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Beitrag aus dem Forum Babypflege Elternforum

Bin total verzweifelt!!!!!!

Frage von sandyman - 12.01.2005

Hallo an alle!!

Mein kleines Mädchen ist jetzt 6 wochen alt. Ich mache täglich am abend mit ihr ein Ritual bevor sie schlafen geht. Nackt strampeln, jeden 2ten Tag baden, dann Babymassage, Fläschchen Bäuerchen machen und ins Elternschlafzimmer im Stubenwagen. So nun fängt das Problem an. Kaum leg ich sie in ihr Bettchen, braucht sie sofert den Schnuller. Ich streichle sie dann noch ein bisschen und mache dämmeriges Licht, danach gehe ich wieder. Nach ein paar Sekungen geht das Geschrei los. Ich warte ein paar Minuten und gehe wieder zu ihr, Schnuller rein, streicheln, am Bettchen sitzen und wieder raus. Das dauert aber oft stundenlang und es treibt mich zum Wahnsinn!!! Ich werde dann wirklich wütend und zornig und muss gestehen, dass ich sie dann auch schimpfe, natürlich vollkommen sinnlos, aber meine Nerven liegen völlig blank wenn sie bis 1 Uhr morgens noch nicht eingeschlafen ist.
Ich gehe sehr oft mir ihr spazieren kaum ist sie in den Kinderwagen gepakt oder fährt mit dem Auto, schläft sie sofort ein. Heute bin ich nicht spazieren gegangen und sie hat am nachmittag fast überhaupt nicht geschlafen.
abends dann wieder für zwei Stunden dasselbe Theater!!! Ich habe sie ein wenig schreien lassen, sie wird dabei dann richtig hysterisch wenn es länger wie 5 Minuten dauert!!!!!!
Ic habe sie dann ganz fest in eine Decke gewickelt, so dass sie sich nicht rühren kann wie im Kinderwagen, zuerst hat sie ganz hysterisch gebrüllt, aber dann war sie auf einmal komplett ruhig und sie schläft nun seit 1,5 Stunden so. Nun habe ich aber angst dass ihr zu heiss werden könnte. Glaubt ihr dass das des Rätsels Lösung sein könnte, dass sie einfach das Gefühl der Enge wie in der Gebärmutter braucht.
Bitte berichtet mir, wie das bei euch ist und was man noch tun kann???????
Wenn das noch länger so geht werd ich noch verrückt!! Fühl mich auch wenn ich mit ihr schimpfe wie eine Rabenmutter, weil ich keine Geduld mehr habe.

Liebe Grüsse von Sandra

Re: Bin total verzweifelt!!!!!!

Antwort von sunshine23 - 12.01.2005

hi, das problem hab ich auch gehabt, das was da am besten bei mir geholfen hat, is kuscheln, weil das baby, nach nähe sucht, kuschle solang mit ihm bist du merkst das es müde wird, und wenn es dann langsam einschläft leg es ins bettchen, so hat es bei mir die erste tzeit auch geklappt, und nach und nach geht es jetzt nach der letzten flasche um 8 ins bett, ohne viel gemecker, warte einfach und gib deinem baby zeit und nähe.liebe grüße jessi und leon11.09.2004

Re: Bin total verzweifelt!!!!!!

Antwort von schulze.aurich - 12.01.2005

hallo
Es kann sein das sie die enge braucht. Du könntest sie auch noch von einer Heilpraktikerin untersuchen lassen wegen dem KISS Syndrom (Halswirbelfehlstellung). Meine Kleine hatte es und war auch andauernd am schreien.

MFG Bianca

Ruhe bewahren und Geduld haben

Antwort von ayshe - 13.01.2005

Liebe Sandra,

Dein Baby ist doch noch sooooo klein.

Ich denke auch, daß die Kleine Angst hat, die Geburt und die ganze Welt erst verkraften muß.
Sie ist doch plötzlich draußen und ganz allein, versteht nichts mehr.
Und wenn dann der Körperkontakt abbricht, kommt die Panik.
Sie wissen nicht, daß im Dunkeln trotzdem noch alles da ist, auch Mami usw.
Sie braucht die Nähe.

