Frage: Verarbeitung von Trauer

Guten Tag! Ich habe eine Frage bezüglich Verarbeitung von Trauer bei einem 2 1/2 jährigem Kind. Der Schwiegervater meiner Nichte ist vor 3 Wochen verstorben. Ihre kleine Tochter malt sehr gerne und benutzt in letzter Zeit sehr oft die Farbe schwarz, was sie bisher nie tat.Man kann natürlich noch nicht erkennen was sie malt, nur flächenhaft, aber eben öfters auch in schwarz.Meine Nichte meint,daß sie unter dem Verlust ihres Opa`s leidet und ihre Trauer mit dem Malen ausdrückt. Meine Frage:kann denn ein so kl. Kind seine Gefühle schon durch Malen ausdrücken bzw. wie kann es wissen, daß die Farbe schwarz Trauer bedeutet.Sie wirkt sonst nicht verändert (aggressiv oder weinerlich). Sie waren mit d. Kleinem beim Sarg des Opas, haben ihr alles erklärt und sie war auch mit beim Begräbnis. Ist das nicht etwas zuviel?Ich dachte immer,es reicht,wenn man nur d. Fragen des Kindes beantwortet(z.B. Opa ist gestorben u. ist jetzt im Himmel) u.nicht von vornherein alles genau erklärt. MfG Brigitte

Mitglied inaktiv - 10.01.2005, 20:00



Antwort auf: Verarbeitung von Trauer

Hallo, das ist eine weit gefaßte Frage, wie man bei einem Kleinkind mit Trauerfällen in der Familie umgeht. Wir können sie hier nicht erschöpfend besprechen. Aber im Prinzip stimmt es, daß man nur soweit erklären muß, wie das Kind fragt. Daß die Farbe schwarz in unserer Kultur ein Symbol für Trauer ist, erleben die Kinder automatisch und kopieren es bei ihren spontanen Äußerungen, wozu auch das Kritzeln gehört. Dieses Herausspüren, was da vor sich geht, gelingt den Kindern rein intuitiv. Sie könnten ihre Reaktionsweisen dann nicht erklären, selbst wenn sie sprachlich dazu in der Lage wären. Viele Grüße

von Dr. med. Rüdiger Posth am 12.01.2005



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