Baby (fast 9 Monate) verweigert Beikost

 Doris Plath Frage an Doris Plath Ernährungsberaterin

Frage: Baby (fast 9 Monate) verweigert Beikost

Guten Tag, ich bräuchte mal ein paar Tipps, weil ich langsam wirklich keine Ideen mehr habe, wie ich meinem Sohn das Essen schmackhaft machen kann. Mein Sohn ist fast 9 Monate. Die ersten 6 Monate habe ich voll gestillt, dann mit der Beikost angefangen. Von Anfang an war es sehr schwer - er wollte keinen Brei, hat immer gespuckt und gewürgt. Nach und nach wurde es ein ganz kleines bisschen besser - aber mehr als 2-3 Löffelchen pro Mahlzeit isst er jetzt noch nicht - dann presst er die Lippen fest auf einander und falls ich ihm doch was gebe (wenn er z.B. gerade abgelenkt ist) spuckt er es wieder aus. Das Einzige, wovon er mal 5-6 Löffelchen isst, sind Gläschen mit Fisch (an einem guten Tag sogar 1/3 Gläschen) - wobei er davon aber immer Durchfall bekommt (egal welche Sorte). Fleisch geht aber z.B. absolut gar nicht, genauso wie Milch-Getreidebrei. Bei beidem würgt er nach einem einzigen Löffelchen schon so stark, dass er sich übergeben muss. Versucht habe ich gefühlt schon alles - Gläschen und selbst kochen, ganz püriert oder mit Stückchen, von fast ganz flüssig bis fest. Ich habe ihm auch schon weich gekochtes Gemüse etc. nach BLW angeboten und es von meinem Teller nehmen lassen. Aber das zermatscht er dann nur mit den Händen und falls er "aus Versehen" was in den Mund bekommt, spuckt er es sofort aus. Wenn er mal ein Stück z.B. von einer Nudel abbeißt, ist er sofort am würgen und am husten - als ob er sich daran verschlucken würde. Das Merkwürdige ist, dass er sonst wirklich alles in den Mund nimmt (typisch Baby halt) und wenn er z.B. von einer Verpackung ein Stück Papier abreißt, dann kaut er darauf auch rum und würde es vermutlich auch essen, wenn ich es ihm nicht aus dem Mund nehmen würde. Es macht mir den Eindruck, dass ihm wirklich jegliches Essen nicht schmeckt. Er zeigt auch keinerlei Interesse an Essen. Sein Bruder hat einem in dem Alter schon alles aus der Hand gerissen, was man sich in den Mund stecken wollte - er hingegen schaut nicht einmal interessiert hin. Ich habe auch schon die Stillmahlzeiten verschoben - aber es ist total egal wie lange die letzte Stillmahlzeit her ist - er isst seine 2-3 Löffelchen und das war es dann. Ich habe auch versucht, die Beikost über den Tag zu verteilen, damit er etwas mehr zu sich nimmt - aber auch das bringt nichts. Morgens isst er absolut gar nichts, Nachmittags auch nicht. Er isst mittags seine 2-3 Löffelchen und abends etwas gequält so 2 Löffelchen Obst-Getreidebrei (hier ist es egal welche Sorte, er wird von jedem Obst wund am Po) und halt etwas von dem, was wir essen - wobei davon halt fast nichts in seinem Magen landet, sondern es eher überall anders verteilt wird. Das ist ganz sicher viel zu wenig - aber ich weiß einfach nicht wie ich es schaffen soll, dass er mehr isst. Bei der U6 hatte ich das auch alles schon mit der Ärztin besprochen. Körperlich ist alles in bester Ordnung - er kann normal schlucken und auch die "Überempfindlichenkeiten" was das Essen angeht (wunder Po etc) sieht sie nicht als problematisch. Es wurde ein Bluttest gemacht - auch unauffällig. Bislang hat er auch noch keinen Eisenmangel, obwohl er Fleisch verweigert. Sie hat mir den Tipp mit den mehreren kleinen Mahlzeiten über den Tag verteilt gegeben - was ja leider nicht funktioniert. Haben Sie vielleicht noch eine Idee?

von Ashey am 20.02.2020, 09:53



Antwort auf:

