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Beitrag aus dem Forum Kinderwunsch

Wissenswertes zu PCO.... Wirklich extrem lang - aber alle Infos...

Frage von Buuutzey - 21.10.2004

Huhu ihr Lieben!

Hab euch da mal ein paar Infos zusammen gesucht...

PCO-SYNDROM:

PCO ist die Abkürzung für "Polycystische Ovarien". Das PCO-Syndrom ist eine Beschreibung für eine Erkrankung, die durch Zyklusstörungen (Oligo- oder Amenorrhoe), einen männlichen Behaarungstyp (Hirsutismus) und/oder vermehrte männliche Geschlechtshormone im Blut (Hyperandrogenämie) definiert wird. Bei etwa 70% der betroffenen Frauen werden Eierstockzysten (PCO = polyzystischen Ovarien) festgestellt. In vielen Fällen wird die Krankheit diagnostiziert, weil ein unerfüllter Kinderwunsch besteht. Das PCO-Syndrom ist unter verschiedenen anderen Namen bekannt:

Stein-Leventhal-Syndrom
Syndrom der polyzystischen Ovarien
Polyzystisches ovarielles Syndrom
Hyperandrogenismus
Was geschieht beim PCO-Syndrom?
In jedem Monatszyklus beginnen von den ursprünglich etwa 500.000 Eizellen, die in den Eierstöcken einer Frau angelegt sind, etwa 30 Zellen zu reifen. Um den 8.bis 10. Zyklustag beginnt eine der Eizellen, die man dann Leitfollikel oder Graaf'schen Follikel nennt, die anderen mit dem Wachstum zu überholen. Der Leitfollikel setzt sein Wachstum fort, die anderen Eizellen gehen zugrunde.
Beim Polyzystischen Ovarsyndrom wird die Follikelreifung aufgrund erhöhter männlicher Hormone gestört. Das Heranwachsen des Leitfollikels unterbleibt. Es wachsen zunächst mehrere Eibläschen weiter und gehen dann ohne Ausreifen einer befruchtungsfähigen Eizelle zugrunde. Es findet kein Eisprung statt und somit gibt es auch keinen Gelbkörper, welcher den Menstruationszyklus in der 2. Hälfte bestimmt. Es gibt auch keinen normalen 28-tägigen Zyklus - dieser verlängert sich häufig auch weit über 35 Tage hinaus (Oligomenorrhoe) bis hin zum gänzlichen Ausbleiben der Regelblutung (Amenorrhoe).

Wann tritt das PCO-Syndrom auf?
Das PCO-Syndrom wird meist erst im Erwachsenenalter festgestellt. Der Beginn der Erkrankung reicht aber oft in die Pubertät zurück. Die möglichst frühe Diagnosesicherung ist wichtig, um mögliche chronische Folgen einer Störung im Androgenhaushalt zu erfassen und frühzeitig zu therapieren.

Wie häufig ist das PCO-Syndrom?
Ungefähr 5 bis 10% aller Frauen im gebärfähigen Alter sind vom PCO-Syndrom betroffen. Das PCO-Syndrom ist eine der häufigsten Ursachen für Infertilität. Es ist die häufigste Endokrinopathie (eine Erkrankung endokriner Drüsen mit Störung der Hormonproduktion oder -regulation). Etwa 30% aller Frauen haben ein oder mehrere Symptome vom PCO-Syndrom.
Eine familiäre Häufung mit Vererbung des PCO-Syndroms von der Mutter auf die Tochter ist festgestellt worden. Auch Männer können das PCO-Syndrom weitervererben: Männer, die zu einer frühzeitigen Glatzenbildung (vor dem 30. Lebensjahr) neigen, haben eher Töchter mit PCO-Sydrom.

