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Ehemalige Patchworkfamilie - sehr lang!

Frage von betty71  -  01.09.2011
Hallo,

ich habe eine Frage an alle Patchwork-Erfahrenen, da ich gerade mit meinem Latein am Ende bin. Die Frage bezieht sich auf das Thema Kernfamilie und Kontakt zu den Halbgeschwistern.

Ich bin AE und habe 2 Kinder (Mädchen 6 Jahre und Junge 4 Jahre). Beide sind aus einer Beziehung zu meinem Ex-Partner hervorgegangen, der schon 2 Kinder von 2 Frauen hatte (Mädchen jetzt 26 Jahre und Junge jetzt 16 Jahre). Bei jedem Mal waren die Kinder der Trennungsgrund. Als ich meinen Ex kennenlernte, waren seine Kinder 4 und 14 Jahre alt, die gemeinsamen Kinder gab es noch nicht. Das Mädchen war fast jedes Wochenende und auch zwischendurch bei uns, der Junge kam aller 4 Wochen fürs Wochenende und die Hälfte der Ferien. Zu beiden war der Kontakt wirklich ganz ok, aber niemals auf Muttersersatz oder überschwenglicher Zuneigung etc. ausgelegt, da ich dies nicht wollte (Tochter ist auch nur 15 Jahre älter als ich) und die Kinder schon seeehr eigen waren. Zeitweise gingen sie mir wirklich sehr auf den Keks, da sich alles um die Kinder drehte, wenn sie da waren und wirklich alles nur nach ihrer Pfeife lief (Aktivitäten, essen...). Ich fühlte mich oft ausgeschlossen, wobei dies aber nicht schlimm für mich war. Schließlich sollten Vater und Kinder ja eine nette Zeit haben, was ich schon auch normal empfand. Manchmal kamen Bemerkungen wie: dir gehört ja hier nichts / wenn dich der Papa rausschmeist, brauchst du ja nur deine Sachen mitnehmen etc. Mein Ex hat nie dazu Stellung bezogen, wobei er solche Äußerungen immer hörte, aber nie schlimm empfunden hat (ich schon).

Nachdem die gemeinsamen Kinder geboren waren (die er eigentlich nicht wollte), zog sein damals sehr verhaltensauffälliger Sohn (dann 13 Jahre) bei uns ein. Von da an gab es nur noch Probleme innerhalb dieser Patchworkfamilie, da der Sohn schulisch riesige Defizite hatte, er log, stahl (er stahl mir wiederholt höhere Geldbeträge, CD´s etc.). Mein Ex stellte sich prinzipiell hinter seinen Sohn und spielte die Probleme herunter. Es gab keine Regeln, keine kontruktive Diskussion, keinen Familienverbund. Vater mit Sohn gegen Mutter mit 2 kleinen Kindern. Es gelang leider nicht, ein halbwegs erträgliches Miteinander zu gestalten, so dass wir uns trennten und ich mit den gemeinsamen Kindern auszog (vor 3 Jahren).

Der Kontakt zu den Halbgeschwistern meiner Kinder war dann auf die Umgebung meines Ex beschränkt, da der Sohn ja dort lebte und die Tochter auch ein- und ausging. Ich war ehrlich gesagt froh, sie nicht mehr sehen zu müssen und habe auch keinen Wert darauf gelegt, den Umgang der Geschwister zu pflegen. Trotzdem erschienen sie uneingeladen zu den Kindergeburtstagen, um sich selbstverständlich an den Kaffeetisch zu setzen, Kuchen zu essen und dann wieder zu gehen. Ich habe es gewähren lassen, weil ich keinen Ärger machen wollte. Aktiv habe ich Treffen der Geschwister nicht gestaltet, weil mir daran auch nichts liegt und ich auch gut darauf verzichten kann.

Nun steht in der nächsten Woche die Einschulung meiner Tochter bevor. Sie durfte selbst entscheiden, wen sie einlädt: diejenigen, die sie ganz besonders mag. Es wurden Einladungen gemalt und verschickt, natürlich auch an Oma und Opa väterlicherseits, aber nicht an die Halbgeschwister. Die möchte sie nicht bei ihrer Einschulung und der Feier dabei haben.