Re: Baby (fast 9 Monate) verweigert Beikost

Liebe „Ashey“, gleich vorweg: Eines ist sicher - jedes gesunde Baby hat sich noch früher oder später an feste Nahrung gewöhnt. Es ist gut, dass Sie mit der Kinderärztin gesprochen haben, sie kann ausschließen, dass organisch nichts vorliegt und der Mundraum und Schluckvorgang ok sind. Wichtig ist auch, dass Ihr Junge gesund und munter gedeiht. Sicherlich ist es nicht das „Ideal“, wenn Kinder in diesem Alter noch hauptsächlich mit Milch ernährt werden. Hier spielt nicht nur die Nährstoffversorgung eine Rolle, auch andere Entwicklungsmöglichkeiten wie beispielsweise die Sprachentwicklung, die durch das Kauen fester Kost gefördert wird, können zu kurz kommen. Aber manche Kinder sind einfach Spätzünder und brauchen eine Weile bis sie wie selbstverständlich neben der Milch auch feste Beikost akzeptieren. Da lässt sich letztlich nichts erzwingen. Dennoch möchte ich Ihnen ans Herz legen, Ihren Kleinen weiter behutsam an das feste Essen heranzuführen. Damit sich Ihr kleiner Schatz mit dem festen Essen anfreunden kann, ist es ganz wichtig, dass Sie selbst voll und ganz dahinterstehen und den Kleinen unterstützen und auch zu einem gewissen Grad fordern und fördern. Dass Sie zum Beispiel bei einer Mahlzeit, wie dem Mittagessen, mal konsequent auf festere Kost übergehen. Auch wenn die Mengen nicht immer gleich groß oder auch mal nur gering ausfallen. Wichtig ist, konsequent aber trotzdem ruhig und gelassen zu bleiben. Ihr Junge merkt genau, wann Sie unsicher oder nachgiebig sind. Versuchen Sie Sicherheit beim Essen zu vermitteln. Achten Sie auch auf das richtige Zeitfenster. Ihr Kleiner sollte nicht übermüdet sein und auch noch nicht überhungrig. Beides senkt schnell die Lust am Essen. Der Abstand zur vorherigen Milchmahlzeit soll groß genug sein, damit auch genug Hunger da ist. Lassen Sie sich nicht von der Beikost abbringen. Bieten Sie geduldig immer wieder verschiedene Breie, Lebensmittel und Menüs an. Das alles ist letztlich nur eine Gewöhnung – die Milch ist für Ihren Kleinen einfach eine sehr „bequeme“ Art. Mag Ihr Junge nicht weiteressen, dann machen Sie ein Päuschen, bieten Sie aber nicht gleich die Milch an, sondern füttern wieder die feste Kost weiter. Ruhig ab und zu mal den Hunger zum Gehilfen machen. Meine Erfahrung ist, wenn es im Anschluss keine „sichere“ Milch mehr gibt, dann erhöht sich die Verzehrsmenge ganz automatisch. Wenn Sie Ihrem Sohn zu viel Milch reichen, dann wird er sich damit satt trinken und verständlicherweise auch nur wenig Hunger auf anderes haben. Es wird nicht von heute auf morgen klappen, aber Ihre Geduld und Ausdauer zahlen sich aus, da bin ich mir ganz sicher. Sie machen es genau richtig, wenn Sie Ihrem kleinen Liebling immer wieder zwanglos feste Kost anbieten. Bieten Sie Fingerfood wie weich gekochtes Gemüse, ein paar Nudeln oder Kartoffelstückchen (alles ungewürzt) an, auch wenn er damit zunächst nichts recht anzufangen weiß oder rummatscht. Geben Sie Ihrem Kleinen ein weiches Löffelchen selbst in die Hand. Nehmen Sie Ihren Sohn immer mit an den gemeinsamen Essenstisch, so dass er Mama beim Essen beobachten und auch weiterhin was probieren kann. Kinder lernen durch Nachahmen. Greifen Sie selbst mit Genuss am gemeinsamen Tisch zu. Sie sind das Vorbild, Ihr Kind wird Sie nachahmen. Wenn er sieht wie viel Spaß Sie selbst am Essen haben, motiviert ihn das mit am besten. Ich drücke Ihnen die Daumen fürs Durchhalten! Vielleicht macht es bald „Klick“ und Ihr Sohn ist ganz begeistert dabei. Herzliche Grüße Doris Plath

von Doris Plath am 21.02.2020


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