Unsere Tochter erfindet Krankheiten, um nicht in die Kita zu müssen

Dr. med. Rüdiger Posth Frage an Dr. med. Rüdiger Posth Facharzt für Kinderheilkunde, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut

Frage: Unsere Tochter erfindet Krankheiten, um nicht in die Kita zu müssen

Hallo Herr Dr. Posth! Unsere Tochter wird im April 4 und macht geht seit 1 1/4 Jahren in die Kita. Seit ca. 4 Wochen haben wir große Probleme. Sie macht schon am Vortag Theater, weil sie am nächsten Tag nicht in die Kita will. Sie erfindet Krankheiten ("mir geht´s sooo schlecht, ich hab Bauchweh, Kopfweh, Zahnweh, Durchfall...") nur damit sie zu Hause bleiben kann. Wenn sie zu Bett geht macht sie bis zu 2 Stunden Theater, jammert, wirft Sachen in ihrem Zimmer rum u.ä. Gestern versuchte sie zu erbrechen ("ich hab gespuckt, ich kann nicht in die Kita"). Meistens wacht sie nachts auf und macht richtig Streß mit lautem Geschrei. Es wirken keinerlei Beruhigungsversuche, da wird alles noch schlimmer. Sie sagt, sie möchte alleine zu Hause sein, sie möchte keine Kinder zum Geburtstag einladen, sie will nicht mit den Kindern spielen, sie will gar nichts mehr. Es hat sich in der Kita und zu Hause nichts verändert. In der Kita gibt man sich große Mühe mit ihr. Wie sollen wir damit umgehen?

Mitglied inaktiv - 27.02.2006, 20:23



Antwort auf: Unsere Tochter erfindet Krankheiten, um nicht in die Kita zu müssen

Hallo, das kann nicht sein, daß in der Kita alles wie gewohnt abläuft, es sei denn, Ihre Tochter wollte schon lange nicht mehr dorthin, und Sie haben es nicht registriert. Im ersten Schritt sollten Sie also ein eingehendes Gespräch mit den Erzieherinnen führen und dabei kritisch hinterfragen, was aktuell oder schon länger anders geworden ist oder verdeckt geschehen könnte. Es könnte mit "mobbing" unter Kindern zu tun haben, es könnte ein Ausgrenzen aus der Gruppe sein, es könnte Übergriffe gegeben haben usw. Wenn ein Kind derart klar zu erkennen gibt, daß es nicht in die Kita gehen möchte, dann steckt auch etwas dahinter. Viele Kinder trauen sich aber nicht zu sagen, was es ist, oder stehen unter Druck, es nicht auszuplaudern. Gewähren Sie Ihrer Tochter auch einmal die Gunst, zu Hause bleiben zu dürfen, wenn Sie es sich leisten können. Besprechen Sie dabei klar mit ihr, wielange diese Gunst bestehen bleiben kann. Viele Grüße

von Dr. med. Rüdiger Posth am 01.03.2006



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