Nun rief heute die große Tochter (26 Jahre) an und schob mir den schwarzen Peter zu. Sie fände es fast skandalös, dass sie als Geschwister nicht eingeladen sind und ich wäre ja sowieso an allem Schuld... Sie meinte, es läge an mir, den Kontakt der Kinder untereinander zu pflegen, denn sie wären ja eigentlich Geschwister (und nicht nur Halbgeschwister, wie ich meinen Kindern vermittelt habe). Ich habe darauf hin gesagt, dass sie die beiden kleinen jede Woche sehen kann, wenn die Kinder für 3 Stunden beim Vater sind. Sie meint jedoch, ich solle sie (die 26 jährige) zu uns nach Hause einladen, damit der Kontakt bestehen bleibt und sie die Kinder sehen kann. Ich würde die Kinder manipulieren, würde die Beziehung der Geschwister zerstören etc. Schließlich wären sie ja alle eine Familie, wobei ich sagte, dass ich dies anders sehe. Meine Familie sind meine beiden Kinder. Die Halbgeschwister gehören für mich nicht zu meiner Familie und werden dies auch niemals tun. Da mein Ex und ich getrennt sind wird dies auch für immer so bleiben. Die Tochter meint jedoch, ich müsste diejenige sein, die auf meine Tochter diesbezüglich einwirkt usw. Außerdem wären sie ja Geschwister, was natürlich Quatsch ist (meine Kinder waren bei der Trennung gerade 3 und gerade 1 Jahr alt, es gab niemals ein Miteinander oder gemeinsame Aktivitäten, auch nach der Trennung nicht). Dazu kommt noch, dass meine Kinder auch niemals zu den Geburtstagen beiden Großen eingeladen sind und bei der Konfirmation des Jungen im letzten Jahr auch explizit nicht eingeladen waren (wär ja zu stressig mit 2 kleinen Kindern im Nobelrestaurant). Von der Konfirmation habe ich nur durch Zufall erfahren, denn das sollte ich gar nicht mitbekommen, eben da die beiden Kleinen nicht erwünscht waren. Ein höchst unerfreuliches Gespräch heute.

Meine Tochter bleibt nun dabei, dass sie sie an ihrem großen Tag nicht sehen möchte. Der Papa soll kommen und Oma und Opa auch (zu denen haben wir einen guten Kontakt), aber die Halbgeschwister nicht. Sie meint, die laden sie ja auch nicht ein, warum sollte sie dies machen? Außerdem verbindet sie nichts außer dem gemeinsamen Papa und deshalb möchte sie dabei bleiben. Man muss dazu sagen, dass meine Tochter für ihre 6 Jahre leider sehr weit ist und viel darüber nachdenkt, was solche Themen angeht.

Alle liegen sich in den Schützengräben gegenüber, meine Tochter schläft gerade mit dem Eimer neben dem Bett (das hat sie so fertig gemacht, dass ihr nun schlecht ist) und ich bin wie immer die Dumme.

Wie würdet Ihr nun reagieren? Soll ich meine Tochter für den scheinbaren Frieden (welcher Frieden?? ) versuchen noch umzustimmen? Ist die Aussage, dass die beiden Großen nicht zu MEINER Familie gehören, wirklich so schlimm? Ist es so schlecht, dass meine Tochter zwischen ihrem kleinen heiß geliebten Bruder und den Halbgeschwistern unterscheidet und dies auch so formuliert? Und ja, warum darf ich nicht "Halbgeschwister" sagen, wenn es doch welche sind?

Vielen Dank fürs Lesen und fürs Feedback!
betty71

Ehemalige Patchworkfamilie - sehr lang!

Antwort von betty71  -  01.09.2011
Die Frage, warum sich die große Tochter so aufregt, habe ich mir auch gestellt. Definitiv ist es ja so, dass ich mich dem Kontakt überhaupt nicht verschließen würde, wenn ich den Eindruck hätte, dass hier ein wirkliches Bedürfnis besteht, also wenn sie die Kinder anrufen würden und vorbei kommen oder zum Spielplatz gehen o.ä.. Denn Möglichkeiten gäbe es ja genug bzw. hätte es in den vergangenen Jahren genug gegeben. In den 3 Jahren kam das nicht ein einziges Mal vor, kein Anruf, keine Frage wie es geht, keinerlei Bemühung.
Aber die beiden Großen reduzieren das auf Feierlichkeiten der beiden Kleinen und sind danach wieder weg, beziehen sie in ihre eigenen Feierlichkeiten aber auch nicht ein (Geburtstagskaffee o.ä.). Es gäbe jede Woche die Möglichkeit beim Papa, die beiden Kleinen zu sehen und etwas mit ihnen zu machen. Und das wäre ganz ungezwungen und eine natürliche Art des Zusammenwachsens. Aber genau das geschieht ja auch nicht.

Deshalb kommt vielleicht auch die Reaktion meiner Tochter, die sagt, dass sie mit ihnen doch sonst auch nichts zu tun hätte und sie sich sonst ja auch nicht um sie kümmern (was ich nicht verhindern würde, denn Deine Gedanken der Familie meiner Kinder stimmt ja).

