Birgit Neumann

Birgit Neumann

Dipl. Ökotrophologin

Birgit Neumann studierte Ökotrophologie mit dem Schwerpunkt Ausbildung und Beratung und schloss ihr Studium mit dem Titel Diplom Ökotrophologin (Dipl.oec.troph.) ab. Seit dem Studium ist sie als Ernährungs­beraterin und Kursleiterin tätig. Mit regelmäßigen Fortbildungen hält sie ihr Wissen zur Baby- und Kinder­ernährung auf dem aktuellen Stand.

Birgit Neumann

Wieviel Pre Milch und Gemüse bzw. Familienkost ab 11Monate

Antwort von Birgit Neumann

Frage:

Hallo,
unser Sohn hat mit 6 Monaten mit Beikost gut angefangen, er hat Brei und Fingerfood bekommen und so ziemlich jedes Gemüse gegessen:
Zucchini, Brokkoli, Kürbis, Kartoffelbrei, Süsskartoffel, Fenchel, Rote Beete und Pastinaken z. B.
Mit 7/8 Monaten aß er den Brei auch schon etwas stückigerund das Gemüse in gedünsteten Stücken.
Seit dem 9 Monat bis jetzt 11,5 Monate will er kaum Gemüse essen, weder als Fingerfood noch als Gemüsebrei, höchstens es ist mit etwas Obst gemischt und eher fein, bzw. mit Getreidebrei.
Er trinkt noch immer Pre Milch, so ca. 500 bis 600 ml, davon ca. 250 bis 300 nachts. Er zahnt unglaublich intensiv seit 3 Monaten, hat täglich Beschwerden deswegen, jetzt sieht man endlich gleich 6 Stellen an denen die Zähne durchschimmern.
Nun meine Frage:
Wie viel Pre Milch darf er den bekommen wenn er jetzt 1 Jahr wird?
Wie viel Gemüse braucht er?
Ich verbacke das Gemüse jetzt zu salzarmen Brot (Möhrenbrot z. B.), zu Brokkolistangen und Haferkeksen oder Süßkartoffelbrötchen, das ißt er alles mit Genuss und kaut drauf rum. Er ißt Haferbrei mit feinen Haferflocken, Klebreis, aber keinen Milchreis oder Risotto und er liebt Avocado. Wenn ich ihm gedünstetes Gemüse in Stücken gebe, probiert er und spuckt es wieder aus, genauso den Gemüsebrei, wobei er da an manchen Tagen doch etwas schafft zu essen. Birnen Stücke kaut er dagegen gerne. Habe das Gefühl dass er lieber trockene oder breiige Sachen ißt und mit etwas gliebriger Konsistenz seit eben dem 9 Monat Probleme hat: das meiste Gemüse, Nudeln, Banane, Gnocchi, leider auch Fleisch, es sei den püriert im Brei, aber auch nur selten. Auch Fleischbällchen oder kleine herzhafte Muffins mit Hackfleisch hat er bisher nur rausgespuckt
Wie bekomme ich Gemüse und Eisen in dieses Kind?
War sehr zuversichtlich einen guten Esser zu haben, doch nun bin ich sehr verunsichert. Wir wollen gerne weg vom Brei und mehr zur Familienkost mittags, doch das ist sehr schwierig zur Zeit. Liegt es nur an den Zähnen oder mag er nur eher süßlich und muss ich ihm das irgendwie abgewöhnen? Die gebackenen Sachen sind nicht gesüßt, die Brokkolistangen schmecken sogar sehr nach Brokkoli ;)
Erschwerend ist noch dass er schon länger am liebsten ganz alleine essen will, auch beim Brei. Wir lassen ihn auch matschen und den Löffel selbst zum Mund führen.
Auch wenn es schön ist, dass er schon so früh selbstständig essen will, ist es doch eine riesen Sauerei und frustrierend, wenn er den Gemüsebrei nur verteilt, statt zu essen. Auch deshalb hätte ich gerne, dass er das Gemüse langsam zerdrückt oder in Stückchen ißt.
Danke für paar Tipps und entschuldigen Sie diese lange Mail - da hat sich einiges bei mir angesammelt an Unsicherheit.

