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Beitrag aus dem Forum Fläschchennahrung

schlechtes Gewissen wegen abstillen..(achtung lang

Frage von Trulla76 - 14.04.2008

Hallo,

ich hoffe, ihr könnt mir helfen. Meine Tochter ist am 23.03. geboren und ich stille sie, bis auf ein Zusatzfläschchen am Abend. Aber das Stillen wird zunehmend anstrengend, sie kommt tagsüber sehr oft, teilweise stündlich und auch weniger. wenn ich sie anlege trinkt sie nicht richtig, zappelt rum. Das wird dann zum Abend hin schlimmer, so dass ich ihr seit ca. 1 Woche 70 ml Aptamil Pre zufüttere...Ich hab das Gefühl, dass sie meine Brust immer mehr verweigert durch das Gezappel und wenig trinken. Auch schläft sie dadurch tagsüber sehr wenig..Komischerweise trinkt sie nachts recht zügig, kommt aber auch da alle 1,5 bis 2 Stunden.

Ich habe (auch zusammen mit meiner Hebamme) vieles ausprobiert, meine Milch zu steigern, da ich gedacht habe, es sei zu wenig. Viel Malzbier- und Kaffee getrunken, Milchbildungstee, habe abgepumpt.. Gestern kam ich auf 30 ml beim Abpumpen, heute auf 70 ml, aber so langsam bin ich genervt, mir tut der Busen weh und mir fällt auf, das ich seit gestern immer schneller zum Fläschen greife und sie gestern und heute bereits Mittags schon eins bekam.

Ich hoffe, Ihr stempelt mich nicht als Rabenmutter ab, denn so fühle ich mich im Moment. Mein Freund und auch mein Umfeld sagt mir, ich soll doch einfach zum Fläschen übergehen und zur Ruhe kommen und ich denke, ich bin auch soweit, es zu tun.

Mein Problem ist nur, dass ich ein solch schlechtes Gewissen habe und mich nicht überwinden kann, es endlich zu tun. Ich weiß noch nicht einmal genau, warum ich mich so mies fühle. Ich denke, für uns beide wird es entspannend sein, sie wird richtig satt und ich hab nicht mehr diesen Stress, der mehr emotional ist, als tatsächlich. Bei einer Flasche weiß ich genau, was und wieviel sie getrunken hat. Aber irgendwie hab ich das Gefühl, ihr etwas zu nehmen. Und das obwohl sie wenn sie schon lange gezappelt hat an der Brust mit zwischendurch einschlafen, die Flasche gut austrinkt.

Dazu kommt, dass mein Freund Fernfahrer ist und ich unter der Woche mit der Kleinen alleine bin ud mir fehlt einfach der Austausch oder jemand, der mich unterstützt und mir den Rücken stärkt und sagt, es ist gut so.

Wie habt ihr das denn gemacht? Habt ihr sofort konsequent keine Brust mehr gegeben? Oder Stück für Stück die Mahlzeit ersetzt (sofern man bei uns davon sprechen kann) und wie haben Eure Kleinen reagiert?

Dazu kommt, dass ich sie oft zum einschlafen gestillt habe. Jetzt habe ich natürlich Sorge, das sie Einschlafprobleme bekommt..einen Schnuller nimmt sie nur sehr selten..

Sorry für den langen Text.. hat mal gut getan, das runter zu schreiben..Ich hoffe auf ein paar Tips, oder viell das mir jemand die Angst nehmen kann abzustillen, denn so kann es ja nicht weiter gehen..

Danke schön
Trulla

Re: schlechtes Gewissen wegen abstillen..(achtung lang

Antwort von Luzy07 - 14.04.2008

Hallo!

Erstmal herzlichen Glückwunsch zur Tochter, darf man doch noch sagen oder?