Meine Tochter schläft mit 9 Monaten noch auf oder im Arm ein.
Ich finde das okay.

Man muß auch an seiner Geduld arbeiten.
Schreien lassen verstehen sie nicht und es hilft niemandem - im Gegenteil.


LG
Ayshe

Re: Dein Kind sicher auch....

Antwort von stillmama - 13.01.2005

Hallo,

unser Sohn ist 22 Monate jung und schlafen war natürlich schon immer ein Thema, er schläft sehr wenig. Ich bin immer 2x am Tag mit dem Kinderwagen raus, damit er überhaupt am Tag schläft. Damals wusste ich noch nicht, dass es besser gewesen wäre, ihn ganz viel im Tragetuch zu haben (hatte ich nur manchmal).

Sorry wenn ich so direkt bin, aber ich finde es schlimm, wenn so ein kleines Baby sich in den Schlaf quälen und schreien muss. Alle Babies wollen Nähe, Mama spüren und nicht in Todesangst alleine sein. Die Kleine weiß ja nicht, dass Du nur aus dem Zimmer bist. Warum bleibst Du nicht bei ihr, bis sie eingeschlafen ist? Die Bindung in den ersten Wochen, Monaten und Jahren ist so wichtig für das ganze Leben.
Das mache ich heute noch (Händchen haltend). Bis 11 Monate hab ich zum einschlafen gestillt, mittags schlief er auf dem Arm ein. Eine zeitlang ist er sogar alleine eingeschlafen - ohne Weinen, weil er es so wollte.

Hab Geduld mit Dir und der Kleinen, ihr findet gemeinsam bestimmt einen Weg.

Gruß stillmama

Re: Bin total verzweifelt!!!!!!

Antwort von sandyman - 13.01.2005

Hallo an alle!!

Habe ja geschrieben, dass ich die kleine Viktoria fest in eine Decke gewickelt habe und sie war sofort ruhig und hat wirklich 8 Stunden durchgeschlafen. Heute hat sie wieder zu schreien angefangen und nach dem einwickeln in die Decke war sie wieder ruhig und ist eingeschlafen. Am Morgen habe ich sie dann bei uns im Bett weiterschlafen lassen. Wenn sie dann in meinem Arm liegt huscht ein lächeln über ihren Mund . Danke für Eure Antworten. Werde auch einen Babymassagekurs besuchen. Massiere jetzt nach eigenem Gefühl!!!!

LG von Sandra

Re: Bin total verzweifelt!!!!!!

Antwort von DieHanna - 18.01.2005

Das Verhalten deiner Tochter ist meines Erachten ganz normal.
Mit ca. 6 Wochen macht sie einen Wachtumsschub durch, der schonmal viel von ihr verlangt.
In der Zeit braucht sie dann besonders viel Mama!
Babys sind NICHT dazu ausgelegt von der Mama über längere Zeit getrennt zu sein. Und sie können es auch nicht verstehen, das sie in ihrem bett sicher wären.

Mein tipp:
kauf dir ein tragetuch. pack dein baby da rein. dein kind hat die nähe die es braucht, kann schlafen und du hast ruhe und kannst etwas machen und mußt nicht stundenlang neben deinem kind sitzen. außerdem sind die kind viel entspannter, wenn sie viel und oft mit mama kuscheln können (was sie im Tragetuch ja machen).
lg
hanna

Re: Bin total verzweifelt!!!!!!

Antwort von Tanja & Hannah - 13.01.2005

Hallo,

das ist auch ganz normal, die Kleinen müssen ja auch erst einen Rythmus lernen. Lena ist jetzt 13 Wochen alt und auch wir haben am Anfang bis vor ca 4 Wochen jede Nacht mit ihr rumgeschleppt. Manchmal sogar bis um 3 Uhr und ich war fertig, oft habe ich sie bei mir schlafen lassen, was aber auch nicht erholsam war. Jetzt wird es immer besser. Um 20 Uhr bekommt sie die letzte Flasche, dann noch spielen und kuscheln, Schlafsack an und dann weiß sie das Schlafenszeit gekommen ist, dunkles Zimmer und dann legen wir sie hin und um spätestens 22 Uhr schläft sie dann bis zum nächsten Morgen um 7 Uhr.

