Annina Dessauer, Kurberaterin

Mutter-Kind-Kuren

Annina Dessauer, Kurberaterin

   

 

Grund für Kur?

Liebe Frau Dessauer,

ich bin 35 Jahre alt, verheiratet, habe zwei tolle Kinder (2 und 4 J.). Wie bei den meisten wohl auch ist nicht immer alles unproblematisch. Unser Großer beschäftigt uns seit geraumer Zeit sehr. Er hat Trennungsangst. Die Eingewöhnung im Kindergarten vor einem Jahr war sehr schwierig, hat lange gedauert, war mit vielen Tränen verbunden. Auch heute noch ist er im Kindergarten phasenweise sehr unentspannt. Weil weder der Erzieher im Kindergarten noch wir einen Rat wussten, haben wir einen Therapeuten hinzugezogen. Mit seinen Tipps wird es nun langsam besser.
Ich habe im Vorfeld häufig mit furchtbar schlechtem Gefühl den Kindergarten verlassen, habe auch entgegen meinem eigenen Bauchgefühl gehandelt und dem Weg und der Meinung der erfahrenen Erzieherinnen vertraut. Sie hatten mich wirklich davon überzeugt, dass ich das Problem wäre und ich mein Kind nicht loslassen könne. Heute räumt der Kindergarten eigene Fehler ein, spricht von Fehleinschätzungen und einer Überforderung meines Kindes.

Nun... lange Rede, kurzer Sinn... nach den ganzen Erfahrungen höre ich nun viel mehr auf mein eigenes Bauchgefühl. Das letzte Jahr hat mich emotional wirklich ausgezerrt. Und nun zu sehen, dass das Vertrauen meines Sohns so erschüttert ist, ist nicht schön.

Gibt es eine Kur, die darauf abzielt, die Bindung wieder zu stärken und das Vertrauen zurückzugeben? Und wäre der oben beschriebene Hintergrund Grund genug für eine Kur?

Ich war im letzten Jahr im Übrigen auch sehr häufig krank. Kann sich das positiv auswirken auf die Entscheidung meiner Krankenkasse, eine Kur zu genehmigen?

Ich danke Ihnen vielmals für Ihre Meinung!

Viele Grüße

Angel

von Angel73 am 07.02.2013, 12:06 Uhr

 

Antwort:

Grund für Kur?

Hallo Angel,

oh ja das kommt mir bekannt vor. Die Problematik hatte ich auch mit meiner Tochter. Sie war ein Schatten von mir und kannte den Kindergarten gut durch das Bringen / Abholen meines Sohnes. Ein wochenlanger Kampf... sehr anstrengend für alle.

Ich denke es ist verständlich dass man sich schwer tut loszulassen. Und selbst wenn man mitverantwortlich wäre, je schwerer der Abschied, desto mehr fängt man auch an sich schuldig zu fühlen und strahlt das aus. Von daher ist das natürlich nicht schön wenn die Situation schwierig ist und man Ihnen dann noch die ganze Verantwortung dazu übertragen hat.

Es gibt Kliniken die ein sehr schönes Konzept für die Bindungsstärkung haben. Jede Mami hat ein Anrecht auf eine Kur, wenn Belastungsfaktoren vorliegen. Diese können sein Stress, Erschöpfung, Schlafstörung, eine erhöhte Infektanfälligkeit, Spannungskopfschmerzen, Bindungsstörung (zu enge Bindung, zu lockere Bindung) uvm.

Vertrauen Sie darauf dass alles immer nur eine Zeit lang dauert. Das ist so wie mit Trotzanfällen, irgendwann ist es gut. Die Kinder sind gerade vom Kindergarten bis zur Schule so viel kognitiven Schüben augesetzt, dass sich jede kleine und größere Sorge meist in Wohlgefallen auflöst!

Alles Liebe

Annina Dessauer

von Annina Dessauer am 07.02.2013

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