Also:
Bei mir war es ähnlich, ich hatte eine schwere Geburt und war die ersten Tage einfach zu viel mit mir selbst beschäfftigt (Schmerzen, Depressionen usw.) also hab ich das Anlegen sehr vernachlässigt, meine Kleine war auch sehr geschafft, so kam sie nur alle 4 Stunden, leider war das Resultat, dass ich 6. Tag immer noch keine Milch eingeschossen war! Nachdem Hannah dann 500g abgenommen hat, ich mit Selbstzweifeln und Wochenbettdepressionen (ich hatte auch Gedanken ich bin eine Rabenmutter) zu Hause lag, hab ich mich endlich dazu entschlossen zu zufüttern! Natürlich war das auch das Ende des Stillens, denn je weniger Bedarf um so weniger Milch...
Heute bin ich allerdings froh dass ich mich so entschieden habe, denn nach all dem Anfangsstreß hatten meine Kleine und ich die wunderschönsten ersten Wochen gemeinsam...
Ich war einfach entspannter, konnte auch mal meinen Mann ranlassen (du weißt was ich mein *ggg*), hab immer gewußt wann sie wieder Hunger hat, wieviel sie getrunken hat usw.
Das Einschlafen klappte nach ein paar Wochen auch super! Hab einfach abends immer das selbe Ritual gemacht, nämlich bißchen Babymassage, bißchen Kuscheln, Schlafi anziehen, das alles bei wenig Licht und danach gabs die letzte Flasche und wach ins Bett gelegt! Nach ein paar Wochen kam sie schon nur noch 1x nachts, mit 4 Monaten hat sie durchgeschlafen (bis jetzt sie ist 6,5 MOnate alt)!

Ich will dich natürlich nicht vom Stillen abbringen, oder dich überreden! Stillen ist das Beste für dein Kind, da gibts keine Disskusionen! Allerdings finde ich eine gestreßte Mutter auch nicht gut für ein Baby, also lieber eine entspannte Flaschenzeit, als eine gestreßte Stillzeit!
Du könntest sie ja tagsüber anlegen und abends und nachts Fläschchen geben, so hab ich es bis zum 4.Monat gemacht!

Hoffe ich konnte dich ein bißchen aufbauen! Hey, du bist keine Rabenmutter, du liebst deine Kleine denn sonst würdest du dir nicht so viele Gedanken machen, sondern einfach gleich Flasche geben!

LG Nina

Re: schlechtes Gewissen wegen abstillen..(achtung lang

Antwort von Felis - 14.04.2008

Wenn du weiter stillen willst, dann schreib deinen Beitrag mal drüben im Stillforum. Alles was du beschreibst klingt ganz normal für ein Stillbaby und mit ein bisschen gutem Rat und Aufklärung könntest du auf jeden Fall voll stillen.

Wenn du abstillen WILLST (mach dir diese Entscheidung ganz klar, willst du, oder willst du nicht?) dann hat es auch keinen Sinn, sich mit schlechtem Gewissen zu quälen. Heutzutage wird kaum noch gestillt, du bist damit absolut in der Mehrheit und kaum jemand hält heutzutage eine Flaschenmami für eine Rabenmutter.

Re: schlechtes Gewissen wegen abstillen..(achtung lang

Antwort von bekka-miles - 16.04.2008

Was ich schreibe ist auch ziemlich lang.
Nachdem 4 Tage nach der Geburt meiner ersten Tochter Rebekka meine Schwiegermutter gestorben ist, hatte ich kaum noch Milch und habe mich durch die ganze Abpump-Zufütter-Geschichte gequält, bis ich mich dann endgültig entschieden habe, abzustillen und meinem Kind die Flasche zu geben.
Am 22.3.08 ist dann meine zweite Tochter geboren und ich habe mir fest vorgenommen, diesmal ein halbes Jahr voll zu stillen. Damit habe ich mich so unter Stress gesetzt, dass ich wieder nicht genug Milch hatte und Janne stark abgenommen hat (unter den vertretbaren 10%). Also habe ich angefangen zuzufüttern und regelmäßig abgepumpt. Diese Situation hat mich total gestresst, ich war nur noch mit anlegen, abpumpen und zufüttern beschäftigt. Für meine ältere Tochter hatte ich überhaupt keine Zeit mehr und habe nur noch geheult. Also habe ich dann gemeinsam mit meinem Mann und der Hebamme entscheiden, nur noch die Flasche zu geben.
Ich weiß, dass Stillen das Beste fürs Kind ist, es ist natürlich auch viel praktischer und günstiger, als die Flasche zu geben. Aber ich bin der Meinung, dass eine Mutter, die nicht Stillen kann oder auch will, absolut von ihrer Umwelt respektiert werden sollte!!! Es ist ganz wichtig, dass man sich wohlfühlt und dass es einem gut geht, sonst geht es auch dem Kind nicht gut.
Ich habe bei meiner ersten Tochter oft erlebt, dass ich schief angeguckt worden bin, wenn ich das Fläschchen ausgepackt habe, und mir blöde Kommentare anhören musste. Da musst Du einfach drüberstehen. Wichtig ist, dass Du eine Entscheidung triffst, die für Dich richtig ist und dann mit einem dicken Fell über alle blöden Sprüche und Blicke hinweggehst.
Du bist auf keinen Fall eine Rabenmutter, wenn Du Dein Kind nicht stillst!!! Wenn Du es doch noch schaffst, das Stillen durchzuziehen, ist das super (nicht dass Du glaubst, ich wäre eine Stillgegnerin), wenn nicht, tust Du Deinem Kind auch nichts Böses an!
Ach ja, Rebekka ist jetzt knapp drei Jahre alt, ein tolles, pfiffiges, oft trotziges und kerngesundes Mädchen, das wir trotz Flasche und ohne Stillen wunderbar groß bekommen haben!!! Und Janne ist ein zufriedenes, sattes Baby, das fleißig wächst und zunimmt!