Hab Geduld, das wird alles schon und wenn Du schimpfst und böse bist und vor allem kaputt, dann merkt sie Deine Stimmung auch und kommt erst Recht nicht zur Ruhe. Versuche Ruhig zu bleiben und bald wird alles besser, die erste Zeit ist immer schwer und anstrengend.

Liebe Grüße
Tanja & Hannah 3 & Lena 13 Wochen

@Bianca

Antwort von aextertal - 13.01.2005

Hallo Bianca!

Was hatt´n das mit dem KISS-Syndrom zu tun?

Neben der Tatsache, dass es sich dabei um ein sehr zweifelhaftes Krankheitsbild handelt, sollte man, wenn man begründete Verdachtsmomente eines Skelettschadens hegt, schon gar nicht zum Heilpraktiker, sondern zum Arzt!

Hallo Sandra!

Du kannst Dein Baby nicht verwöhnen, nur zu wenig Zuneigung zeigen! Auch wenn viele Omas und Bekannte der Meinung sind. Ein Säugling in dem Alter hat Todes-Ängste und die sind echt. Ängste, die Mutter zu verlieren, auf die es angewiesen ist. Trage Dein Baby am besten in den Schlaf und sieh es mal so. Je mehr Zuneigung es jetzt bekommt, desto eher wird es loslassen und nicht mehr stetig um Deine Nähe bitten. Das spart Dir Zeit und Euch beiden eine Menge Stress.

Alles Gute

Re: @Bianca

Antwort von schulze.aurich - 13.01.2005

Hallo
Es ist kein Skelettschaden sondern ein Halswirbel der nicht da sitzt wo er hin gehört. Wie bei Erwachsenen es auch passieren kann.
Meiner Tochter hat die Heilpraktikerin sehr geholfen ein Kinderarzt kann es nicht sehen.
Brauchst nicht gleich so fuchtig werden.

Re: @Bianca (Presse)

Antwort von aextertal - 13.01.2005

Hallo Bianca,

ich bin nicht fuchtig, schon gar nicht Dir gegenüber. Sorry, wenn es so rüber gekommen sein sollte.

Aber das KISS-Syndrom ist bis heute noch keine anerkannte Krankheit. Mich ärgert an der Sache nur, das alles sofort immer auf KISS geschoben wird.

Sabbert das Kind, könnte es Kiss sein. Schreit das Kind, ist es Kiss. Sind es die Dreimonatkoliken, ist ganz bestimmt Kiss. Von der "Schokoladenseite" ganz zu schweigen handelt es sich bei den Kindern, die das Krabbeln übergehen, ganz sicher um das Kiss-Syndrom.

Ich finde es ganz geschickt gemacht, denn jede Mutter, die die Internetseiten von Dr. Biedermann besucht, wird dort ganz bestimmt ihr "krankes" Kind erkennen und sich "endlich" verstanden fühlen.

Liebe Bianca,

im Sinne Deines Kindes, lies bitte nochmal folgende Zeilen, die ich Dir im Folgenden hier rein kopiert habe.

*******************************************

Bericht aus der Zeitung "Die Zeit" von 35/2000

M E D I Z I N

Endlich richtig krank
Das KiSS-Syndrom - Oder wie Ärzte aus gesunden Kindern zahlende Patienten
machen

Von Jan Schweitzer

Bei einer Routineuntersuchung sagte der Arzt der Mutter, dass mit ihrer Tochter etwas
nicht stimme. Symptome zeige das Kind zwar keine. Aber später, da drohe Ungemach.
Der Mediziner prophezeite der vierjährigen Sabine eine schwierige Zukunft:
Konzentrationsstörungen würden das Kind beeinträchtigen, ein Zappelphilipp werde es,
Probleme in der Schule seien die fast zwangsläufige Folge - wenn man nicht schon jetzt
etwas gegen das Problem mit dem Namen KiSS unternehme.

