attraktiv ist, bzw. er vielleicht verwundert da steht, weil die Frau, die er da vor sich hat, nicht die Frau ist, in die er sich verliebt hat.

Lange Rede, kurzer Sinn: mir wäre es zu früh über so einen SChritt nach zudenken. Sollte die Beziehung schief gehen, sitzt du als junge Wittwe mit Kind in einem fremden Land, in dem dir u. U. einfach auch das soziale Netz fehlt. Natürlich ist die Gefahr, dass man sich auseinander lebt immer gegeben, aber jetzt im Augenblick würde einfach erst mal schauen, wie sich die Beziehung entwickelt.

Dass deine Mutter übrigends so vehemend gegen den Umzug ist, ist verständlich: nicht nur dass sie vermutlich auch die Dauer (bzw. Kürze) deiner neuen Beziehung sieht und sich da dann ähnliche Gedanken macht wie ich...Es ist ja auch so, dass sie im Falle eines Umzugs aus Deutschland Tochter und Enkelin quasi "verliert". Die Praxis zeigt, dass, auch wenn man vorher noch so sehr motiviert und bemüht ist, regelmäßig Besuche ect. zu organisieren. Meistens läuft es halt doch darauf raus, dass man sich nur 1-2 mal im Jahr sieht...wenn überhaupt....

LG

 
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Neue Partnerschaft nach Tod des Ehemannes

Antwort von Kalle05  -  21.01.2014
Hallo Vivi,

kurz zu mir, meine Frau verstarb 2008, kurz nachdem wir in die Schweiz gezogen sind. Meine Tochter war damals 3 Jahre alt.
Erst mal zur Trauerzeit, die gibt es nicht. Dein verstorbener Mann wird immer ein Teil von dir und deiner Tochter sein, Selbst bei mir 5 Jahre danach gibt es Zeiten, da die Trauer überwiegt. Da beginnt schon das Problem mit dem neuen Partner. Kann er damit umgehen? Meine erste Partnerin, konnte das nicht. Ging dann schnell in die Brüche. Seit November 2012 bin ich wieder verheiratet. Mit einer Frau, die mich schon im Vorfeld meine höhen und tiefen miterlebt hat. Wir sind auch sehr glücklich. Es läuft zwar nicht in allem immer rund, aber wir sind eine Familie. Cristina nennt sie auch Mama (bevor hier sich jetzt alle auf mich stürzen, es war ihr eigener Wille).
Du musst dir folgende Fragen ehrlich beantworten:
Liebt ihr euch wirklich oder hast du nur Angst weiter alleine zu sein
Wie kommt der Partner damit zu Recht, dass immer der verstorbene Partner ein Teil von euch ist.
Akzeptiert deine Tochter ihn als neuen "Vater"

Nun zum 2. Problem Ausland:
Kannst du dir vorstellen, dort zu leben, wie gut kennst du das Land, die Mentalität. Kennst du das Land nur aus dem Urlaub oder hast du dich wirklich mit dem Land schon befasst. Wie gut kann deine Tochter die Sprache. Findet sie schnell anschluss?

Egal was die anderen Sagen, du musst für dich und dein Kind, die Entscheidung treffen, die euch glücklich macht. Wäge und prüfe alles gut und treffe deine Entscheidung. Garantien kann keiner geben, ob ihr glücklich werdet oder nicht.

Neue Partnerschaft nach Tod des Ehemannes

Antwort von Vivi1975  -  21.01.2014
Hallo Limayaya,

das mit dem trauern ist nicht so ganz richtig, gestorben ist mein Mann im November 2012. Insofern ist das Trauerjahr längst rum und verschiedene Umstände, die ich erst nach dem Tod meines Mannes erfahren habe, führten auch zu einer recht guten Bewältigung der Trauerbeit meinerseits. Auch ist der Mann, den ich wieder getroffen habe, mir nicht fremd. Wir sind zur Schule zusammen gegangen.

Unabhängig davon, würd ich mich aber unheimlich über Nachrichten/Kommentare freuen, von Familien die ähnliches durchgemacht haben. Scheidung und Trennung sind in diesem Aspekt leider doch gänzlich unterschiedlich (wie ich aus eigener Erfahrung selbst weiss). Denn der fehlende Elternteil ist ja doch noch irgendwie/irgendwo da. (Bin selbst Scheidungskind).

Der Vater meiner Tochter wird aber nicht mehr wiederkommen. Und ich würde gerne wissen, ob es Frauen/Männer gibt, die ähnliches erlebt haben, dann einen neuen Partner kennen gelernt haben und mit ihm woanders oder neu angefangen haben, eben nicht im häuslichen Umfeld.

Liebe Grüße
Vivian

Neue Partnerschaft nach Tod des Ehemannes

Antwort von Limayaya  -  21.01.2014
Das mit dem Trauerjahr meinte ich auch nicht im "klassischen Sinne", sondern eben eher so, dass eben nach einer vermutlich längeren Ehe einfach eine Zeit des um/neu-Orientierens stattfindet. Da kann ich übrigens mitreden: Bei mir ging es damals 3 Jahre, bis ich nach einer 5-jährigen Partnerschaft wieder "frei" war und in diesen 3 Jahren habe ich mich in so vielen Bereichen verändert....

Natürlich ist das individuell verschieden, ich sehe mich da auch nicht als Maß der Dinge. Nur: wenn mich damals jemand nach einem Jahr gefragt hätte, ob ich abschlossen hätte, hätte ich sofort ja gesagt....wieviel sich da noch später tat, habe ich natürlich auch erst im Nachhinein gesehen.

LG

Neue Partnerschaft nach Tod des Ehemannes

Antwort von Nurit  -  22.01.2014
Ich muss Kalle zustimmen: auch ich habe meinen ersten Mann nach all den Jahren noch tief im Herzen. Es ist eher so, dass ich bei bestimmten Gelegenheiten daran denke, dass er das jetzt eigentlich miterleben sollte und das macht mich dann traurig. So richtig ist die Trauer nie vorbei; sie wandelt sich bloß.
Zudem habe ich den ersten ernstzunehmenden Partner nach dem Tod meines Mannes (ca. 5 Jahre danach kennengelernt) geheiratet und wollte so wieder etwas alte Normalität herstellen, was aber falsch war und in einer Scheidung endete. Er sah meinem Mann sehr ähnlich und hatte ähnliche Interessen; aber es war einfach nicht ER. Darüber sind wir im Alltag oft gestolpert und es war auch so, dass ich über wesentliche Schwächen hinweggesehen habe, weil ich einfach wollte, dass es passt.
Bei Dir sehe ich gerade beim Thema Italien Parallelen...Weißt Du, wie ich das meine?


LG,
nurit


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