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@ jake94

Frage von spiky73 - 15.10.2010

hallo,

du hattest mir wegen dem "blümchen- und schnörkellook" weiter unten noch was geschrieben, ich antworte jetzt mal hier oben, der fred ist schon nach unten gerutscht und ich bin zu faul, jetzt da rum zu scrollen...

aber irgendwie hatte ich den eindruck, entweder haben wir beide ein völlig konträres verständnis von "gemütlichkeit", oder du hast mich falsch verstanden...

ich habe durchaus nichts gegen schnörkel oder blumen (aber ich stehe eher auf die typischen prilblumen der 70er), zumindest dort, wo sie auch hingehören und auch authentisch wirken. zu einem jugendstilschrank z.b. gehören eben die floralen verzierungen, auch das art déco hat verzierungen gekannt. und ich mag beide stilrichtungen - jede für sich - sehr gerne.

auch denke ich nicht, dass das skandinavische design "kalt" ist. in letzter zeit habe ich mein herz für die teakmöbel der 60er entdeckt. auch wenn die formgebung schlicht und geradlinig ist, sind die möbel doch durch ihren schönen rotbraunton schon "warm".

reduzierte formensprache kann durchaus organisch sein. was eine wohnung gemütlich und "lebendig" macht, sind doch die sichtbaren zeichen dafür, dass darin auch gewohnt und gelebt wird. und eine schlichte einrichtung wird eben auch durch die verwendeten materialien und deren strukturen "warm": naturmaterialien wie holz, wolle, leinen, leder wirken doch per se schon gemütlich, auch eine backsteinwand (oder generell steine, die nicht geglättet und poliert sind) finde ich warm und einladend. ach ja, und die zimmerpflanzen nicht zu vergessen!

meine no-gos sind (und vielleicht ist es das, was du mit diesem typischen "arztpraxen-charme" meinst) die wohnsünden der 80er: schwarz-weiss, viel zu viel neon, dazu kalte farten, neonfarben, viel chrom, kunstleder und die billig-wohnwand von möbel fundgrube in schwarz-lila, oder weisse ledermöbel. und dazu die unvermeidliche yucca-palme *ächz*
mir käme z.b. niemals nicht ein stahlrohrstuhl von marcel breuer oder diese furchtbare blau-rote trümmer von gerrit rietveld ins haus. auch wenn das heute schon design-klassiker sind.

was mir dann im gegenzug sehr gut gefällt (ebenfalls ein klassiker), ist der lounge chair von charles eames. der lädt doch schon richtig zum reinkuscheln und ausruhen oder lesen aus, auch ganz ohne schnörkel... aber der wird wohl ewig ein traum für mich bleiben...

liebe grüsse,
martina...

Re: @ jake94

Antwort von jake94 - 18.10.2010

Hallo,

na ja, wenn ich so lese, was Dir gefällt, bin ich ja beruhigt - ich hatte tatsächlich die von Dir beschriebenen Wohnsünden vor Augen oder schlimmer noch, die 08/15 Buche-Furnier Wohnwand mit Microfaser 2er, 3er Couch und Sessel...
Nein, was Dir gefällt ist natürlich (und das im wahrsten Sinne des Wortes) schön und wirkt schon allein durch die Materialien. Freunde von uns sind so eingerichtet - ER ist angehender Architekt und alles schnörkelhafte ist ihm ein Graus, trotzdem fühle ich mich da recht wohl!

Wir kombinieren übrigens gerne alt mit neu. Ich mag es, wenn z.B. in einer alten, umgebauten Bauernkate mit sichtbarem Gebälk das eine oder andere Edelstahl-Designer-Stück steht, oder umgekehrt in einer sehr modernen Villa ein alter Buffet-Schrank oder in einer ultramodernen Hochglanzküche ein riesiger, alter, massiver Holzesstisch noch seinen Dienst tut. Ich finde die Kontraste schön! Außerdem gefallen mir auch grobe Materialien wie Leinen, Rattan, Holz (gerne schon abgenutzt oder noch sägerau), aber man muß da aufpassen, mit was man es kombiniert, damit es nicht - tja, wie soll ich sagen - zu ökohaft aussieht...

LG
Kerstin

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