So wurde aus dem bis dahin gesunden Mädchen für die nächsten Monate eine
Dauerpatientin in der Orthopädiepraxis einer Kleinstadt nahe Hamburg. "Bevor man
etwas falsch macht, folgt man besser dem Rat des Arztes", sagte sich die verunsicherte
Mutter. Langweilen musste sich Sabine beim Arzt nicht, ihr kleiner Bruder Stefan
begleitete sie. Denn obwohl auch er der Mutter völlig gesund schien, hatte der Arzt
ebenfalls das KiSS-Syndrom diagnostiziert.

KiSS ist die Abkürzung für Kopfgelenk-induzierte Symmetrie-Störungen. Weil ihr
Kopfgelenk blockiert sein soll, liegen die betroffenen Kinder mit etwas gebogenem
Rücken im Bett. Oder sie drehen ihren Kopf nur zu einer Seite. Glaubt man den
KiSS-Ärzten, dann hat die für Unkundige harmlos aussehende Schiefhaltung fatale
Folgen: Sie machen das Syndrom für Schlafstörungen, Fieberschübe und Hyperaktivität
verantwortlich. Bei bis zu 90 Prozent der Kinder mit chronischem, dauerhaftem
Kopfschmerz ist KiSS die Ursache, schätzt Lutz Erik Koch, Allgemeinmediziner und
KiSS-Therapeut aus Eckernförde in Schleswig-Holstein.

Derart eindeutig ist die Diagnose aber längst nicht für alle Fachleute. KiSS hat vielmehr
einen heftigen Medizinerstreit ausgelöst. Auf der einen Seite stehen die Verfechter des
KiSS-Syndroms, zumeist Einzelkämpfer aus den Reihen der niedergelassenen Ärzte. Auf
der anderen Seite behaupten Experten an Universitäten und Kinderzentren, dass es
KiSS gar nicht gibt. Immer wieder fordern sie Beweise und Belege. "Man darf nicht über
Jahre etwas propagieren, ohne in dieser Zeit Studien vorzulegen", kritisiert Dieter Karch,
ärztlicher Leiter der Klinik für Kinderneurologie und Sozialpädiatrie in Maulbronn. Der
Chef der Universitäts-Kinderorthopädie in Heidelberg, Claus Carstens, bezeichnet KiSS
gar als "puren Humbug" und spricht von Behauptungen, "die durch nichts belegt sind.
KiSS hält einer wissenschaftlichen Prüfung nicht stand."

Trotz aller Zweifel beharren viele Eltern darauf, ihre Kinder seien KiSS-krank. Der Befund
ist Balsam auf ihre Seelen, vermutet der Bielefelder Jugendforscher Klaus Hurrelmann:
Die handfeste medizinische Diagnose "entlastet die Eltern unheimlich". Macht der Balg
Schwierigkeiten, dann gibt es für die Probleme endlich einen wissenschaftlichen Namen.
Die Erziehung kann ja nicht schuld sein, wenn das Kind eine Krankheit wie Masern oder
Röteln hat.

Der "Erfinder" von KiSS ist gebürtiger Schwabe. Seine Privatpraxis in Dortmund ist gut
besucht. Heiner Biedermann hat schon Tausende von KiSS-Kindern mit seiner speziellen
manuellen Chirotherapie behandelt: Mit einem Finger drückt er den kleinen Patienten
sanft auf einen bestimmten Punkt im Nacken. Auf welche Weise die Behandlung im
Körper wirken soll, kann der Meister genauso wenig erklären wie alle seine Jünger. "Man
sollte sehr zurückhaltend sein mit großen Erklärungen", schreibt Biedermann in seinem
gut verkauften Buch KiSS-Kinder. Selbst nach zehn Jahren eiern die KiSS-Therapeuten
durchs medizinische Wörterbuch, wenn sie das Rätsel KiSS zu erklären versuchen. Vage
spricht Biedermanns Mitstreiter Koch von "Wahrnehmungsrezeptoren" im Nacken, von
"falschen Informationen, die dort reingehen und damit auch die Gehirnfunktion
beeinflussen". Deutlicher wird er erst, als er den Auslöser des Schiefhaltesyndroms
benennen soll: die Geburt. "Kein Tier, bis auf eine Affenart, muss eine so schlimme
Geburt hinter sich bringen", sagt Koch. Die natürliche Entbindung, bei der das Kind sich
mit allerlei Verrenkungen durch den Geburtskanal zwängen muss, seien der Auslöser
des Übels. Und auch die Gene seien schuld, sagt Koch. Oft beobachte er die gleichen
Fehlhaltungen bei Vater und Sohn.

