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Beitrag aus dem Forum Rund ums Kleinkind

Verhaltensauffällig oder normal ?

Frage von Milu18 - 21.11.2019

Hallo,
Ich möchte mich hier gerne mal über meinen 18 Monate alte Sohn austauschen, da er mein erstes und einziges Kind ist und ich sonst keine Vergleiche habe.

Er war schon immer anstrengend und kein leichtes Baby. Hat viel genörgelt, schien viel unzufrieden zu sein, wollte viel getragen werden.
Er ist noch immer sehr anspruchsvoll und rastet schnell aus, wenn etwas nicht läuft wie er es möchte. Zusätzlich ist er eher ungeduldig, besonders wenn es ums essen geht. Er will es sofort sonst rastet er komplett aus. Er schlingt das Essen, kaut kaum und schluckt große Stücke herunter.
An Spielzeug ist er kaum interessiert. Meist wird es einfach umher geschmissen. Autos nimmt er in die Hand und sie werden für 1-2 Minuten am Boden lang gefahren. Am besten gefallen ihn Kabel- wie vom Staubsauger, die er ständig raus zieht, hinterher zieht oder umher wirbelt.
Bei Freude fängt er an seine Arme zu flattern und redet seine Sprache dabei.
Allgemein spricht er schon um die 80 Wörter und wiederholt diese ständig, wie in dauerschleife (zb Mama ca 20 mal hintereinander manchmal) in verschiedenen Tonlagen oft.
Er zeigt schon auf Dinge und schaut mich dabei an.
Jedoch habe ich das Gefühl das er mir nicht direkt in die Augen sieht, sondern auf den Mund. Wenn ich zu nah komme schaut er weg. Als sei es ihm unangenehm.
Wir haben vor 3 Wochen mit der Kita Eingewöhnung begonnen, die eher nicht gut läuft. Er weint, wenn wir in die Kita rein gehen und will dann nur auf meinen Arm bleiben. Ich sollte schon für eine Stunde weg gehen, da hat er sich kaum bis gar nicht beruhigen lassen. Ist das normal?
Allgemein fremdelt er extrem. Er darf nicht von fremden angefasst werden. Bei älteren geht es manchmal. Die schaut er an und lächelt manchmal und sagt Tschüss.
Zudem hat er viel Angst, wie zb Dusche, Föhn und laute unvorhersehbare Geräusche wie zb der Bass von der Musik des Nachbarn.

Nun frage ich mich ob dieses Verhalten in dem Alter normal ist oder es doch aus der Norm ist.
Wie ist es bei euch?
Ich bin für jede Antwort dankbar und hoffe das ihr mich beruhigen könnt.

Re: Verhaltensauffällig oder normal ?

Antwort von Babyborn18 - 21.11.2019

Hey ho,

also für mein empfinden klingt das normal. Es gibt Kinder die sind sehr pflegeleicht und genügsam und es gibt sehr impulsive Kinder, die sich Schnell langweiligen, schnell ausrasten usw. Unser sohn ist auch eher von der zweiten Sorte.
Zur Zeit hat er auch eine Phase, wo er sich wirklich keine einzige Sekunde alleine beschäftigen kann (er zahnt schon wieder).
Nur diese Sache mit dem nicht anschauen könnte vlt nochmal jemand anderes beurteilen.
Und 80 Wörter spricht er schon mit 1 1/2 Jahren? Das ist ja der Wahnsinn. Ich glaube so um den 2ten Geburtstag sollten Kinder so um die 50 Wörter sprechen.
Unser Sohn ist auch fast 1 1/2 Jahre und fängt jetzt gerade mal an ein \"Papa\" rauszukriegen. Du siehst also, Kinder sind alle unterschiedlich :)

Re: Verhaltensauffällig oder normal ?