Ist das PCO-Syndrom heilbar?
Nein. Das PCO-Syndrom ist aber ein Zustand, der in den Griff zu kriegen ist. Die Symptome werden behandelt, wenn sie Beschwerden machen oder ein nicht erfüllter Kinderwunsch besteht. Die Behandlung der Symptome soll unter anderem dazu beitragen, das Risiko zukünftiger Gesundheitsprobleme zu minimieren.

URSACHE:

Die genauen Ursachen für ein PCO-Syndrom (Syndrom der polyzystischen Ovarien) sind nicht bekannt. Einige Faktoren, die an der hormonellen Störung beteiligt sind, sind erforscht worden.

Viele Frauen mit PCO haben zu viele männliche Hormone im Blut (Hyperandrogenismus), vor allem Testosteron, Androstendion und Dehydroepiandrosteronsulfat (DHEAS). Die Bildung dieser männlichen Hormone wird unter anderem durch die Zysten angeregt, die sich beim PCO-Syndrom in den Eierstöcken befinden. Der hohe Spiegel an männlichen Hormonen bewirkt wiederum, dass die Hormone FSH und LH nicht im optimalen Verhältnis produziert werden. FSH und LH sind für die Entwicklung der Eizellen zu Eibläschen (Follikel) aber unverzichtbar. Deshalb entstehen aus den Eibläschen, die nicht heranreifen können, wieder Zysten.

Häufig tritt zunächst eine Adipositas und in der Folge des Übergewichtes eine vermehrte Insulinproduktion auf. Aber auch bei schlanken Frauen kommt das PCO-Syndrom vor. Bei ihnen könnte die Ursache der Erkrankung im Bereich der zentralnervösen Steuerung liegen.

Erbliche Veranlagung?
Eine Rolle spielt wahrscheinlich eine erbliche Veranlagung, da das PCO-Syndrom auch familiär gehäuft vorkommt.

Adipositas (Übergewicht)?
Deutliches Übergewicht und daraus entstehende Folgeerkrankungen (z.B. Insulinresistenz und hormonelle Störungen) werden häufig als eine der Ursachen des PCO-Syndroms gesehen.

Körpereigene Insulinproduktion - Insulinresistenz?
In Frage kommt auch eine Störung der körpereigenen Insulinproduktion - die Insulinresistenz. Bei der sogenannten Insulinresistenz spricht der Körper nicht auf das vorhandene Insulin an. Es kommt zu einem Insulinüberschuss und der Blutzuckerspiegel bleibt dennoch hoch. Dieser Insulinüberschuss scheint die vermehrte Bildung männlicher Hormone (Testosteron) anzuregen und zu Störungen der Eierstockfunktion führen.
Solche Zusammenhänge entstehen bei übergewichtigen Patientinnen häufiger als bei schlanken Frauen.
Medikamente gegen Insulinresistenz wirken auch positiv bei PCO-Syndrom.

Medikamente?
Auch einige Medikamente könnten die Ursache für ein PCO-Syndrom sein. Ein Beispiel ist der Wirkstoff Valproat, der bei Epilepsie eingesetzt wird. Bei Frauen mit PCO-Syndrom, die erst Valproat nahmen und dann auf ein anderes Medikament umstiegen, besserten sich die PCO-Symptome manchmal.

Hormonstörungen?
Eine vermehrte Ausschüttung des Hormons LH (Luteinisierendes Hormon) und eine Verminderung des FSH (Follikelstimulierendes Hormon) aus der Hirnanhangdrüse können sich in einer Art Teufelskreis verstärken. Durch die vermehrte Ausschüttung des Luteinisierenden Hormons wird am Eierstock die Bildung männlicher Geschlechtshormone (Androgene) stimuliert. Diese werden im Fettgewebe in weibliche Geschlechtshormone (Östrogene) umgewandelt. Die vermehrte und nichtzyklische Produktion von Östrogenen bewirkt wiederum an der Hirnanhangdrüse die oben erwähnte vermehrte Produktion des Luteinisierenden Hormons und die verminderte Ausschüttung des Follikelstimulierenden Hormons.
Eine ausreichende Produktion des FSH ist notwendig, weil es an der Umwandlung der Androgene in Östrogene beteiligt ist und eine regelmäßige Menstruation mit Eisprung gewährleistet.