Liebe Grüße,
Lisa

von Morgenrot97 am 11.05.2020, 15:46 Uhr

 

Antwort auf:

Wieviel Pre Milch und Gemüse bzw. Familienkost ab 11Monate

Hallo Lisa
eigentlich läuft bei euch alles sehr gut.
Es gibt nichts zu verbessern. Dein Sohn hat momentan eine besondere Vorliebe für bestimmte Speisen. Du versuchst dies weitestgehend zu berücksichtigen und bietest diese entsprechend bevorzugte Kost an und bietest ihm zusätzlich auch Anderes sowie Familienkost. Du ermöglichst deinem Kind verschiedenste Esserfahrungen. Dein Kind probiert deine vielfältigen Angebote und isst das, was er mag. Bestimmte Konsistenzen mag er nicht. Andere Konsistenzen und Texturen isst er gerne.
Dazu trinkt dein Baby Pre-Milch. Zusätzlich zahnt dein Baby über einen bereits längeren Zeitraum.
Sowie ich das anhand deiner Schilderungen beurteilen kann, ist das Verhalten deines Sohnes soweit völlig normal. Ebenfalls gut ist es, so wie du reagierst und handelst.
Gib deinem Baby jetzt weiterhin viele Gelegenheiten, so dass er das Essen selbständig essen und mit seinen Händen befühlen kann. Lass ihn das Essen mit allen Sinnen erfahren. An neue Konsistenzen gewöhnen sich Kinder, indem sie die Speise mit den Fingern befühlen und nur jeweils eine kleine Menge in den Mund nehmen.
Beim Essen lernen sind alle Sinne beteiligt. Es zählt hier nicht nur der Geschmack bzw der Geschmackseindruck im Mund. Auch die anderen Sinne sind wichtige Erfahrungsinstrumente für dein Kind. Gewissermaßen sind es Meßfühler zur Bewertung - nämlich ob die Speise gefällt oder nicht gefällt.
Alle Sinne wikren zusammen: der Sehsinn, Riechsinn, Geschmackssinn, Tastsinn (Hände und Mundraum, Zunge), Hörsinn, Gleichgewichtssinn und: auch Emotionen haben einen Platz.
Erst das Zusammenwirken all dieser Sinneseindrücke ergeben für dein Kind ein Ganzes. Dieses Zusammenwirken hat einen großen Einfluss auf das Essverhalten und die Akzeptanz von (neuen) Speisen.
Ein einmaliges Ablehnen bedeutet zunächst erst einmal gar nichts. Darum ist es gut; wenn sich dein Kind sih langsam und in seinem Tempo den neuen Speisen annähern kann. Spielerisch. Dafür ist eine liebevolle und emotionale Begleitung sehr wertvoll.
Zusammenfassung:
biete deinem Kind immer mehr und immer häufiger eure Familienkost an. Zerkleinere die Kost, falls erforderlich. Zeige deinem Kind eure Geschmacksvielfalt, eure Geschmacksvorlieben. Gewöhne ihn an neue Konsistenzen. Lass ihn ausprobieren, Lass ihn schmecken. Lass ihn kauen. Vielfalt und Eigenständigkeit, dazu die gewohnte Kost (Brei, breifrei und Milch), damit dein Kind sich weiterhin mit den bekannten und gemochten Speisen satt und zufrieden essen kann. Insgesamt geht die Tendenz jetzt (im Tempo deines Kindes) zu weniger Brei, weniger Milch und mehr stückige Kost (kauen), Vielfalt und Erlebnis, Anpassung, ausprobieren.
Schau mal das Posting direkt unter deinem, also die Antwort von heute. Hier kannst du noch einmal kurz einen Überblick zur Einführung der Familienkost nachlesen und erfährst bestimmt noch den ein oder andern Hinweis.
Ziel und Zweck der Familienkostphase ist jetzt das unkomplizierte Heranführen an einen neuen Geschmack, an neue Konsistenzen. Auch das Erlebnis beim Essen in Gemeinschaft kann jetzt weiter ausgebaut werden.
Bleibe authentisch und iss deine zubereiteten Gerichte selbst mit Genuss und Freude. Ernährungserziehung passiert zu großen Teilen nonverbal. Kinder imitieren und passen sich an.
Was ist dein liebstes Fleischgericht? Kann dein IKind dieses mitessen? Wenn nicht, wie kannst du es ggf so verändern, dass er mitessen kann?
Oder bereite für die ganze Familie Hackfleischbällchen, Hackstäbchen oder Nudeln in Sosse mit Hack (Lasagne, Moussaka, etc) zu.
Grüße
Birgit Neumann

P.S. schau auch einmal hier:
https://www.rund-ums-baby.de/experten/kochen-fuer-kinder/Kind-isst-kein-Gemuese_48494.htm

von Birgit Neumann am 13.05.2020

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