Birgit Neumann

Birgit Neumann

Dipl. Ökotrophologin

Birgit Neumann studierte Ökotrophologie mit dem Schwerpunkt Ausbildung und Beratung und schloss ihr Studium mit dem Titel Diplom Ökotrophologin (Dipl.oec.troph.) ab. Seit dem Studium ist sie als Ernährungs­beraterin und Kursleiterin tätig. Mit regelmäßigen Fortbildungen hält sie ihr Wissen zur Baby- und Kinder­ernährung auf dem aktuellen Stand.

Birgit Neumann

Sättigungsgefühl

Antwort von Birgit Neumann

Frage:

Liebe Birgit

Vielen herzlichen Dank für Deine Antwort zu meiner letzten Frage. Das hilft mir sehr weiter!

Du schreibst, das Kind darf so viel oder so wenig essen wie es möchte. Das handhaben wir schon immer so und hab ich auch überall so gelesen. Nur isst unser Kind (1.5 Jahre alt) häufig wirklich grosse Mengen (manchmal gleich viel wie ich, manchmal sogar etwas mehr). Es gibt auch Mahlzeiten, bei denen sie nicht viel isst, aber das kommt viel weniger oft vor. Wir stellen ihr immer relativ kleine Portionen hin und bieten nie aktiv Nachschub an. Wenn sie aber von sich aus "mehr" sagt, geben wir ihr auch immer mehr, bis sie das nicht mehr sagt. Ist das so in Ordnung oder gibt es auch Kinder, die tatsächlich nicht wirklich ein Sättigungsgefühl haben? Sie ist vom Gewicht her auf einer sehr hohen Perzentile, aber auch von der Grösse her (KiA fand das nie auffällig). Ich spreche hier natürlich nicht von Süssigkeiten o.ä. (bekommt sie nie), aber wenn sie z.B. mehr Vollkornnudeln isst als ich, verunsichert mich das trotzdem etwas.

Vielen Dank schon im Voraus!

Herzliche Grüsse
Rahel

von Rahel@12 am 08.04.2021, 10:23 Uhr

 

Antwort auf:

Sättigungsgefühl

Hallo Rahel@12
wenn deine Tochter meistens große Portionen isst, kannst du ruhig schon zu Beginn der Mahlzeit eine größere Menge anbieten.
Bei einem vollwertigen Speisenangebot wird deine Tochter nur so viel essen wie sie schafft. Erst ab etwa dem 3. Lebensjahr wirken auch andere Faktoren* mit, welche zu einem möglichen Überessen verleiten könnten. Jetzt kannst du auf jeden Fall, bei deiner gesunden Tochter noch darauf vertrauen, dass sie so viel essen wird, wie sie braucht.
Biete ihr weiterhin ein großes Angebot mit Familienkost, so dass sie ihre Erfahrungen mit dem Essen und dem Sättigungsgefühl machen kann.
Maßgeblich ist auch die Energiedichte. Ein Teller Nudeln sättigt bspw weniger schnell als ein Teller mit Nudeln in Sahnesosse. Essmengen werden nämlich häufig subjektiv bewertet. Was auf dem Teller als "viel", d.h. als große Portion erscheint, kann aufgrund eines niedrigen Nährwertes (= wenig Kalorien) wenig sättigen. Und umgekehrt, kann eine kleine Menge Essen (= kleine Portion) mit hohem Energiewert (= viel Kalorien) schnell und lange sättigen.
Fazit: verschiedene LM sättigen unterschiedlich. Fett hat viele Kalorien, aber nimmt nur wenig Volumen ein, sodass eine Mahlzeit zwar klein erscheinen mag, weniger Essaufwand erfordert, aber trotzdem gut sättigt. Ein kleines Stück Pizza (mit Öl, Salami und Käse) ist länger sättigend als ein dünn mit Butter bestrichenes und mit magerer Putenwurst und einem Salatblatt belegtes Brotscheibchen. Auch wenn beide Mahlzeiten optisch gleich groß erscheinen.
Verschiedene LM sättigen unterschiedlich.Vergleiche einmal Pellkartoffeln mit Pommes.
Alles weitere müsstest du ansonsten mit dem KiA besprechen.
Bis jetzt scheint die Gewichts-und Größenentwicklung doch gut zu passen.
Grüße
Birgit Neumann

*erst dann kommen auch kognitive (Be-)Einflußfaktoren dazu

P.S. sieh dor auch einmal diesen Beitrag an.
Vielleicht hilft dir der dort gezeigte Überblick mit konkreten Mengenangaben für die verschiedenen Lebensmittel, so dass du die Essportionen deiner Tochter besser einordnen und vielleicht realistisch bewerten kannst:
https://www.rund-ums-baby.de/experten/kochen-fuer-kinder/Ernaehrung-14-Monate_49814.htm

von Birgit Neumann am 09.04.2021

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