Enzyme?
Auch der Mangel an dem Enzym Aromatase, das für die Bildung weiblicher Hormone zuständig ist, kann eine Rolle bei der Ausprägung des PCO-Syndroms spielen. Ist es nicht in ausreichender Menge vorhanden, bildet der Körper aus Hormonvorstufen statt weiblicher vermehrt männliche Hormone.

SYMPTOME:

Die Symptome des PCO-Syndroms sind die Folge einer überschiessenden Androgenproduktion.

Unregelmäßige Monatsblutung (Oligomenorrhoe)
Bei ungefähr einem Drittel aller Frauen mit unregelmäßiger Monatsblutung liegt dies am erhöhte Androgenspiegel (Testosteron und DHEAS).
Monatsblutung, die ausbleibt (Amenorrhoe)
Bei einer stark erhöhten Androgenproduktion kann es zum vollständigen Ausbleiben der Blutung kommen. Ein Eisprung findet meist nicht statt, da die erhöhten männlichen Hormone das Eibläschen an seiner normalen Entwicklung hindern.
Gelbkörperschwäche
Wenn es doch zu einem Eisprung kommt, dann besteht häufig eine Gelbkörperunterfunktion, die zu Schmierblutungen vor der eigentlichen Regelblutung oder nach Eintritt einer Schwangerschaft zu frühen Fehlgeburten führen kann.
Unerfüllter Kinderwunsch und Unfruchtbarkeit (Infertilität)
Der unerfüllte Kinderwunsch ist bei Frauen mit einem PCO-Syndrom meist der Anlass, sich erstmalig mit diesem Problem dem Arzt vorzustellen. Häufig liegt die Unfruchtbarkeit daran, dass Frauen mit PCO keinen oder einen sehr unregelmäßigen Eisprung haben
Zysten der Eierstöcke und Vergrößerung der Eierstöcke
Ein typisches Symptom des PCO-Syndroms, welches der Arzt bei der Ultraschalluntersuchung feststellen kann, sind viele kleine Zysten an den Eierstöcken und eine Vergrößerung der Eierstöcke. Beim Vorliegen des PCO-Syndroms sind Veränderungen der Ovarien immer symmetrisch in beiden Eierstöcken anzutreffen. Eine Asymmetrie der Veränderungen (wenn nur ein Eierstock betroffen ist) deutet auf einen androgen-produzierenden Tumor des Ovars (Androblastom) hin.
Übergewicht (Adipositas) oder Gewichtszunahme
Frauen mit PCO-Syndrom haben häufig eine Stammfettsucht (vor allem im Bereich von Rumpf, Hals und Kopf). Sie haben häufig eine eher apfelförmige Figur. Die zusätzlichen Pfunde sitzen vor allem am Bauch, ähnlich wie bei Männern mit "Bierbauch", die Arme und die Beine sind vergleichsweise schmal. Das Verhältnis von Bauchumfang zu Hüftumfang (Waist-To-Hip-Ratio) ist bei ihnen kleiner als bei Frauen mit birnenförmiger Figur - es gibt also weniger Unterschied zwischen diesen beiden Maßen. Nicht alle, aber die meisten Frauen mit PCO-Syndrom sind übergewichtig.
Hirsutismus und Akne
Vermehrte Behaarung an für Frauen untypischen Stellen (Hirsutismus) kann ebenfalls, oft zusammen mit Akne, auftreten.
Erhöhte männliche Geschlechtshormone im Blut (Hyperandrogenämie)
Diese Hormonstörung ist bei einer Blutuntersuchung festzustellen.
Chronischer Beckenschmerz
Die genaue Ursache dieser Schmerzen ist nicht bekannt. Möglicherweise entstehen diese Schmerzen einfach durch die vergrößerten Eierstöcke und die relative Enge im Becken. Die Schmerzen gelten als chronisch, wenn sie mehr als sechs Monate bestehen.
Acanthosis nigricans
Schmutzigbraune bis -graue Hautveränderungen; meist beidseitig symmetrisch in Achselhöhlen, Gelenkbeugen, im Nacken- und Geschlechtsbereich.