Persönliche Beobachtungen statt wissenschaftlicher Belege diktieren das Konzept der
KiSS-Verfechter. In einem Punkt aber sind sie sicher: Ihre Behandlung hat Erfolg. Der
Druck auf den Nacken der Kinder löse Blockierungen in der Wirbelsäule. 50 bis 100 Mark
verdienen die Ärzte an solch einer Behandlung. Das sind Kosten, die die Krankenkassen
meist nicht übernehmen, die sich nach Ansicht der KiSS-Therapeuten aber lohnen: Häufig
stelle sich schließlich bereits einige Tage später eine Besserung ein. Die Babys liegen auf
einmal gerade in ihrem Bettchen, sie schauen nicht mehr nur zu einer Seite. Plötzlich
haben die Mütter keine Probleme mehr beim Stillen. Kinder, die Nächte zuvor ohne
Pause weinten, schlafen nun friedlich, ohne einmal aufzumucken.

Und die Heilung soll anhalten. Das vom KiSS-Syndrom befreite Kind kann sich normal
entwickeln: keine Angst mehr vor einem hyperaktiven Rabauken, keine Panik angesichts
zukünftiger Störenfriede. Es gibt kaum ein Kinderleiden, das KiSS-Therapeuten nicht zu
kurieren versprechen, die Palette der Verheißungen wird jährlich größer.

Forsch reden sie auch über Zahlen. Koch schätzt zehn Prozent aller Säuglinge als
"auffällig" ein. Übersetzt heißt das: Jedes zehnte Kind hat seiner Meinung nach das
Schiefhaltesyndrom. Mal mehr, mal weniger, mal gar nicht sichtbar - und natürlich immer
nur vom erfahrenen KiSS-Spezialisten behandelbar.

Die medizinischen Gegner solcher Methoden hingegen meinen, es gebe bei KiSS gar
nichts zu behandeln. Der Heidelberger Kinderorthopäde Carstens sagt, die meisten
Schiefhaltesymptome verschwänden durch "intensives Abwarten". Dem stimmt auch der
Freiburger Kindernervenarzt Rudolf Korinthenberg zu: "Beidiesem so genannten
KiSS-Syndrom wird ein meist harmloses Symptom überbehandelt."

Ärztlicher Aktionismus kann gefährlich werden

Doch der Mediziner warnt davor, die KiSS-Therapie bloß als ärztlichen Aktionismus
abzutun. Gefährlich wird die Diagnose, wenn sie von ernsthaften Krankheiten wie
Tumoren oder Fehlbildungen ablenkt. "Ich habe die Sorge, dass nicht mehr nachgedacht
wird, wenn KiSS diagnostiziert wurde", sagt er. Die wirklich helfende Therapie würde
dann verzögert, meint auch Ralf Stücker, Leiter der Orthopädie am Kinderkrankenhaus
Altona in Hamburg.

Stücker selbst hat kürzlich ein Kind behandelt, dessen Gesundheit durch eine
KiSS-Therapie beinahe ruiniert worden wäre. Der kleine Patient hatte einen schiefen
Hals, konnte den Kopf nicht mehr richtig bewegen. Ein KiSS-Heiler hatte
"Kopfgelenk-induzierte Symmetrie-Störungen" diagnostiziert und das Kind mit manueller
Therapie bearbeitet. Erst der Orthopäde Stücker entdeckte später die eigentliche
Ursache der Probleme: Die Halswirbel waren nicht fest miteinander verankert, die
Gelenkbänder locker.