Als ich meinen Ex kennenlernte und die gemeinsamen Kinder geboren wurden, hatte ich mit dem Patchwork gar keine Probleme und sah die Kinder untereinander schon auch als Geschwister an (bis die große Tochter anfing festzustellen, dass nun das Erbe durch 4 geht, das Erbe gedanklich aufzuteilen und sich als Erstgeborener wunschgemäß die Rosinen herauszupicken - kein Witz!). Aber dadurch, dass da so gar kein wirkliches Interesse kommt, finde ich eine Geschwisterschaft schon sehr gewagt

Ich werde meiner Tochter vorschlagen, dass der Papa übermorgen zum Frühstück kommt und wir darüber reden bzw. sie ihm ihre Beweggründe nennt. Schlimmer kanns nun fast gar nicht mehr werden. Dann wird auch der Papa erfahren, was an der Einschlung und am Nachmittag läuft: er hat nämlich bis jetzt weder nachgefragt noch sich irgendwie eingebracht .

 
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Ehemalige Patchworkfamilie - sehr lang!

Antwort von Luna511  -  01.09.2011
Deine Tochter hat doch ein gutes Argument gebracht, die anderen laden sie auch nicht ein, also muß sie dies auch nicht tun.

Weshalb, Wieso und Warum nun diese Situation entstanden ist, nun ja, da waren die Erwachsenen nicht besonders geschickt miteinander. Konflikte aus der Paarebene wurde auf die Kinder übertragen etc, aber das ist so passiert und daran ist eben auch der Vater der Kinder beteiligt.

Ich würde an Deiner Stelle dafür sorgen, daß es so passiert, da Deine Tochter sonst noch mehr "Bauchweh" bekommt. Aber danach solltest Du die Situation klären und in einem Hat die (Halb)schwester Deiner Tochter Recht, Du solltest den Kontakt fördern, sie sind Geschwister und gehören somit auch zu Deiner Familie, egal ob Du sie magst oder nicht. Die Kinder sind sonst die Leidtragenden an einem Ergebnis, daß die Eltern verbockt haben, Du hast Dir nie angesehen, daß Dein Partner noch Kinder hat und das dies Konfliktpotenzial ist. Dieses Problem habt ihr nie gelöst. Und dann sind aus dieser Beziehung zwei Kinder hervorgegangen, die von ihm nicht erwünscht waren.....nicht gerade glücklich gewählt.

Vllt suchst Du Dir Hilfe, um diese Situation für die Kinder zu lösen. Ich wünsch Dir viel Glück dabei!

Ehemalige Patchworkfamilie - sehr lang!

Antwort von god-bless-u  -  01.09.2011
Ja aber wieso soll sie den ein Kontak fördern, dass ihr Kind nicht will? Also wenn mein Kind mal sagen würde, es will mit seiner Halbschwester/bruder kein Kontakt haben, dann würde ich das auch nicht erzwingen. Es ist ja auch ein enomer Altersunterschied.

Ehemalige Patchworkfamilie - sehr lang!

Antwort von Luna511  -  01.09.2011
Das sagt das Kind jetzt, nachdem schon viel passiert ist, außerdem sagen Kinder in dem Alter auch oft das, was die Eltern hören wollen.

Wenn die Situation so bleibt, dann ist es besser, wenn kaum Kontakt da ist, aber man kann es auch verbessern für alle Beteiligten. Die Mutter ist angesäuert gewesen vom Verhalten ihres Stiefkindes, aber das hat in erster Linie nichts mit dem Kind zu tun, sondern, daß sie und der Vater nicht an einem Strang gezogen haben.

Ehemalige Patchworkfamilie - sehr lang!

Antwort von Grace  -  09.09.2011
...ich würde eher zustimmen, einen Kontakt NICHT zu erzwingen: Die Tochter ist 6 Jahre alt und kann sehr wohl dazu Entscheidungen treffen, ob sie jemanden sehen möchte oder nicht. Wenn man sie jetzt dazu zwingt, dann macht man meiner Meinung nach eher kaputt, was sich in ein paar Jahren viell. doch mal wieder ändert. Schleiherhaft ist mir besonders die Stieftochter, warum sie so auf den Kontakt drängt - aber selber ihre Halbschwester nicht einlädt. Insofern denke ich, es geht ihr gar nicht wirklich darum, viell. fühlt sie sich nur "komplett außen vor", da ihr Bruder als "Problemkind" mehr Aufmerksamkeit bekommt, dann sind da noch 2 kleinere Halbgeschwister, die auch mehr Aufmerksamkeit benötigen - und irgendwo ganz dahinter kommt sie.

Alles Gute!
grace


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