Birgit Neumann

Birgit Neumann

Dipl. Ökotrophologin

Birgit Neumann studierte Ökotrophologie mit dem Schwerpunkt Ausbildung und Beratung und schloss ihr Studium mit dem Titel Diplom Ökotrophologin (Dipl.oec.troph.) ab. Seit dem Studium ist sie als Ernährungs­beraterin und Kursleiterin tätig. Mit regelmäßigen Fortbildungen hält sie ihr Wissen zur Baby- und Kinder­ernährung auf dem aktuellen Stand.

Birgit Neumann

Richtige Ernährung?

Antwort von Birgit Neumann

Frage:

Guten Tag

Ich weiß gar nicht so genau ob die Frage oben so richtig formuliert ist, aber im Grunde geht es um folgendes:

Der Essensplan meiner Tochter (8 1/2 Monate) sah bisher immer wie folgt aus:

Morgens (6/7 Uhr) eine Flasche 2er Milch (210 ml)

Mittags (12/13 Uhr) ein Gläschen von Hipp, mal mit Fleisch (hauptsächlich Hähnchen, bei anderem Fleisch verzieht sie meist das Gesicht oder würgt), mal ohne (wobei sie nur Gemüse-/Kartoffelbrei auch nicht mehr so gern mag)

Nachmittags (15 Uhr) dann ein Obst-/Getreidegläschen oder auch nur ein reines Obstgläschen (wobei sie da auch kein ganzes isst)

Abends (18/19 Uhr) dann ein Milch-/Getreidebrei

Und bisher dann irgendwann nachts immer nochmal eine Flasche 2er Milch (210 ml)

Zwischendurch kriegt sie Wasser zu trinken, so um die 150 ml über den Tag verteilt, mehr geht nicht, da sie halt, trotz immer wieder anbieten, einfach nicht mehr möchte, was auch vollkommen okay ist

Jetzt ist es seit einiger Zeit so, das ihre Schlafzeit nachts immer länger wird, was an sich ja sehr schön ist, dadurch verschiebt sich ihre "Nachtflasche" immer mehr nach hinten. Erst immer so um 22/23 Uhr dann war es so um 1/2 Uhr und mittlerweile meldet sie sich erst morgens um 4 Uhr rum und möchte ihre Flasche haben. Ich weiß anhand ihres bisheriges Essverhaltens, das sie dann bis zum Mittagsbrei auch nichts weiter verlangen würde (also vom Hungergefühl her)
Jetzt ist 4 Uhr ja sehr früh und es würde dann ja quasi ein Frühstück fehlen, ich habe ihr jetzt vormittags dann immer ein bisschen Obstbrei angeboten, wovon aber dann auch nur ein paar Löffel gegessen wurden.
Mein Freund und ich hatten überlegt ob ein Brei morgens Sinn machen würde, aber da weiß ich auch nicht, ob sie den vom Hungergefühl her essen würde, weil sie ja dann erst um 4 Uhr ihre Flasche getrunken hat

Wie kann ich Ihren Essensplan am besten ergänzen, so daß sie vllt doch so ein kleines Frühstück hat oder soll ich es am besten so lassen? und ist 1x Milchflasche dann in dem Alter zu wenig? allein schon wegen der Flüssigkeitsmenge?
Sie fängt jetzt auch an, immer mehr Interesse an unserem Essen zu zeigen, wir versuchen immer mit ihr zusammen zu essen, wenn sie auch ihre Hauptmahlzeiten bekommt und oft ist es jetzt neuerdings so, das ihr Brei dann mitten beim essen total uninteressant wird und sie uns beim essen beobachtet. Sollten wir dann lieber nicht vor ihr essen oder ihr einfach auch Dinge die für sie geeignet sind, zum probieren anbieten? Bei ihr ist jetzt auch erst der erste Zahn ein kleines Stück draußen.

Entschuldigen Sie den langen Text, ich muss vllt dazu sagen, das es mein erstes Kind ist und ich daher in vielen Sachen noch sehr unsicher bin.

Vielen Dank schon mal für Ihre Hilfe

von Emmi_2021 am 05.08.2022, 06:57 Uhr

 

Antwort auf:

Richtige Ernährung?

Hallo Emmi_2021
Ess-Trink- und Schlafgewohnheiten ändern sich immer mal wieder. So wie euer Plan momentan ist könnte er bleiben, sofern deine Tochter damit zufrieden ist.
Es ist gut möglich, dass sich der "Milchdurst" bald wieder erhöht. Etwa 400-500 ml Säuglingsmilch werden im Alter deiner Tochter in etwa empfohlen. Pre-Milch kann es nach Bedarf auch mehr sein. Derzeit liegt/würdet liegen ihr genau im Mittel der Empfehlungen: 210 ml Milch im Milchfläschchen plus ca 200 ml Milch im Milchbrei.
Und deine Tochter möchte jetzt unbedingt mit essen. Super! Es sind ganz wunderbare, altersentsprechende Entwicklungsschritte, die deine Tochter hier erlebt.
Etabliere jetzt ruhig regelmäßige, rhythmisch ins Tagesgeschehen eingebundene Mahlzeiten am Tisch mit dir oder mit euch beiden Eltern. Esst gemeinsam mit eurer Tochter und nutzt ihre Neugier und ihr Wollen zum Mitessen unbedingt aus. Es sind genau die wertvollen Momente, um eure Tochter ans Familienessen langsam, durch Entdecken zu gewöhnen. Gebt ihr einfach die Möglichkeit, die Lebensmittel ganzheitlich zu entdecken. Essen macht nicht nur satt oder hat Geschmack. Deine Tochter erlebt beim Anfassen, sehen, fühlen bspw auch die Konsistenz, die Geräusche beim Essen, die Haptik der Stückchen, verschiedene Temperaturen, verschiedene Oberflächenstrukturen und noch viel mehr.
Füttert im Anschluss an diese gemeinsamen Essmomente noch den üblichen Brei. solange bis eure Tochter nicht mehr möchte.
Dein Kind sollte immer und immer wieder die Gelegenheit erhalten, um selbständig mit euch mit zu essen. Essen bedeutet anfangs tatsächlich nur ein mehr oder weniger zögerliches Zugreifen bei den Angeboten. Diese werden zum Mund und oder in den Mund geführt und im Mund erspürt und geschmeckt. Satt wird deine Tochter anfangs kaum. Doch dieser Weg der vielfältigen Eindrücke führt genau in die richtige Richtung und den Familientisch auf lange Sicht.
Unterstütze deine Tochter in ihrer ureigenen Entwicklung und ihrem Willen zum Tun. Fordere und fördere sie zum richtigen Zeitpunkt, an der richtigen Stelle. Esst zusammen viele leckere Speisen, damit sie Geeignetes/ verschiedenste Speisen selbständig entdecken und schmecken und mögen lernen kann.
Bei der Familienkost geht es um die Gewöhnung an Geschmack und Konsistenz. Es geht auch um die selbständige Essweise, mit der dein Kind die neuen Speisenangebote vom Familientisch zwanglos kennenlernen kann. Es geht um das langfristige Gewöhnen und Heranführen an neue Speisen, ans Essen im Allgemeinen. Essen ist ein ganzheitliches Erlebnis für dein Kind. Ein Erlebnis für alle Sinne.
Zum Sattessen gibt es nach wie vor Milch und B(r)eikost, sowie ausreichend Flüssigkeit (nach Bedarf).
Melde dich gerne nochmal, wenn du doch noch etwas unsicher bist oder Fragen hast.
Also dann
Grüße
Birgit N.

von Birgit Neumann am 05.08.2022

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