Das Kind hatte Glück, dass es bei der manuellen Therapie nicht zu einer Verletzung mit
Querschnittslähmung kam. Rechtzeitig konnten die Hamburger Ärzte die Wirbelsäule
operieren und Schlimmeres verhindern. So warnt die Gesellschaft für Neuropädiatrie, die
Vereinigung der deutschen Kindernervenärzte, in einer Stellungnahme zur manuellen
Therapie bei KiSS denn auch vor "Manipulationen im Halswirbelsäulen-Bereich".

Davon lassen sich die KiSS-Therapeuten nicht beirren. Das Drücken im Genickbereich soll
sogar die so genannte Aufmerksamkeits-Hyperaktivitäts-Störung (ADHD) vereiteln. Damit
versprechen sie, etwas zu verhindern, das wahrscheinlich niemals entsteht. Denn die
angeblich so hohe Anzahl von ADHD-Kindern wird von vielen Experten ebenfalls
angezweifelt, jetzt erst wieder in einer amerikanischen Studie.

Genauso anfechtbar ist der angebliche Erfolg der KiSS-Therapeuten bei Schreikindern.
Die Münchner Psychiaterin Mechthild Papousek ist überzeugt, dass Blockierungen in der
Halswirbelsäule in den wenigsten Fällen schuld am ununterbrochenen Schreien der
Babys seien. Vielmehr sieht sie die Ursache oft bei den stark belasteten Müttern. Es
gebe alle möglichen Gründe, sagt die Leiterin der Münchner Sprechstunde für
Schreibabys, das KiSS-Syndrom aber sei nicht verantwortlich. Helfe die manuelle
Therapie, liege das meist an der "Suggestivwirkung", also am Placeboeffekt.

Der Freiburger Korinthenberg bezeichnet es als "Geschenk Gottes, wenn ein Arzt zu den
Eltern sagt: Macht euch mal keine Sorgen. Es ist das KiSS-Syndrom, und ich mach euch
das weg!" Kein Wunder, dass die KiSS-Ärzte regen Zulauf haben: Eltern, die zum
KiSS-Therapeuten Koch möchten, warten vier bis fünf Wochen auf einen Termin.

Vielleicht liegt das Problem gar nicht bei den Kindern, sondern bei den Eltern. Dass ein
Kind unruhig sei, hänge mitunter davon ab, "ob die Eltern es so erleben", sagt
Korinthenberg. Oft seien die Mütter und Väter schlicht vom gesellschaftlichen Druck
überfordert, dass aus ihrem Sprössling mal etwas werde. Da wird schon für das
Neugeborene Spielzeug nach den psychologisch richtigen Farben zusammengestellt, und
die Musik-CD fürs Kinderzimmer soll helfen, aus dem Nachwuchs einen angesehenen
Anwalt oder Architekten zu machen. Auf dem Weg zum Erfolg wird jede noch so kleine
Abweichung von der vermeintlichen Norm argwöhnisch beobachtet und als krankhaft
eingestuft.

KiSS-Therapeuten wie Biedermann oder Koch nehmen die Herausforderung gerne an.
Sollen sie einem zwei Monate alten Säugling, der sich und die Eltern mit seinem Gebrüll
quält, das segensreiche Handauflegen verwehren? "Eltern und Schreikindern ist es ein
geringer Trost, wenn der Kinderarzt ihnen sagt: Das hört in ein paar Wochen von selbst
auf", sagt Biedermann. Seine Devise lautet daher: Einfach mal loslegen, der Erfolg wird
einem schon Recht geben.

Auch der Orthopäde von Sabine und Stefan legte einfach mal los. Dabei hätte der
KiSS-Mediziner den nach Ansicht der Mutter "absolut unauffälligen" Kindern viele
überflüssige Arztbesuche ersparen können. Er hätte sich bloß an eine englische
Übersetzung des Begriffs KiSS halten sollen, die manch kritischer Kollege für
angemessener hält: Keep it Straight and Simple - frei übersetzt: Warum kompliziert, wenn's einfach geht!


