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Beitrag aus dem Forum Partnerschaft

Schwester

Frage von Miene-Biene00 - 10.07.2018

Hallo zusammen,
zur Zeit weiß ich einfach nicht mehr weiter. Eigentlich habe ich genug um die Ohren mit meinem Leben. Was mir Sorgen bereitet ist der Umgang mit meiner Schwester. Ich bin drauf und dran,den Kontakt zu ihr abzubrechen, weil ich mich einfach im Kreis drehe. Sie hat sehr viele Probleme, die sie gern anderen anlasten möchte und auch von schuld redet. Selber lösen kann sie es nicht, möchte es aber auch nicht versuchen. Es geht um ganz banalen Schriftverkehr, Bewerbungen, Wohnungssuche... meine Schwester wird nächstes Jahr 40! Und auf Facebook, WhatsApp schreiben, spielen kann sie ja auch...
Ihr jetzige Situation: sie hat mehrmals den Job gewechselt, hat die Arbeotgeber von jetzt auf nachher ohne Kündigungsfrist einzuhalten, stehen gelassen. Ist mehr als 6 Wochen ohne Arbeit. Hat sich nicht arbeitslos gemeldet, ist nicht krankenversichert und erwartet von allen, ihr helfen zu müssen- weil sie kann ja nichts dafür.
Andere sollen sie ummelden, Bewerbungen schreiben, kann kein Telefonat mit der Bank oder sonstiges führen( man muss sich wirklich fremdschämen). Ich würde ihr gerne das vor den Latz knallen, weil ich finde, dass sie so nicht weiter kommt. Sie wird aber gleich aggressiv, wenn man sie mal kritisiert. Sie will jetzt zu Freunden ziehen, will bei denen in einer zeitarbeit arbeiten, da soll es eine Wohnung geben für sie... ihr freund der sie ohne geld sitzen gelassen hat, darf aber nichts erfahren wo sie hinzieht- Kindergarten finde ich. Ich kann es nicht mehr hören, echt! Ich soll es anhören, ihrer Meinung nach und sie ins offene Messer laufen lassen. Dann kommt halt: ich habe es ja nicht gewusst!!! Dummheit/ Unwissenheit schützt aber vor Strafe nicht. Bei ihr es es Dummheit, weil sie es weiß, aber nichts daran ändern will! Lassen???

Re: Schwester

Antwort von Sternenschnuppe - 10.07.2018

Du bist ja nicht verpflichtet den Kontakt zu halten.
Wie oft habt ihr denn welchen ?

Re: Schwester

Antwort von Mausi1 - 10.07.2018

...hm...haben wir vielleicht die gleiche Schwester?

Bei mir ists absolut genauso...ich verstehe einfach nicht warum Sie sich so gehen lässt und sie lässt sich auch nicht helfen.
Sie wird 48.
Und egtl läuft alles schief bei ihr. Leider leiden auch beide Kinder darunter.
Sie ist damals bei ihrer Gesellenprüfung durchgefallen. Sie hat sie aber leider nicht wiederholt. Das ist so das erste negative woran ich mich erinnern kann. Seitdem ging es bergab. Evtl hatte sie schon vorher Probleme aber ich kann mich nicht erinnern.
Jedenfalls hat sie seitdem in keinem Betrieb länger durchgehalten. Immer wurde sie gekündigt oder sie hat selbst das Handtuch geworfen. Natürlich waren immer die Kollegen schuld oder der Chef. Bei sich selbst hat sie nie die Schuld gesucht.
Dass sie morgens nicht rechtzeitig aus dem Bett kam und deshalb zu spät auf der Arbeit erschien und alle deshalb nen Hals geschoben haben das erkennt sie nicht.
Dann hat sie falsche Männer kennengelernt.. denen das bisschen Geld hinterhergeworfen das sie noch hatte..irgendwann waren die wenigen Ersparnisse weg..
Dann kommt noch das massive Übergewicht dazu...sie frisst sich quasi die Augen zu und wird so enden dass sie nur noch im Bett liegen kann und irgendwann nur noch mit einem Kran aus dem Haus gehoben werden kann wenn sie mal ins kh muss.
So wie man das immer im tv sieht. ...mein Leben mit 300kg...

Natürlich versuchen wir seit vielen Jahren mit ihr zu reden. Ihr Hilfe anzubieten usw.
Je nach Laune reagiert sie entweder extremst aggressiv und beschimpft uns..also mich und unsere Eltern..mit den bösartigsten Worten.
Oder wenn sie anders gelaunt ist sagt sie es wäre doch alles suuuper und sie würde sich ja sooo wohl fühlen. Das glaubt kein Mensch.

