Birgit Neumann

Birgit Neumann

Dipl. Ökotrophologin

Birgit Neumann studierte Ökotrophologie mit dem Schwerpunkt Ausbildung und Beratung und schloss ihr Studium mit dem Titel Diplom Ökotrophologin (Dipl.oec.troph.) ab. Seit dem Studium ist sie als Ernährungs­beraterin und Kursleiterin tätig. Mit regelmäßigen Fortbildungen hält sie ihr Wissen zur Baby- und Kinder­ernährung auf dem aktuellen Stand.

Birgit Neumann

Tagesplan 18 Monate

Antwort von Birgit Neumann

Frage:

Hallo

Meine kleine Maus (18Monate) isst sehr gerne und bis auf Bananen so gut wie alles. Wir haben leider noch nicht wirklich einen für uns passenden Rhythmus gefunden und deshalb hoffe ich sie können mir etwas weiterhelfen.
Das einzige das fix ist, ist dass es nach dem aufstehen (zw 08.und 09.00 Uhr) eine Flasche 150ml Kindermilch gibt. Danach machen wir uns im Bad zurecht bevor es zw 09.30/10.00 Frühstück gibt. Das variiert von Müsli bis Brot mit verschiedenen Belag. Und dann steh ich am Schlauch.... Bis zum Mittagessen gibt es noch zwischendurch einmal ein bisschen Obst.
Ich selber esse nicht zu Mittag sondern snacke nur etwas und esse meine Hauptmahlzeiten abends. Im Moment koche ich für 11.30 dann eine Kleinigkeit für die Maus oder sie bekommt ein Gläschen. Anschließend Mittagschlaf. Heute habe ich ihr Risotto mit gemüse gekocht und davon hat sie dann keine 100gr gegessen. Das ist dann doch etwas frustrierend.
Nach dem Mittagschlaf gibt es Obst und am Nachmittag nochmal eine Kleinigkeit (Kuchen, kekse, Knäckebrot) um 18.00 gibt es dann Abendessen - Familientisch.
Wo ich Hilfe brauche ist wie man es für uns geschickter lösen kann. Besonders Mittag stört mich das extra Kochen und jeden Tag ein Gläschen finde ich in dem Alter aber auch unpassend. Muss sie überhaupt zwei mal am Tag warm essen? Was könnte ich ihr mittags anbieten? Was mich auch beschäftigt ist die frage ob das mit den zwischenmahlzeiten so ok ist. Mir kommt es so oft vor.
Im moment stehe ich gefühlt den ganzen Tag in der Küche. Wenn ich ihr zb gemusesticks (Gurke, Karotte, Paprika) anbiete kaut sie darauf nur herum und spuckt es wieder aus als könne sie diese nicht zerkleinern. Ist das normal?

Ich danke Ihnen vorab für eine Antwort und bin gespannt

von MarLen17 am 26.02.2019, 13:41 Uhr

 

Antwort auf:

Tagesplan 18 Monate

Hallo MarLen17
wäre es möglich, dass du mittags noch einmal Reste vom Vorabend (warme Mahlzeit) aufwärmst und deine Tochter davon nocheinmal etwas haben könnte? Zusätzlich wäre es doch auch prima, wenn sie ebenfalls von deinen Snacks etwas mitessen könnte. Das hätte mehrere Vorteile;
- es macht kaum Arbeit
- hat durch die Wiederholung einen (Wieder-) Erkennungseffekt, was die Akzeptanz fördert, dadurch Essmengen (langfristig) steigern kann,
- es bietet deiner Tochter auch die Möglichkeit noch mehr Neues (dein Essen) kennen- und liebenzulernen und gemeinsam mir dir zu essen. Das macht Spaß, Lust und Freude.

Deine Tochter muss nicht zwei Mal am Tag warm essen. Warmes Essen macht allerdings (zumindest theoretisch) besser, schneller und zufriedener satt. Es bietet die Möglichkeit vollwertige Mahlzeiten (durch Nahrungsvielfalt- Zusammenstellung) zu servieren. Es wäre bei euch ebenso denkbar, dass ihr mittags Brotzeit haltet. Oder das Brot bspw mit einer Gemüsecremesuppe ergänzt ? Versuche bei der Brotzeit immer auch etwas Frisches dabei zu haben. Als zusätzliche Wahlmöglichkeit. Das kann Obst oder gedämpftes Gemüse sein. Oder eine Suppe. Auch klein geschnittene Tomaten oder Gurken sowie saure Gruken etc wären möglich. Wenn deine Tochter mit der Konsistenz beim Kauen noch Probleme hat, dann kannst du das Obst/Gemüse entsprechend so auf- und zubereiten, dass sie es gut essen kann. Auch hier muss ich wieder eine Cremesuppe erwähnen. Allternativ eignen sich Smoothies, aber gelöffelt und selbstgemixt! (keine Quetschbeutel). Kaufe querbeet verschiedene (weiche) Obstsorten und schneide sie so klein, dass deine Tochter gefahrenfrei essen kann.
Gemüsesorten kannst du in einem Dämpfsieb zubereiten. Reste kannst du jeweils (von Obst und Gemüse) auch noch am nächsten Tag anbieten und ggf sogar mit nach draußen als Snack (besonders das Obst, für den Spielplatz) nehmen.
Nutze hier ihre Neugier aus und biete ihr stets ein buntes Potpourri an geeigneten Sorten und den bevorzugten Zubereitungsweisen an.
Mittags wäre Brot völlig okay. Alternativ ein Mix aus in Butter/Öl geschwenkten Nudeln/Vollkornnudeln. Auch diese kannst du prima auf Vorrat zubereiten und an bis zu 3 Tagen hintereinander geben.
Statt einer Kindermilch zum Frühstück wäre es auch möglich, die Milchmahlzeit auf die Mittagszeit zu verlagern. Das macht satt und zufrieden.
Bspw: Grießbrei, Grießschnitten, Porridge, Polenta,
Oder wie wär's mal mit Pfannkuchen, Waffeln (beides ist auch herzhaft möglich und können mit Gemüsezusatz gebacken werden) - Reste hiervon könntest du ebenfalls nachmittags (egal ob zuhause oder draußen) anbieten.