DIAGNOSE:

Die Diagnose des PCO-Syndroms kann sehr aufwändig sein. Weil es nicht eine einzige eindeutige Ursache für das PCO-Syndrom gibt, gibt es auch nicht den einzigen Test, mit dessen Hilfe man PCO feststellen kann. Es gibt zahlreiche Untersuchungs- und Therapiemöglichkeiten. Bei etwa 20-30 Prozent aller Frauen wird ein Polyzystische Ovarielles Syndrom vermutet, aber nur bei etwa 5 bis 10 Prozent kann dies eindeutig diagnostiziert werden. Findet man einige Symptome des PCO-Syndroms, darf man davon ausgehen, dass wahrscheinlich ein PCO-Syndrom vorliegt.

Kann man auch ohne Zysten ein PCO-Syndrom haben?
Über die Antwort streiten sich die Gelehrten. Zwar werden meist zusätzlich zu anderen Symptomen entweder viele kleine Zysten oder aber vergrößerte Eierstöcke festgestellt, aber einige Ärzte diagnostizieren PCO aufgrund verschiedener hormoneller Störungen auch ohne, dass sie im Ultraschallbild die typischen vielen kleinen Zysten oder die typisch vergrößerten Eierstöcke sehen. Das mag daran liegen, dass diese Frauen tatsächlich keine polyzystischen oder vergrößerten Ovarien haben, oder aber daran, dass der Arzt bei seiner Ultraschalluntersuchung entweder die Vergrößerung der Eierstöcke falsch deutet oder aber sie nicht als Symptom des PCO-Syndroms wahrnimmt.

Wie wird ein PCO-Syndrom diagnostiziert?
Anhand von körperlicher Untersuchung, Ultraschalluntersuchungen der Eierstöcke und verschiedener Bluttests kann der Arzt einen guten Eindruck davon gewinnen, ob es sich bei den von einer Frau beschriebenen Symptomen um die eines PCO-Syndroms handelt.
Die Ärzteschaft ist sich nicht einig, wann und wie eine PCO-Syndom sicher diagnostiziert wird. Einige Ärzte gehen davon aus, dass mindestens drei Untersuchungsergebnisse zusammenkommen müssen, andere Mediziner sind der Meinung, dass schon das Ausbleiben des Eisprungs ein eindeutiger Hinweis auf ein PCO-Syndrom ist.

Ultraschall
Bei einer vaginalen Ultraschalluntersuchung kann der Arzt sich beide Eierstöcke anschauen. Die typischen PCO-Eierstöcke sind gleichermaßen vergrößert (um das 1,5- bis 5fache) und zeigen, perlenkettenartig aufgereiht, mehrere kleine Follikel (Zysten), die auch bei späteren Ultraschalluntersuchungen nicht gewachsen sind. Als PCO-Anzeichen gilt, wenn dort mindestens 8 bis 10 kleine Zysten mit einem Durchmesser von weniger als 10mm zu sehen sind. Der Arzt weiß nicht, wie lange diese Zysten dort bleiben und ob und was den Anlass gibt, dass möglicherweise eine der Zysten wächst, zum Leitfollikel und möglicherweise zu der Eizelle wird, die dann auch sprungreif wird und beim Eisprung springt. Die Zysten produzieren Hormone und je mehr Zysten zu sehen sind, um so wahrscheinlicher ist es, dass die aus der krankhaften Hormonproduktion resultierenden typischen Probleme auftauchen - je größer also die Eierstöcke und je mehr Zysten zu sehen sind, umso wahrscheinlicher treten weitere deutliche Symptome auf.