Antwort von emilie.d. - 21.11.2019

Für mich klingt das nach einem Kind mit schwierigem Temperament. Die sind normal, aber eben schwieriger zu händeln. Mein erstes Kind war so und Krippe hätte er nie im Leben geschafft. Zu laut, zu hektisch. Wir hatten am Ende eine Kinderfrau. Schau mal, wie die Eingewöhnung läuft, falls es schwierig bleibt, wäre eine Tamu vielleicjt besser.

Ich hoffe, sie haben ihn nicht 1 h schreien lassen, bis sie dann Dich geholt haben.

Das mit den Staubsaugerkabel ist auch normal, er wiederholt es, weil er sehen will, ob wirklich immer wieder das gleiche passiert.

Mir fehlt das Flattern bei Freude Meiner ist schon 7, aber das war wirklich süß damals, wie ein Vögelchen.

Mit dem Essen gut planen, dass es wirklich bereit ist und die richtige Temperatur hat.meiner hat in dem Alter noch Brei gegessen und viel Milch getrunken, wäre das was, wenn er nicht kaut?

Re: Verhaltensauffällig oder normal ?

Antwort von weekend - 22.11.2019

Erster Gedanke: Gefühlsstarke Kinder, Nora Imlau ist da die Autorin zum Thema in Deutschland. \"So viel Freude, so viel Wut\" heißt das Buch, sie hat auch eine Website: www.nora-imlau.de.

Zur Eingewöhnung: Auch hier kann man aus der Ferne wenig sagen, sprich da am besten mit den Erziehern, die haben die Erfahrung. Ein paar Tränen sind sicher normal, wenn sich das Kind aber dauerhaft nicht von der Bezugserzieherin beruhigen lässt, müsste man vielleicht nach ein paar Wochen nochmal einen neuen Anlauf mit einer anderen Erzieherin starten?

Ich will Dich jetzt keinesfalls beunruhigen und aus der Ferne ist sowas auch nicht wirklich einzuschätzen, aber manches, was Du geschrieben hast, erinnert mich an autistische Kinder. Kann aber auch völlig falsch sein, wie gesagt, ich kenne Dein Kind nicht.

Hast Du schon mal mit dem Kinderarzt gesprochen?

Re: Verhaltensauffällig oder normal ?

Antwort von Claenelsa - 28.11.2019

Klingt nach einem sehr willensstarken und sehr intelligenten Kind meiner Meinung nach.
Ich würde mir da keine großen Sorgen machen und vor allem das Googlen sein lassen - meiner spricht mit seinen 28 Monaten noch fast gar nichts und in meiner Sorge bin ich dann im Internet auch über Autismus gestolpert und war allgemein am Ende überzeugt, mit meinem Kind stimmt was nicht...
Ich finde, du solltest dich darüber freuen, was dein Kleiner schon alles kann und wie sensibel er ist, ohne dir Gedanken über Probleme zu machen. So lange bei den U-Untersuchungen der Kinderarzt relaxed bleibt, gibt es, so ist meine persönliche Erfahrung, keinen Grund, sich kirre zu machen oder Nachforschungen anzustellen. Kinder sind eben Individuen. Und ich schließe mich Ursel DK an, dass so etwas wie Asperger ( der viel besorgniserregendere frühkindliche Autismus scheidet bei so tollen sprachlichen Fähigkeiten ja aus) erst später diagnostiziert werden kann.
Genieße die Zeit mit deinem kleinen Wirbelwind :-)
Liebe Grüße

Re: Verhaltensauffällig oder normal ?

Antwort von Milu18 - 21.11.2019

Hallo,
Und Danke für deine Antwort
Ja, er spricht schon sehr viel und seitdem er das kann, ist er nicht mehr zu bändigen. Auch schon 2 Wort Sätze teilweise. Der Mund ist immer in Bewegung, außer er schläft
Dafür ist er in der feinmotorik nicht der schnellste. Stapeln oder steckspiele fehlanzeige - er interessiert sich null dafür. Auch malen kann ich ihn nicht schmackhaft machen
Mir hat das mit den arme flattern, Blickkontakt und den spielen mit den Kabeln, schnüren sorgen gemacht, denn wenn man Google fragt, kommt direkt Autismus. Seitdem weiß ich nicht wo mir der Kopf steht.

