Impfschutz - auch für Oma und Opa

Impfschutz - auch für Oma und Opa
 

Während Babys und Kinder meist im Rahmen der regulären Vorsorge beim Kinderarzt einen bestmöglichen Impfschutz erhalten, wird oft vergessen, dass schwere Infektionskrankheiten auch vor Erwachsenen nicht Halt machen. Eine ganz besondere Bedeutung hat der Impfschutz der Großeltern.

Er ist aus zwei Gründen wichtig: Zum einen wird im Alter das Immunsystem schwächer. Im Falle einer Infektion steigt deshalb die Gefahr von schweren Komplikationen wie beispielsweise einer Lungenentzündung stark an. Zum anderen bedeutet ein aktiver Schutz der Großeltern gleichzeitig auch passiven Schutz für die Enkelkinder. Immer wieder kommt es nämlich vor, dass Erwachsene, die nicht geimpft sind, ein Baby anstecken, bevor es selber geimpft werden kann. Erfahren Sie im Folgenden die wichtigsten Fakten zum Thema Impfschutz für Oma und Opa.

Vorsorge ist wichtig - gerade für Großeltern!

Schon ab etwa 50 Jahren lassen die Abwehrkräfte langsam nach. Das Immunsystem ist im Alter nicht mehr so leistungsfähig wie früher und Krankheiten belasten den Körper mehr. Schon ein einfacher grippaler Infekt wird jetzt viel schneller zur Bronchitis oder sogar zur Lungenentzündung. Wichtig sind nun regelmäßige Checks beim Hausarzt, der im Rahmen einer Blutuntersuchung die Werte der für die Abwehr wichtigen Vitamine überprüfen kann. Sehr sinnvoll ist dabei auch eine Kontrolle des Impfstatus, denn viele gängige Impfungen halten nicht einfach ein Leben lang, sondern müssen wieder aufgefrischt werden. Neben der jährlichen Grippeimpfung und der Auffrischung des Impfschutzes gegen Diphtherie, Wundstarrkrampf und Keuchhusten ist für Senioren vor allem die Impfung gegen Pneumokokken wichtig. Gerade Pneumokokken-Bakterien sorgen immer wieder für schwere und sogar lebensgefährliche Infektionen bei älteren Menschen. Diese Impfung wird deshalb ab 60 Jahren von der STIKO für bis dahin nicht geimpfte Menschen ausdrücklich empfohlen.

Pneumokokken - Auslöser von Infektionskrankheiten

Pneumokokken können eine Vielzahl von Infektionskrankheiten auslösen. Gerade ältere Menschen sind dabei häufiger von schweren - sogenannten invasiven - Pneumokokken-Erkrankungen betroffen. Dazu gehört zum Beispiel Lungenentzündung, bei der die Pneumokokken auch im Blut nachgewiesen werden können, aber auch Hirnhautentzündung (Meningitis) oder Blutvergiftung (Sepsis).

Hier finden Sie weitere Informationen dazu, wie es bei älteren Menschen zu einer Lungenentzündung durch Pneumokokken kommen kann.

Wie steckt man sich mit Pneumokokken an?

Pneumokokken haben auch gesunde Menschen zeitweise im Mund-Rachen-Raum. Solange die Abwehrkräfte einwandfrei funktionieren, besteht normalerweise keine Gefahr. Ist das Immunsystem aber geschwächt, z.B. durch einen grippalen Infekt, können sie sich plötzlich im Körper vermehren und Infektionen auslösen. Ganz besonders gilt das für kleine Kinder und ältere Menschen, deren Abwehrkräfte noch nicht - oder eben nicht mehr - so stark sind. Im Gegensatz zu den Babys reicht bei Senioren schon eine einmalige Dosis für einen ausreichenden Impfschutz. Die Impfung wird von den Krankenkassen voll übernommen.

Impfung = passiver Schutz für Babys

Eine ganz besondere Bedeutung hat der Impfschutz der Großeltern indirekt auch für Babys. Neugeborene bringen zwar einen natürlichen Schutz gegen einige Krankheiten mit auf die Welt, den sogenannten Nestschutz, der ein Baby solange schützt, bis es selber geimpft werden kann. Leider gibt es aber einige Krankheiten, wo der Nestschutz nicht greift, allen voran Keuchhusten (Pertussis). So kommt es leider immer wieder vor, dass Erwachsene aus der nächsten Umgebung ein Baby in den ersten Tagen und Wochen nach der Geburt mit den hochansteckenden Keuchhusten-Bakterien infizieren.

Impfschutz vor Keuchhusten

Eine Keuchhusteninfektion ist für Neugeborene lebensbedrohlich. Leider können Babys aber erst im Alter von etwa 2 Monaten geimpft werden. Aus diesem Grund rät die STIKO zur vorsorglichen Impfung aller Personen, die im nahen Kontakt mit dem Baby stehen: In erster Linie sind das die Eltern und Geschwisterkinder, aber auch der Babysitter und natürlich die Großeltern. Der empfohlene Zeitpunkt für die Impfung liegt dabei mindestens vier Wochen VOR der Geburt des Enkelkindes!

Zuletzt überarbeitet: Januar 2017

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