Re: schlechtes Gewissen wegen abstillen..(achtung lang

Antwort von Trulla76 - 14.04.2008

Hallo,

vielen Dank für Deine Antwort :-)Es tut gut zu hören, dass man nicht allein ist. Habe jetzt schon die Stillforen durchforstet, aber ich habe dort das Gefühl, das alle das Stillen so toll finden und mit Leichtigkeit alle Probleme meistern. Mit meiner Hebi kann ich auch nicht richtig darüber reden. Sie ist zwar ne ganz liebe und tolle Person, aber wie wahrscheinlich alle Hebammen Stillfreundin.

Ich denke, ich werde es mir zu Herzen nehmen, was Du geschrieben hast. Natürlich ist Muttermilch das Beste, aber nicht um jeden Preis. Ich denke, eine entspannte Mama ist auch Gold wert.. und kuscheln kann ich ja bestimmt mit Fläschchen auch..

Jetzt muss ich nur noch das schlechte Gewissen beiseite schieben..

Ich danke Dir!!!!

Gruss Trulla

du schreibst meine geschichte Trulla :-)

Antwort von Mieze86 - 14.04.2008

hihi hat sich teilweise grad so angehört als würdest du meine Geschichte schreiben nur bei mir wars so das ich solche schmerzen beim stillen hatte das man mir schmerztabletten geben wollte um stillen zu können (bin ich doof??)
Mein kleiner mann hat dann auch gemerkt wenn man reinbeißt kommt auch was man muss sich nicht anstrengen und saugen.
Du hast glück dein umfeld versteht dich ich hatte mords streß mit meiner ma, schwimu schwägerin nachbarin usw. die sagten alle wenn ich nicht mal stillen kann bin ich auch nicht bereit für ein kind
Dabei ist unser Quirin ein absolutes wunschkind und stillen hat doch nix damit zu tun oder???
Jetzt (er ist 6 Monate) denk ich gern an die Zeit als ich noch gestillt habe denn man hat einfach ein total inniges Verhältnis zu seinem kind.
Zum Ausgleich kuscheln wir jetzt verstärkt ;-) würd ich ja so auch machen!!!!
LG Jenni

Re: du schreibst meine geschichte Trulla :-)

Antwort von ISA83 - 14.04.2008

lieber ein glückliches flaschenkind als ein unglückliches stillkind!

mir ist es ähnlich ergangen, hatte auch ein schlechtes gewissen, aber als ich gesehen habe das mein sohn und auch ich besser zuur ruhe gekommen sind war das schnell vergessen! sicher ist stillen das beste aber nicht wenn alle drunter leiden, ich hatte auch keine nerven mehr weil wir auch ne schwere geburt hatten da kam eins zum anderen.

Re: ich sage dazu:

Antwort von nani82 - 14.04.2008

schlechtes gewissen brauchst du nicht zu haben!!! lieber glücklich die flasche geben als unglücklich stillen!!! da hat keiner was von!! ich habe schon im kkh gemerkt das stillen für mich nix ist und bin da zum glück auf sehr nette schwestern gestossen, die das sofort angenommen haben!! also gabs vom 3. tag an die flasche und ich muss dir sagen: wir waren so enspannt als für mich die entscheidung durch war!!
für mich war klar das ich das richtige getan habe als mein süsser nach der ersten flasche mit nem fetten grinsen auf dem gesicht eingeschlafen ist!!
lg nina

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