Bauchspiegelung
Häufig sieht der Arzt bei einer Bauchspiegelung, die z.B. im Rahmen der Kinderwunschdiagnostik durchgeführt wird, mit bloßem Auge typische Veränderungen. Die vorzeitig zugrunde gegangenen Eibläschen haben im Gewebe des Eierstocks Narben gebildet, die auf Dauer den Rindenbereich des Eierstocks verdicken und verhärten.

Bluttest
Es handelt sich bei den Bluttests etwa um dieselben Untersuchungen, die bei einer Kinderwunschbehandlung durchgeführt werden - für die Untersuchung des PCO-Syndroms sollten aber zusätzlich zu den Standarduntersuchungen ein Insulinresistenztest und eine Cholesterinuntersuchung durchgeführt werden.

Insulin
Luteinisierendes Hormon (LH)
Follikelstimulierendes Hormon (FSH)
Testosteron
Dehydroepiandrosteron-Sulfat (DHEAS)
Sexualhormon bindendes Globulin (SHBG)
Androstenedion
Prolaktin
Thyreotropin (Thyroid Stimulating Hormon = TSH)
ggf. auch ein Glukosebelastungstest
Häufig ist das Luteinisierende Hormon (LH) stark erhöht, das Follikelstimulierende Hormon (FSH) ist im Gegensatz dazu niedrig bis normal. Der Quotient aus LH/FSH liegt bei >1. Einzelne oder alle Androgene sind erhöht. In 40% der Fälle ist das milchbildende Hormon Prolaktin erhöht und nicht selten ist auch das blutzuckerregulierende Insulin erhöht (Insulinresistenz).

Was bedeutet ein abnormes Testergebnis?
Fast alle PCO-Patienten haben mindestens einige merkwürdige Testergebnisse, wobei die Werte nicht unbedingt außerhalb der Norm liegen. Die Referenzwerte der Labore geben eine Bandbreite von Werten an, die noch als normal gelten. Wenn aber mehrere Werte nah am Rande der Grenzwerte liegen, kann dies ein Hinweis auf eine Störung sein. Es kommt bei der Bewertung der Blutuntersuchung eher auf das Gesamtergebnis als auf einen einzelnen Wert an.

Wann sollten die Bluttests durchgeführt werden?
Meist werden Bluttests zur Untersuchung der Hormone einige Tage nach einer spontanen oder eingeleiteten Menstruation durchgeführt. Sie können bei Einnahme von hormonellen Medikamenten (Pille) falsche Werte anzeigen. Glukose-Toleranz-Tests sollten morgens nüchtern durchgeführt werden (nach mindestens 8 und maximal 16 Stunden fasten). Progesteron-Tests werden 7 Tage nach einem Eisprung gemacht.

Wie wichtig ist das Verhältnis zwischen LH und FSH?
Die Bedeutung des Verhältnisses zwischen dem Luteinisierenden Hormon (LH) und dem Folikelstimulierenden Hormon (FSH) wird kontrovers diskutiert. Die meisten Frauen haben vor der Menopause ein Verhältnis von 1:1. Ein Symptom beim PCO-Syndrom kann der manchmal signifikante Anstieg des LH sein. Wenn der LH/FSH-Quotient > 1 ist, gilt dies häufig als deutlicher Hinweis auf ein PCO- Syndrom - weitere Untersuchungen werden dann oft nicht mehr durchgeführt.

Hat PCO was mit der Schilddrüse zu tun?
Nein. Weil beide Erkrankungen häufig vorkommen, ist eine Kombination von PCO-Syndrom und einer Schilddrüsenerkrankung bei einer Patientin nicht allzu selten. Daher wird zusammen mit der allgemeinen Blutuntersuchung auch das Thyreotropin (Thyroid Stimulating Hormon = TSH) untersucht, um ggf. eine Über- bzw. Unterfunktion der Schilddrüse festzustellen.


