Hebamme Stephanie Rex

Schlafen, Schnuller, Brust

Antwort von Hebamme Stephanie Rex

Frage:

Hallo Fr Rex,
Leider ist meine Hebamme keine Hilfe. Ich hoffe deswegen sie können mir einen Tipp geben
Unser Kleiner wird morgen 10 Wochen alt. Er hatte eine eher schwere Geburt, zeitweise waren die Werte sehr schlecht und dann lag er 6 Tage mit Streptokokken Infektion auf der Kinderstation.
Von Tag 1 ist er ein schlechter Schläfer, schreit exzessiv und beruhigt sich selber gar nicht. Natürlich kam vom KiArzt und von der Hebamme die Diagnose Regulationsstörung/ Schreibaby.
Mein Mann und ich versuchen wirklich alles damit er zur Ruhe kommt. Tragetuch, Osteopathin, Pucken, Automatische Wippe, Weißes Rauschen, Zappelin, Tages+ Abendroutine, Bedürfniss orientiertes Stillen, auf dem Pezziball Wippen...alles hilft bedingt, dann hat er "gecheckt" das es ihn zum Schlafen bringt und schon akzeptiert er es nicht mehr. Tagsüber schläft er oft insgesamt vielleicht 2-3 Stunden. Dazwischen schreit er viel und abends ist er dann so fix und fertig und kämpft oft trotzdem beim Stillen im Liegen noch eine Stunde mit der Brust und dem Schlaf. Er stemmt sich trotz Pucksack ab und zieht am Nippel damit er bloss nicht einschläft. Nachts wacht er meist 2-3 Mal auf, was ich voll okei finde, solange er so schwierig ist schläft er auch in unserem Bett denn würde ich ihn nach dem einschlafen berühren wäre er wieder wach. Nachts muss man ihn immer wieder packen und schaukeln da er so unruhig schläft und sich selber damit weckt. Schnuller verweigert er jegliche Form. Langsam bin ich mit meinem Latein am Ende. Übersehen wir etwas? Gibt es etwas was wir tun sollten? So wenig Schlaf kann doch auch nicht gesund für so ein kleines Wesen sein..
Wir wissen das wir abwarten müssen und sich wohl mit der Zeit alles gibt. Aber wir würden unserem Sohn und auch uns gerne helfen.

von sJohanna am 28.08.2021, 20:42 Uhr

 

Antwort auf:

Schlafen, Schnuller, Brust

Liebe sJohanna,

die Kinder brauchen tatsächlich einige Zeit um ihre Geburt zu verarbeiten. Bei einer normalen unkomplizierten Geburt sagt man, dass die Kinder bis zu sechs Wochen ihre Geburt verarbeiten. Nun schreibst du, dass ihr eine etwas schwere Geburt hattet auch sogar mit schlechten Werten und einem anschließenden Klinikaufenthalt.

Daher gehe ich davon aus, dass euer Sohn noch ein paar Wochen länger Zeit braucht um wirklich anzukommen.
Durch den Klinik Aufenthalt, wird er auch Berührungen kennen gelernt haben, die ihm nicht gut getan hat. Ich gehe davon aus, dass dein Sohn eine Infusion hatte und auch Antibiotika bekommen hat.

Sollte dein Sohn Antibiotika bekommen haben, hoffe ich, dass er auch einen Darmaufbau bekommen hat. Sollte dies nicht der Fall gewesen sein, so kannst du auf jeden Fall jetzt mit einem Darmaufbau beginnen.

Es gibt von der Firma Omni Biotic einen Darmaufbau extra für Kinder. Dieser heißt dann Panda und auch einen Darmaufbau Mittel Omni Biotic 10.

Dafür würde ich dir raten in eine Apotheke zu gehen und dich bezüglich der bei den Darmaufbau Möglichkeiten genauer beraten zu lassen. Grundsätzlich fängt man mit einem Darmaufbau erst einmal ganz langsam an und gibt diesen auf jeden Fall 14 Tage bis drei Wochen.
Antibiotika greift die Darmflora an, die bei den Kindern nach Geburt noch gar nicht aufgebaut ist. Also wird durch Antibiotika der Darmaufbau erschwert und kann somit zu Problemen der Verdauung und des Stuhlgangs führen.

Du kannst zum Beispiel jeden Abend dein Kind unter einer Wärmelampe massieren und mit Fenchel Kümmel Öl im Uhrzeigersinn den Bauch massieren. Dafür legst du dein Kind

Du schreibst, dass ihr schon bei einem Osteopaten in Behandlung seit.
Bei manchen Kindern ist noch ein zusätzlicher Besuch bei einem Kinder Orthopäden notwendig.
Orthopäden schauen eher ob es zu Blockaden gekommen ist, wodurch Kinder meistens eine Schon-Haltung einnehmen oder in gewissen Positionen nicht liegen können beziehungsweise nicht wollen.
Erkundige dich mal welcher Orthopäde in eurer Umgebung sich auf Kinder spezialisiert hat.