Sie ist quasi überschuldet...ist wenns so weitergeht irgendwann obdachlos.
Sie kann kaum noch Laufen und man sieht dass sie Schmerzen hat. Es ist nur eine Frage der Zeit dass sie bettlägerig ist und mit dem Gewicht nicht klar kommt.

Sie ist verheiratet. Der Mann hat sich leider auch aufgegeben. Er arbeitet nicht mehr. Hat auch massiv zugelegt. Hockt nur vorm pc und spielt Spiele. Ihm ist es wurscht wie seine Frau aussieht und wie es ihr geht. Sie leben nebeneinander her.
Die Kinder sind erwachsen. 27 und 20 Jahre. Aber ebenfalls übergewichtig. Das geht auch nicht gut aus.
Aber alle wollen sich nicht helfen lassen.
Wir sind mit unserem Latein am Ende.
Sie hat leider auch keine gute Freundin. Meistens hört man ja eher auf eine Freundin als auf die Familie.
Egtl hat sie gar keine Freunde.
In Urlaub war sie seit Jahren nicht mehr.

Leider sieht sie bei mir auch noch das friedefreudeeierkuchen.
Bei mir läuft alles normal. War noch nie arbeitslos. Arbeite seit 25 Jahren bei ein und demselben Arbeitgeber.
Bei uns ist alles ordentlich und sauber. Ich habe normalgewicht. Wir fahren 3x pro Jahr in Url.
Das ist für sie natürlich ziemlich blöd das zu sehen. Ich glaube das wurmt sie sehr dass es uns so gut geht. Aber leider sieht sie nicht dass wir auch viel dafür tun.
Natürlich nervt mich meine Arbeit oft und ich würde alles gern hinwerfen. Aber ich reisse mich zusammen und zieh es durch.
Wenn man was will muss man was tun. Vom rumgammeln wirds nicht besser.
Sie denkt wir sitzen zuhause und uns fällt alles in den Schoss.

Also lange rede kurzer Sinn...wir haben auch alles versucht. Sie lässt sich nicht helfen.
Ich denke ein guter Anfang wäre wenn sie zu einem Psychologen gehen würde. Aber wenn wir ihr das vorschlagen würden...dann flippt sie erst recht aus.

Ich bin mal auf die anderen Antworten gespannt. Vielleicht hat jemand ein Patentrezept oder eine gute Idee.

Alles gute für Euch

Re: Schwester

Antwort von AKAM - 10.07.2018

Hallo,

die Frage ist ja, wie viel Kontakt du mit ihr haben möchtest. Grundsätzlich sind es ihre Probleme, d. h., dass du dich nicht darum kümmern musst. Sie ist aber deine Schwester und du fühlst dich wahrscheinlich verpflichtet.

Du kannst den Kontakt abbrechen und dich da rausziehen. Wenn du ihr helfen willst, dann würde ich ihr nichts abnehmen und für sie erledigen, sondern ihr helfen, es selbst zu tun. Frag sie, was sie will, wo sie im Leben hin will und wie sie das erreichen will. Kritisiere sie nicht und mache ihr keine Vorwürfe (auch wenn es vielleicht schwerfällt). Sie muss ja ihren eigenen Weg finden. Du kannst sie unterstützen, z. B. Dinge mit ihr gemeinsam erledigen, sie zum Arbeitsamt begleiten, mit ihr besprechen, was sie bei einem Telefonat sagen könnte etc. Wenn sie aggressiv wird, würde ich mich zurückziehen, aber nicht gleich komplett den Kontakt abbrechen. Ihr aber erklären, dass du ihr nur dann helfen kannst, wenn sie sich auch helfen lassen will.

Das hört sich insgesamt aber schon sehr nervenaufreibend an und es ist die Frage, ob und wie lange du das durchhältst und ob du ihr überhaupt helfen kannst oder ob sie professionelle HIlfe bräuchte.

Wie ist sie denn die letzten 20 Jahre durchs Leben gekommen? Hat sie immer jemanden gehabt, der sich um diese Dinge gekümmert hat?

LG

Anja

Re: Schwester

Antwort von Leena - 10.07.2018

Ich habe auch eine etwas schwierige Schwester (auch Thema häufige Jobwechsel, Arbeitslosigkeit, Wohnungskündigung etc., dazu gesundheitliche Baustellen von Burn-out bis zu massivem Übergewicht mit einem BMI von über 60...).

