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Beitrag aus dem Forum:     Kinderwunsch Expertenforum

An Dr. med. V. Wetzel: colitis ulcerosa

Frage von sandra ernst  -  04.05.2002
Lieber Dr.Wetzel
Ich habe seit 2Wochen Colitis Ulcerosa.Und muss als Medikament Pentasa einnehmen.Da wir allerdings starken Kinderwunsch haben wollt ich nun gern wissen ob es für eine Schwangerschaft gefährlich wäre.Muss dazu sagen dass ich nur noch 1Eierstock habe,da ich zu Zysten neige.Und ich deshalb nicht mehr so lange warten möchte.Wäre es durch meine Vorgeschichte eine Risikoschwangerschaft?Ich hatte vor 2Jahren eine Fehlgeburt im 3Monat.Bin 26Jahre u.versuche nun seit einem halben Jahr schwanger zu werden.Wäre schön wenn Sie mir helfen könnten.
MfG Sanda
An Dr. med. V. Wetzel: colitis ulcerosa

Antwort von Dr.Wetzel  -  05.05.2002
Hallo Frau Ernst, erstmal sollten Sie diese Erkrankung in den Griff bekommen bevor Sie den sicherlich auch dringenden Kinderwunsch in Angriff nehmen. Über die Auswirkungen einer SS auf die Erkrankung müssen Sie sich von Ihrem beh. Arzt aufklären lassen, ich habe Ihnen trotzdem mal was kopiert, unter www.google.de finden Sie unter den entsprechenden Suchbegriffen noch mehr Infos. Kinderwunschbehandlung falls notwendig sollte auf jeden Fall nur in einer schubfreien Phase passieren ! Über die sicherlich berechtigte weitere Planung bei gefärdetem Eierstocj sprechen Sie am besten mit einem Kinderwunschzentrum in Ihrer Nähe. Alles Gute, i.V.Dr.Wetzel, Graeber
Anlage:

von Priv.-Doz. Dr. med. Axel Dignass

Partnerschaft, Sexualität und Schwangerschaft bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

Kurzfassung eines Vortrags zur DCCV-Jahrestagung 1999

Die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa treten gehäuft in einer Lebensphase auf, in der die Familienplanung noch nicht abgeschlossen ist und ein Kinderwunsch besteht. Patientinnen mit entzündlichen Darmerkrankungen (CED) in Remission unterscheiden sich bezüglich der Fruchtbarkeit nicht von gesunden Frauen. Bei Patientinnen mit akutem M. Crohn wird gelegentlich eine Verminderung der Fruchtbarkeit beobachtet. Die männliche Fruchtbarkeit ist bei Patienten mit CED im allgemeinen nicht beeinträchtigt. Abszesse und Fisteln im kleinen Becken können jedoch zu Erektions- und Ejakulationsstörungen führen. Salazosulfapyridin-Präparate (z. B. Azulfidine®, Colopleon®) können bei Männern zu einer reversiblen Unfruchtbarkeit führen, die sich nach Absetzen des Medikamentes oder Wechsel auf 5-Aminosalicylsäure-Präparate (z.B. Salofalk®, Claversal®, Pentasa®) zurückbildet.

Es wird heute ein unkomplizierter Schwangerschaftsverlauf bei Frauen mit Morbus Crohn in etwa 83% und bei Frauen mit Colitis ulcerosa in etwa 85% beobachtet. Die Häufigkeit von Fehlbildungen entspricht Zahlen, die bei gesunden Frauen beobachtet werden. Ein signifikant ungünstigerer Verlauf der Schwangerschaft wird beobachtet, wenn die Befruchtung in eine Phase mit erhöhter entzündlicher Aktivität fällt. Schwangerschaften sollten daher möglichst in Remissionsphasen geplant werden, da bei niedriger Erkrankungsaktivität zum Zeitpunkt der Befruchtung die Schwangerschaft in der Regel ungestört verläuft. Komplikationslose Schwangerschaften sind durchaus auch nach Kolektomie und Anlage eines Ileostomas möglich.

In der überwiegenden Zahl der Fälle hat eine Schwangerschaft keinen Einfluß auf die Aktivität und die Rezidivneigung der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung. Besteht bereits zu Beginn der Schwangerschaft eine erhöhte entzündliche Aktivität, so bleibt diese in etwa der Hälfte der Fälle auch während der Schwangerschaft bestehen. Rezidive beziehungsweise Schübe der entzündlichen Darmerkrankung treten gehäuft im ersten Drittel der Schwangerschaft und im Wochenbett auf. Die Therapie der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen beruht in wesentlichen Teilen auf Prinzipien, die auch bei Nicht-Schwangeren Verwendung finden. Einige bedeutende Ausnahmen müssen jedoch berücksichtigt werden. Kortisonpräparate und 5-ASA-Präparate (z.B. Salofalk®, Claversal®, Pentasa®, Dipentum®, Azulfidine®, Colopleon®) in den zur Behandlung der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen üblichen Dosierungen können nach heutiger Kenntnis ohne Gefahr für den Feten in der Schwangerschaft eingenommen werden.

Patientinnen, die zur Remissionserhaltung eine Therapie mit 5-ASA-Präparaten oder Steroiden benötigen, sollten diese Therapie auch nach Feststellung einer Schwangerschaft fortsetzen, da eine erhöhte entzündliche Aktivität der Darmerkrankung während der Schwangerschaft eine Gefahr für den Feten darstellt. Während der Einnahme von 5-ASA-Präparaten und Steroiden können Kinder gestillt werden. Azathioprin (Imurek®) sollte nach Möglichkeit drei Monate vor einer geplanten Konzeption beendet werden, da die Datenlage insgesamt noch zu unsicher ist. Eine Schwangerschaft unter Azathioprin stellt jedoch keine generelle Indikation für einen Schwangerschaftsabbruch dar, da zumindest für den Menschen keine gesicherte Zunahme von Fehlgeburten, Totgeburten oder Fehlbildungen belegt ist. Neuere Daten insbesondere bei Transplantationspatienten legen nahe, daß auch unter Azathioprin eine komplikationslose Schwangerschaft möglich ist. Die Anwendung von Metronidazol (Clont®) in der Schwangerschaft bedarf einer strengen Indikation und ist in der Regel kontraindiziert.

Das Risiko für Kinder von Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, an einem Morbus Crohn oder an einer Colitis ulcerosa zu erkranken, ist relativ gering. Die Häufigkeiten erkrankter Geschwister bei bekannten Indexpatienten schwanken zwischen 3,3 und 6% für den Morbus Crohn und 0 bis 4% für die Colitis ulcerosa. Trotz des insgesamt erhöhten Risikos für Kinder von Eltern mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, ebenfalls an einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung zu erkranken, sollte nicht zur Kinderlosigkeit geraten werden, da frühzeitig diagnostizierte chronisch entzündliche Darmerkrankungen heute im allgemeinen relativ gut beherschbar sind und die Lebenserwartung von Patienten mit CED sich nicht signifikant von der gesunden Normalbevölkerung unterscheidet.

Priv.-Doz. Dr. med. Axel Dignass, Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Hepatologie und Gastroenterologie, Universitätsklinikum Charité-Campus Virchow Klinikum, Medizinische Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin, Augustenburger Platz 1, 13353 Berlin
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