THERAPIE:

Die Therapie des PCO-Syndroms besteht meist in der Therapie der vordringlichen Symptome. Sinn der Therapie ist es, das Risiko zukünftiger Gesundheitsprobleme zu minimieren und die vordringlichen Probleme (z.B. Unfruchtbarkeit) zu behandeln. Das PCO-Syndrom ist nicht heilbar. Es ist ein Zustand, der in den Griff zu kriegen ist. Als Therapie ist zunächst, wenn bekannt, die Beseitigung der Ursachen anzustreben.

Liegt Übergewicht vor: Gewicht reduzieren
Bei übergewichtigen Frauen wird zuerst eine Verminderung des Körpergewichtes angestrebt. Dies hat nicht selten zur Folge, dass sich wieder ein regelmäßiger Zyklus einstellt und nicht weiter therapiert werden muss. Die Gewichtsreduzierung wird durch intensive Diätberatung unterstützt, wie durch verschiedene Programme für ausreichend Bewegung und Wiederherstellung der körperlichen Fitness.

Bleibt die Blutung aus oder ist sie unregelmäßig: Regelmäßige Blutungen herbeiführen
Reicht eine Gewichtreduktion nicht, oder liegt kein Übergewicht vor, besteht die Therapie bei unregelmäßigen Blutungen zunächst darin, die Eierstöcke und die Hirnanhangsdrüse außer "Gefecht" zu setzen und regelmäßige Blutungen herbeizuführen. Dies geschieht meist mit einer Antibabypille (orale kontrazeptive Therapie), obwohl dies für Frauen mit Kinderwunsch schwer nachvollziehbar ist. Aber oft ist diese Maßnahme zur Unterbrechung des oben beschriebenen Kreislaufs notwendig. Auf weitere hormonelle Therapiemöglichkeiten zur Senkung des Spiegels der männlichen Hormone und zur Auslösung eines Eisprungs wird in einem anderen Abschnitt eingegangen werden. Es sei nur soviel gesagt: Es gibt Medikamente, die den erhöhten LH-Spiegel senken können (Dexamethason) und anschließend wird mit anderen Hormonpräparaten (z.B. mit Clomiphen) ein Eisprung ausgelöst.

Bei Insulinresistenz: Insulinsenkende Medikamente
Es gibt Hinweise darauf, dass eine Störung im Zuckerstoffwechsel ein Grund für die Entstehung des PCO sein könnte. Bei der sogenannten Insulinresistenz kommt es zu einem Insulinüberschuss, welcher zur Störungen der Eierstocksfunktion führt. Solche Zusammenhänge entstehen bei übergewichtigen Patientinnen häufiger als bei schlanken Frauen. Die Therapie kann in der Verabreichung insulinsenkender Medikamente bestehen.
Metformin: Der Einfluß des Insulin-Sensitizer Metformin auf das PCO-Syndrom wurde von mehreren internationalen Studiengruppen untersucht. Bei dem Medikament Metformin gibt es schon vielversprechende Erfolge in der Behandlung des PCO-Syndroms zu verzeichnen. Metformin konnte eine Verbesserung der Insulinresistenz, eine Senkung des Testosteron- und LH-Spiegels, einer signifikanten Abnahme des LH/FSH-Quotienten, eine Erhöhung der SHBG-Synthese, eine Verminderung der Androgene und eine Regulierung des Menstruationszyklus bewirken. Zudem zeigt sich ein günstiger Effekt auf gewichtsreduzierende Maßnahmen. In der Metfomin-Gruppe einer großangelegten Studie resultierte die Clomiphen-Gabe in höheren Ovulationsraten, in einem dickeren Endometrium und einer höheren kumulativen Schwangerschaftsrate.d

Bei Hirsutismus: Antibabypille
Ist der Hirsutismus das führende klinische Merkmal, wird bislang eine Antibabypille (orale kontrazeptive Therapie) häufig mit antiandrogener Komponente- eingesetzt.