Ich raufe mir oft die Haare, bisher ist meine Schwester aber immer noch mehr oder weniger auf die Füße gefallen, im Zweifelsfall ist unsere Mutter gesprungen und hat irgendwen in Gang gesetzt oder gezahlt oder was auch immer.

Ich halte mich nach Möglichkeit raus. Meine Schwester gibt ja letztlich doch nichts auf das, was ich sage, also kann ich es auch lassen. Mal schauen, was ggf. wird, wenn unsere Mutter irgendwann mal nicht mehr springen kann, sie ist ja auch schon an die 80...

Re: Schwester

Antwort von sun1024 - 11.07.2018

Es klingt, als wäre deine Schwester tatsächlich unfähig, sich ordentlich um Ämtergänge etc. zu kümmern. Das kommt nicht selten vor, und mir tun die Leute leid.
Das ändert nichts dran, dass du nicht die Verantwortung für ihr Leben übernehmen kannst.
Ich würde den Kontakt ziemlich reduzieren und auf eine möglichst knappe sachliche Ebene bringen.

Wenn sie wirklich gar nicht mit Geld und offiziellem Kram klar kommt, ist eventuell sogar eine Betreuung für den Bereich denkbar, aber vermutlich ist es noch nicht gravierend genug, nach dem, was du schilderst.

Mein Mann und ich haben beide Geschwister mit nicht gleichen, aber doch auch ähnlichen Problemen.

LG sun

Re: Schwester

Antwort von nils - 11.07.2018

Ich bin grundsätzlich dafür, dass man Geschwistern hilft, aber nicht bis man selbst nervlich fertig ist.
Ich würde den Kontakt mal abbrechen. Von einer erwachsenen Frau kann man erwarten, dass sie ihr Leben in den Griff bekommt.

Ich habe so eine Schwägerin, die alleine auch nichts in den Griff bekommt - zumindest ihre Arbeit hat sie schon lange und geht immer brav arbeiten.
Alles andere wie Geldsorgen, nichts alleine regeln können,... hat sie nicht im Griff. Wir haben ihr früher auch immer Geld geborgt, aber auf Dauer geht das nicht, weil das Zurückzahlen dann immer sehr schwierig war.
Haben das auch gestoppt und nun muss sie selbst schauen wie sie es schafft.

Re: Schwester

Antwort von reblaus - 11.07.2018

Schreib ihr einen Brief und Kind ontiere sie damit sachlich, aber auch ausführlich . Am Ende des Briefes machst Du deutlich , dass Du als Schwester für sie da bist , aber in ihren Lebensbelangen nicht mehr für sie einspringst . Das äusserste wäre Hilfe zur selbsthilfe z b Mit in den Buchladen gehen um ein Buch zu kaufen " wie schreibe ich einen Lebenslauf " oder einen Kurs belegen wie fülle ich Formulare aus. Mehr nicht! D. H. Nicht dass Du ihr mal einen kleinen Einkauf bezahlen kannst , sollte sie nix mehr zu Essen haben - aber das gibt es nur in Naturalien - kosten die sie blauäugig verursacht hat werden nicht bezahlt.

Re: Schwester

Antwort von kirshinka - 11.07.2018

Ganz unabhängig von den Problemen mit deiner Schwester, müsste ich ein wenig über deine Definition von Normalzustand schmunzeln...

Bezüglich Deiner Schwester und den umgang mit ihr, bin ich ganz bei den anderen Kommentaren:
- Hilfe zur Selbsthilfe
- keinen der Fehler, die sie macht, ausbügeln
- nicht moralisieren
- da sein, aber im Prinzip wie bei einem Suchtkranken agieren: lass sie die Folgen ihres Handelns spüren, Stärke die Eigenverantwortung!
- Du bist nicht für sie verantwortlich!
- Du musst nicht ihre Fehler kitten
- Du musst nicht ihr Leben besser machen (oder nach deiner Definition, wie leben auszusehen hat ausrichten), oder ihre Beziehung...

Und zur Deifintiin davon was normal und gut ist - ich habe kein Normalgewicht, würde es niemals 20 Jahre beim selben AG aushalten, fahren nicht 3-mal jährlich in Urlaub und verfüge nicht über Haus, Garten, Viecher.
Bin ich nicht normal???

Re: Schwester

Antwort von Miene-Biene00 - 10.07.2018

Wir haben eigentlich schon recht viel Kontakt, vermutlich wegen unserer kindlichen Vergangenheit und wir sonst niemanden mehr haben( ausgenommen unserer Kinder).

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