Wäre es möglich, dass ihr das Frühstück zeitlich dann nach vorne verlagert? Die Zeit zwischen Frühstück und Mittagessen ist ja doch eher gering. Kann deine Tochter ausreichend hungrig werden? Wobei ich sagen muss - 100g Risotto - das ist eine gute Menge!

150 ml Kindermilch kannst du durch Kuhmilch ersetzen und nochmal 150 ml dazu anbieten. In dieser mit 300ml täglich empfohlenen Kuhmilchmenge sind Kuhmilchprodukte wie Joghurt, Käse etc miteinberechnet. Falls ihr auf diese Menge bisher noch nicht kommt, könntest du dies einplanen.
100 ml Kuhmilch/Trinkmilch entsprechen ca 100g Naturjogurt (hinsichtlich Eiweiß-und Calciumgehalt). Oder: ca 15 g Schnittkäse wie Gouda, Edamer (= ca 1/2 Scheibe) oder 30 g Weichkäse (Brie etc) und ca 30-40g Frischkäse.
Ca 300 ml Kuhmilch sind am Tag im 2. Lj empfehlenswert.

mehr Ideen für den Nachmittag, die du auf Vorrat zubereiten kannst:
Hafer-Bananen-Cookies:
1 große, reife, gelbe Banane (oder Apfelmus)
ca 100-120g feine Haferflocken
viel weniger als 1 Msp Bourbonvanille
zerkleiner die Haferflocken in einem Blitzhacker zu "Mehl". Zermuse oder püriere die Banane, vermische sie mit der Vanille.
Gib das Hafermehl dazu und bereite aus allen Zutaten einen Brei
Heize den Ofen auf 175° hoch und bereite ein Backblech mit Backpapier vor. Mit Hilfe von 2 TL und deinen Händen kannst du jetzt aus dem Teig kleine Kekse formen, etwas flach drücken und ca 10-12, ggf länger, im Ofen backen. Anschliessend auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.
Diese Kekse sind bei vielen Müttern beliebt. Ggf musst du etwas experimentieren, bis du nach dem Backen die richtige Konsistenz erhältst.

Apfelkekse
70g Dinkelvollkornmehl
70g Weizenmehl
4 TL Zucker
30g Apfelmus (= 2 EL)
50g Butter
Teig kneten, in Folie wickeln und ruhen lassen, ca ½ h kühlen.
Teig auf Mehl ca 1 cm dick ausrollen. Formen ausstechen.
Im vorgeheizten Ofen ca 17 min backen

Also dann
Grüße
Birgit Neumann

von Birgit Neumann am 27.02.2019

Antwort auf:

Tagesplan 18 Monate

Und noch ein kurzer Nachtrag. Hat jetzt nichts mit den Essen per de zu tun aber vielleicht haben sie einen Rat aus Erfahrung. Sobald ich koche will meine kleine essen. Aber nicht irgendwas sondern das auf dem Ofen. Vielleicht kommt dadurch auch dieses gefühlte hin und her bei uns. Wenn ich zb Gemüse verkoche bekommt sie davon etwas roh zum entdecken aber wenn ich Fleisch oder Fisch mache geht das nicht. Außerdem ist sie dann meistens zum eigentlichen esse. Schon satt.
Wie könnte ich das eleganter lösen?

Lg

von MarLen17 am 26.02.2019

Antwort auf:

Tagesplan 18 Monate

Hallo MarLen17
sicher kann dir Frau Ubbens das noch besser erklären. Es ist eine Art Lernprozess, das auf einer Art "Ritual" basiert. Das ist toll!
Es ist kein Hunger, sondern Neugier und Verknüpfung. Sieh das Ganze mehr als Entdeckerspiel. Die Küche als Spielplatz für die Sinne und die Feinmotorik.
Noch muss deine Tochter ganz viel lernen. Sie hat jetzt begriffen, dass es sehr viel zu lernen und zu entdecken gibt, wenn du kochst. Sie erfährt das alles sehr ganzheitlich. Kleinen Mengen beim Kochen probieren, sofern möglich - das ist ganz wunderbar. Behalte deine Tochter aber bitte immer im Auge, wenn sie isst.
Das Entdecken vor Ort (aus dem Topf, vom Schneidebrett) ist genauso viel wert wie das Entdecken bei Tisch. Es klappt auf diese Weise sogar sehr viel entspannter und freiwilliger.
Gib ihr eine Probiermenge oder erkläre ihr, wenn das Gericht aus dem Ofen kommt, dass es dieses gleich am Tisch geben wird. Sag ihr, dass es noch viel zu heiss ist... etc.. Auch das wird deine Tochter bald begreifen und akzeptieren
Finde jetzt einfach für dich eine passable Lösung, die dich zufrieden stellt.
Grüße
Birgit Neumann

von Birgit Neumann am 27.02.2019

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