Meine Damen ! :-)

Antwort von Schwoba-Papa - 13.01.2005

es geht hier doch nicht um die Bewertung des KISS-Syndroms, da darf sich jeder selbst seinen Reim drauf machen.

Es geht darum Optionen aufzuzeigen die Sandyman braucht. Wir waren z.B. 3x bei der Fußrefelxzonenmassage und unser Kind war danach wie verwandelt. Ich sage nun nicht das es bei anderen hilft, aber es wäre eine Möglichkeit, genauso wie ander Heilpraktische Maßnahmen.

Grüßle

Re: @aextertal

Antwort von schulze.aurich - 13.01.2005

Hallo
der Bericht ist soweit war viele lassen es sich einreden das ihr kind es hat. Ich war mit meiner Kleinen bei der Fußreflexzonenmassage weil ich dachte sie hätte starke Koliken die hat mir den Tip gegeben ´zur Heilpraktikerin zu gehen. Wir zwei waren zweimal hin und es ging ihr besser. Und alles ohne einrenken oder so. Ganz vorsichtig mit leichten druck und bewegung die Kleine hat dabei geschlafen weil es ihr gefallen hat.
Ist aber wie du geschrieben hast und da gebe ich dir recht nicht immer so. Aber nach gucken lassen kost nichts.

MFG Bianca

Aber wieso? Das ist doch ein Diskussions Forum ;-) o.T.

Antwort von aextertal - 13.01.2005

o.T.

Tip

Antwort von Schwoba-Papa - 14.01.2005

von Gräfe&Unzer (GU) gibt es ein gutes Babymassagebuch mit Anleitungsposter.

Grüßle

Re: Tip

Antwort von wurmi&david - 14.01.2005

noch ein bisschen senf. die babys mögen es "zu spüren wo sie aus sind" - klingt ziemlich doof, heisst aber einfach nur, dass sie aus dem mutterleib gewöhnt sind, immer irgendwo anzustossen. deshalb hilft es ihr wahrscheinlich, wenn du sie so einpackst. auch beim baden soll man zb das baby so halten, dass es mit den füsschen am rand ansteht. wir haben david am kopf immer ein tier hingestellt, damit er da was spürt. :o)

einschlafen ist immer ein grosses und schreien lassen oder nicht ist vieldiskutiert. meine erfharung dazu: mein zwerg ist 9,5 monate und ist lange beim stillen eingeschlafen. heute nehme ich ihn auf den arm und trage ihn herum. wenn er entsprechend müde ist, schläft er in 5 min. tief und fest und ich kann ihn ohne probleme in sein bett legen. und das ohne geschrei. mit dem papa klappt das genauso - für unseren zwerg ist es die richtige lösung.

lg andrea

Re: Tip

Antwort von Lillyamy - 14.01.2005

hallo
meine kleine jetzt 2 jahre alt(im septermber geboren) hatte selbst in der wohnung einen schneeanzug und mütze an :-) sie brauchte die wärme und enge um sich wohl zu fühlen heute ist sie ein glückliches kleines mädchen
liebe grüße lilly

Re: Tip

Antwort von Elke71 - 14.01.2005

Hi, also meiner ist jetzt 5 1/2 Wochen und ich finde es völlig normal, daß er abends sehr lange braucht bis er schläft. Meistens geht es bis halb eins, manchmal auch länger. Gestern hab ich mich total gefreut, als er um 11 Uhr eingeschlafen ist, dafür kommt er halt dann um 4 Uhr morgens wieder, weil er hunger hat. Die wenigsten Kinder schlafen doch mit 6 Wochen durch.
Viele Grüße
Elke

Re: Bin total verzweifelt!!!!!!

Antwort von biankahase - 23.01.2005

Hallo Sandra
das mit der Decke ist eine ziemlich gute Technik und nennt sich pucken.
Ich hatte mit Bennet das gleiche Problem und war froh als mein Mann irgendwo von diesem "einpacken" las.Der Kleine ist jetzt 5 Mon. und schläft immer noch so ein. Wenn du Angst wegen der Wärme hast lockere doch die Decke etwas wenn du später ins Bett gehst!!
alles Gute Bianka+Bennet

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