Ihr habt schon verschiedene Dinge ausprobiert, damit euer Sohn etwas besser schläft. Manchmal ist tatsächlich weniger mehr. Es reicht:
das Zimmer abdunkeln wenn er schlafen soll, das Bettchen vor wärmen bevor er ins Bett kommt, etwas leiser singen oder das Rauschen und natürlich ein ruhiges und ausgeglichenes sprechen der Eltern.

Ich kann verstehen, dass ihr euren Sohn am besten in eurem Bett haben möchtet. Meine Überlegung ist immer, ob ihr als Elternteil beide so auch in einen tiefen Schlaf kommen könnt. Die meisten Eltern schlafen eher oberflächlich wenn ihre Kinder mit im Ehe Bett schlafen. Ich würde euch tatsächlich dazu raten, euer Kind in sein eigenes bei Stellbettchen zu legen, damit Er auch sein Reich für sich hat und ihr mehr Platz und somit auch besser schlafen könnt.

Vielleicht funktioniert es sogar, in dem du ein benutz den Kissenbezug aus eurem Bett als Laken um seine Matratze legst. Somit riecht er genau das, was er in Eurem Eltern Bett gerochen hat. Im nächsten Schritt während er das Bettchen vor während er gestillt wird.
Somit kommt er von einem warmen Arm in einem warmes Bett und seinen Körper muss nicht mit dem Temperatur Unterschied zurecht kommen.

Du bleibst so lange bei deinem Sohn setzen oder legst dich fast daneben, bis er tief und fest eingeschlafen ist.
Zusätzlich kannst du ihm noch ein lauwarmes kleines Kirschkernkissen auf seinem Bauch legen. Dann sollte er Bauchschmerzen oder Magenkrämpfe haben, hilft die Wärme auch zu entspannen.

Auch wenn es jetzt sehr deutlich anhört, ich würde euch davon ab geraten, dein Sohn in eine automatische Wippe zu setzen. Die Kinder sind sehr schlau und können sich innerhalb von ein paar Tagen an gewisse Dinge. Euer Sohn soll er lernen, dass wenn er schläft, dass er in Ruhe schläft und nicht die ganze Zeit geschaukelt wird. Dies führt dazu, dass ihr ihn irgendwann nur noch 24 Stunden am Tag durch die Wohnung tragen werdet.

Ein weiterer Gedanke ist tatsächlich, ob dein Sohn wirklich satt wird. Dies kann ich natürlich aus der Ferne etwas schenken erteilen. Vielleicht kannst du deinen Sohn einmal pro Woche wiegen. Er sollte 100 g bis 150 g pro Woche zu nehmen.
Es gibt auch Mütter, die auf jeden Fall reichlich Milch haben, die aber eher wässrig aus sieht. Denn gerade wenn du gestresst bist, kommst du vielleicht nicht dazu am Tag vernünftig und auch reichlich zu essen. Dies wiederum spiegelt sich natürlich bei der nicht Zusammensetzung wieder.
Sollte die Milch eher etwas wässrig beziehungsweise wie Maike aussehen, ist sie zu dünn und dein Kind bekommt er mehr Wassergehalt als Nährstoffe. Sieht deine Milch aber aus wie Milch aus der Milchflasche, dann möchte dein Sohn auch nicht haben, die ihn satt macht.

Vielleicht kannst du dies mal überprüfen und wenn du magst kannst du dich dann gerne noch einmal melden.

Es gibt auch Zäpfchen. Ich werde euch die Zäpfchen Cavum Cavi empfehlen. Diese, wenn ihr das Gefühl habt, dass er Bauchschmerzen oder Bauchkrämpfe hat oder auch Problem Stuhlgang zu machen.
Sollten es eher seine Unruhezustände und aufschrecken immer wieder wach machen, dann rate ich euch zu den homöopathischen Zäpfchen Vibrocol von Heel.

Mittlerweile weiß man eigentlich, dass es die klassischen drei Monats Koliken nicht mehr gibt. Mittlerweile forscht man eher nach dem Hund und gibt nicht von vorne herein Tropfen.

Versucht diese Dinge auf jeden Fall ganz kontinuierlich und bitte nicht nach 3-4 Tagen wieder ein neues Ritusk ausprobieren. Die Kinder brauchen ganz klare Strukturen und Rituale, damit sie sich daran orientieren können.
Auch von den Uhrzeiten, würde ich Ihnen immer zur ungefähren Uhrzeit Bett fertig machen.

Ich hoffe, dass ich dir mit meinen Tipps etwas weiterhelfen könnte! Solltest du noch weitere Fragen haben, dann melde dich auf jeden Fall!


Alles Gute

Steffi Rex

von Stephanie Rex am 29.08.2021

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