Operativer Eingriff
Eine weitere Form, das polyzystische Ovar Syndrom zu beseitigen, ist die laparoskopisch durchgeführte Punktion der Zysten und die gleichzeitig vorgenommene keilförmige Aufspaltung der oft hyperfibrosierten Ovarialkapsel. Dadurch wird kurzfristig die in den Eierstöcken befindliche Störung, welche zum polyzystischen Ovar führt, behoben, so dass in den Monaten nach dem operativen Eingriff die Wahrscheinlichkeit zu empfangen steigt.

PCO-SYNDROM und METFORMIN:

PCO-Syndrom und Metformin (Insulin-Sensitizer)
Das PCO-Syndrom geht häufig mit einer Hyperinsulinämie und Insulinresistenz einher. Aus diesem Grund werden zunehmend sogenannte "Insulin-Sensitizer" eingesetzt. Verschiedene Untersuchungen haben sich mit der Frage beschäftigt, ob Metformin als Medikament hilft, trotz PCO-Syndrom einen Eisprung zu bekommen und somit die Chance erhöht, schwanger zu werden.

Teilnehmerinnen
An der Studie haben Frauen mit einem PCO-Syndrom teilgenommen, die nachweislich keinen Eisprung haben, und bei denen das Antiöstrogen Clomiphenzitrat (Clomifen), keinen Eisprung auslöste. In der Regel wird Clomiphen als Therapeutikum erster Wahl gegeben, um einen Eisprung (Ovulation) auszulösen und Schwangerschaften zu erzielen.

Studienergebnis
Eine aktuelle Studie* im "Ankara Maternity and Women's Health Teaching Hospital", Ankara, Türkei, überprüft den Einsatz von Metformin bei Frauen, die ein PCO-Syndrom haben und die auch mit Clomiphen keinen Eisprung bekamen.
In der Placebo-kontrollierten Doppelblind Studie gab es zwei Gruppen:

Gruppe I
erhielt über zwei Zyklen 850mg zweimal täglich Metformin Im zweiten Zyklus wurde täglich 100mg Clomiphen zusätzlich verabreicht .
Gruppe II
erhielt statt Metformin 2x täglich ein Placebo.
Mehr Eisprünge, größere Schwangerschaftswahrscheinlichkeit
Die Metformingabe resultierte in einer signifikanten Abnahme der Testosteron- und LH-Spiegel, des LH/FSH-Quotienten, der Insulinresistenz und des mittleren "Body-Mass-Index". Darüber hinaus bewirkte die Metfomin Therapie höhere Ovulationsraten, ein dickeres Endometrium und eine höhere kumulative Schwangerschaftsrate. Diese positiven Effekte wurden bereits nach einer kurzfristigen Gabe von Metformin erzielt.

VORBEREITUNG AUF DEN ARZTBESUCH BEI VERDACHT AUF PCO:

Falls Sie ein PCO-Syndrom haben oder befürchten es zu haben - wie sollten Sie einen Arztbesuch vorbereiten?