Selbst ein Profi könnte so eine Diagnose erst mit 6 stellen.

Antwort von emilie.d. - 21.11.2019

Ich hab mehrere Asperger und Autisten in der Familie, was Du beschreibst, klingt erstmal normal.

Und aelbst wenn nicht, leichte Formen von Autismus sind kein Weltuntergang. Der Onkel meines Mannes verdient als Mathematiker das 4fache von meinem Gehalt. Er ist \'geekig\', aber sonst eigentlich \'normal\'.

Weil Du schriebst, Kind malt nicht. Was hab ich mir bei meinem Ältesten da für einen Kopf gemacht.

Er geht mittlerweile in eine Kunstschule, er hat eigene Skizzenbücher und das Haus quillt über vor Gebasteltem. Ob ein Kind mit 1,5 Jahren oder 2 oder 3 Jahren an Malen nicht interessiert ist, heißt überhaupt nichts. Ich würd mal Duplozüge kaufen und schauen, ob er die mag. Wir hatten so einen Duplokran zum Runter und rauf rollern, der war auch sehr veliebt. Feuerwehrleitern und Co.

Re: Verhaltensauffällig oder normal ?

Antwort von Milu18 - 21.11.2019

@emilie.d.

Danke für deine ausführliche Antwort.
Ja, es wäre tatsächlich kein Weltuntergang. Jedoch wünscht man sich doch immer das das Kind „gesund“ ist.

Es beruhigt mich aber, dass ihr das Verhalten von meinem kleinen normal findet.
Ich habe mir schon extreme Sorgen gemacht und werde den Kinderarzt demnächst nochmal meine Ängste schildern.

Das mit den Duplozug werde ich mal probieren- schonmal Perfekt zum Nikolaus- Danke dafür

Das mit dem Kabel habe ich so noch gar nicht gesehen. Ich fand das Verhalten immer so merkwürdig.

Er möchte leider kein Brei mehr. Er besteht darauf das zu essen, was wir auf dem Teller haben. Milch bekommt er jedoch noch zwischendurch, da er einen guten Appetit hat.

Re: Selbst ein Profi könnte so eine Diagnose erst mit 6 stellen.

Antwort von DK-Ursel - 22.11.2019

Und der würde das Kind hoffentlich gründlich untersuchen und keine Ferndiagnose übers Internet fabrizieren.

Gruß Ursel, DK

Re: Verhaltensauffällig oder normal ?

Antwort von Milu18 - 21.11.2019

Zum eingewöhnen. Leider haben sie ihn so lange schreien lassen.
Eine Tagesmutter ist hier leider schwer zu bekommen und ich muss Anfang nächstes Jahres wieder mit der Arbeit anfangen. Wenn es nicht anders geht; würde ich meine Elternzeit nochmal verlängern. Ich will natürlich nicht das der kleine leiden muss.

Re: Verhaltensauffällig oder normal ?

Antwort von Milu18 - 22.11.2019

@weekend

Ja, wir sind erst seit 3 Wochen in der Kita. Davon eine leider krank. Er hat sich kaum beruhigen lassen. Nur einmal kurz 15 Minuten und beim spazieren gehen hat es wohl super geklappt.

Daran denke ich auch des öfteren. Er zeigt ein paar autistische Züge in meinen Augen auf. Bin aber leider auch sehr unerfahren und kann das nicht beurteilen.
Ich war heute beim Kinderarzt und der meldet uns nun in einer Ambulanz an, die die Entwicklung vom kleinen beobachtet.
Ich hoffe es dauert nicht allzu lange.
Er meinte laut meiner Beschreibung scheint ein Defizit zu sein, aber er denkt nicht an Autismus, da er nicht in seiner Welt ist, ansprechbar ist, zu anderen Kontakt aufnimmt und mit seiner Nichte (8 Jahre) sich gerne beschäftigt.

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