Schreiben Sie sich vorher in Ruhe alle Fragen auf
Es ist sinnvoll, alle, auch die kleinsten Fragen aufzuschreiben, die Sie in diesem Zusammenhang haben und mit dieser Liste zum Arzt zu gehen. Dann vergessen Sie keine der Fragen. Je detaillierter Sie fragen, umso besser werden Sie von Ihrem Arzt informiert werden.
Sammeln Sie zuvor alle Untersuchungsunterlagen
Wenn Sie alle alten Untersuchungsunterlagen beisammen haben, erleichtert dies dem Arzt die Diagnose, und er erhält einen Überblick über das, was die Kollegen schon festgestellt haben. Falls Sie aufgrund Ihres unerfüllten Kinderwunsches zum Arzt gehen, ist es sinnvoll, ggf. auch die OP-Berichte von Bauchspiegelungen o.ä. dabei zu haben.
Ihre Familien- und Krankheitsgeschichte ist wichtig
Der Arzt wird Sie nach der Familiengeschichte fragen. Besonders im Zusammenhang mit eventuell auftretender Häufigkeit von Diabetes in der Familie ist dies wichtig. Erkundigen Sie sich, ob nahe Verwandte Diabetes haben oder hatten, erhöhte Cholesterinwerte, Bluthochdruck, Herzkrankheiten, Übergewicht und ob Unfruchtbarkeit in der Familie ein Problem war. Mütterlicher- und väterlicherseits kann das PCO-Syndrom vererbt werden.
Machen Sie sich mit dem PCO-Sydrom vertraut
Je mehr Sie über das PCO-Syndrom wissen, umso gezielter können Sie Fragen stellen und umso besser können Sie verstehen, was mit Ihnen vorgeht.
Messen Sie die Basaltemperatur
Falls Sie einen Kinderwunsch haben, sollten Sie einige Monate lang die Basaltemperatur messen und zum Arztbesuch die Kurven mitbringen. Hieran kann der Arzt häufig erkennen, ob Sie einen Eisprung hatten und welche Probleme vorliegen.
Hier einige konkrete Fragen, die Sie Ihrem Arzt stellen können:

Welche Tests werden durchgeführt, wenn ein PCO-Syndrom vermutet wird?
Welche Tests werden durchgeführt, um eine Insulinresistenz oder/und eine Diabetes festzustellen?
Verschreiben Sie Medikamente auch bei einer Insulinresistenz oder nur bei Diabetes?
Welche Medikamente werden normalerweise bei den Symptomen des PCO-Syndroms verordnet - solche die gegen Übergewicht helfen, solche gegen Akne, Hirsutismus, Ausbleiben der Menstruation, Bluthochdruck, hohes Cholesterin und Insulinresistenz?
Welche weiterführenden Untersuchungen empfehlen Sie, wenn Polyzystische Ovarien festgestellt worden sind?
Behandeln die Ärzte das PCO-Syndrom unterschiedlich? Oder gibt es hier eine verbindliche Therapierichtlinie?
Verschreiben Sie eine Diät bzw. eine Ernährungsberatung?
Welche Arten der Geburtenkontrolle empfehlen Sie Frauen mit PCO-Syndrom?
Was empfehlen Sie Frauen mit PCO-Syndrom, die einen Kinderwunsch haben?
Wie weit geht die medikamentöse Unterstützung im Falle eines Kinderwunsches? Empfehlen Sie Clomiphen? Was halten Sie von künstlicher Befruchtung?
Werden Insulinpräparate empfohlen, während die Frau versucht, schwanger zu werden?
Werden Insulinpräparate auch während der Schwangerschaft verordnet?
Können die Medikamente, die gegen die Symptome des PCO-Syndroms (wie z.B. gegen Akne und Hirsutismus) gegeben werden, auch vor und während einer Schwangerschaft eingenommen werden?

So, ich hoffe, ihr könnt hier alle Informationen finden, die euch zu PCO interessieren und verzeiht mir, dass es so extrem lang geworden ist...

Alles Liebe Ines (Selbst PCO'lerin)

Re: Wissenswertes zu PCO.... Wirklich extrem lang - aber alle Infos...

Antwort von SdB - 22.10.2004

Ich bin sonst nur stille Leserin,
aber ich möchte mich für diesen Beitrag bedanken.

Zu dem Thema PCOS gibt es ja leider immer noch zuwenige (vor allem auch Ärzte), die davon Ahnung haben.

Schöne Grüsse,
Stefanie


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