Birgit Neumann

Birgit Neumann

Dipl. Ökotrophologin

Birgit Neumann studierte Ökotrophologie mit dem Schwerpunkt Ausbildung und Beratung und schloss ihr Studium mit dem Titel Diplom Ökotrophologin (Dipl.oec.troph.) ab. Seit dem Studium ist sie als Ernährungs­beraterin und Kursleiterin tätig. Mit regelmäßigen Fortbildungen hält sie ihr Wissen zur Baby- und Kinder­ernährung auf dem aktuellen Stand.

Birgit Neumann

Milch und Zucker

Antwort von Birgit Neumann

Frage:

Hallo,

ich habe generell ein paar Fragen und hoffe, dass Sie mir weiterhelfen. Unsere Tochter (2) wird noch 1x gestillt /Tag und bisher verzichten wir komplett auf Milch- und Zuckerprodukte.

Ist es richtig, dass der gesamte Kalziumbedarf aus der Muttermilch ausreichend ist? Wenn ich abstille, muss ich dann ‚Kuhmilch‘ einführen? Gibt es Alternativen die den Kalziumbedarf pro Tag decken?

Wie sieht das mit Zucker aus? Sie isst selbstverständlich Fruchtzucker, aber keinen ‚industriellen‘. Meine Bekannten meinten jetzt sobald sie in den Kiga geht würde sie einen ‚Zuckerschock‘ haben und süchtig danach werden?!?... ich kann nicht verstehen, warum die so ein Lärm darum machen... die Welt besteht doch nicht aus Zucker. Klar ist es unmöglich sie fernzuhalten, aber ich muss es ihr doch nicht schmackhaft machen und ihr ewig einführen... da Zucker doch eh (leider;)) jedem schmeckt....

Lg,

S.

von Susilein80 am 04.04.2019, 13:40 Uhr

 

Antwort auf:

Milch und Zucker

Hallo Susilein80
gewöhne deine Tochter jetzt an eine ganz normale Mischkost. Im Alter deiner Tochter brauchst und solltest du im Nahrungsangebot auf nichts verzichten. Du brauchst und solltest Kuhmilch nicht meiden, auch wenn du noch stillst. Wenn es dir wohler ist, könntest du statt Trinkmilch schlicht Joghurt oder Käse verwenden, was allgemein (in den meisten Kulturen) als besser verträglich gilt.
Trotz all der Warnungen vor Kuhmilch ist und bleibt sie weiterhin auf der Liste der empfehlenswerten Lebensmittel für (Klein-)Kinder in unserer Kultur.
Es gilt: die Menge macht´s!
Ein moderater Konsum ist anzustreben, aber komplett verzichten - das muss nicht sein.
Wenn du nach dem Abstillen auf Kuhmilchprodukte bei der Ernährungs deiner Tochter weiterhin verzichten möchtest, müsstest du dich mit dem Thema etwas ausführlicher veschäftigen und geeignete Alternativen finden. Von den Ersatzprodukte müsste deine Tochter jeweils möglichst die empfohlenen Mengen essen.
Pflanzendrinks sind als Kuhmilchersatz widerum nicht geeignet, weil ihre Nährstoffzusammensetzung vollkommen anders ist als bei Kuhmilch. Ihr Eiweißgehalt ist deutlich niedriger, manche Produkte sind sehr fettarm, bei manchen Produkten ist der Kohlenhydratanteil (=Zucker) wiederum sehr hoch, auch ihre Vitamingehalte sind völlig unterschiedlich zu bewerten.
Als Bereicherung im Speiseplan, neben Kuhmilch(-produkten) sind sie aber wunderbar geeignet ! Bspw als Müslizutat oder als Frühstücksdrink zu Brot., ggf als Austausch für Milch in Backrezepten oder Kartoffelbrei.

Hier eine keine Auswahl zu calciumreichenLebensmitteln:
Mandeln (Mandelmus, in Kuchen, Fruchtriegel)
Sesam (als Mus = Tahin, in Hummus), als Süßspeise
Sonnenblumenkerne (im Brot, zu Salat)
grüne Blattgemüse (Kohlrabiblätter mit verwenden)
Brokkoli (Kochwasser natürlich mitverwenden)
Haferflocken
Datteln (getrocknete (Bio-)Datteln entkernen und klein schneiden)
Sprossen
Calciumreiche Mineralwässer (frag bei deinem Getränkehändler nach, oder vergleiche den Calciumgehalt auf den Etiketten)

Und wusstest du auch, dass Oxalsäure (im Spinat, in Mangold, in Rhabarber) die Calciumaufnahme hemmt? Da die Oxalsäure Calcium gewissermaßen dem Körper entzieht, sollten diese oben genannten Gerichte (für Kinder) am besten immer mit Milchprodukten kombiniert werden.
Und: sehr eiweißreiches Essen, ein hoher Phosphatgehalt in der Nahrung wie sie bspw in Cola-und anderen Softgetränken, sowie in machen Wurstwaren und diverse Fertigprodukten enthalten sind, hemmen die Aufnahme ebenfalls.
Unerlässlich für die Calciumaufnahme aus der Nahrung, ist übrigens das Vorhandensein von Vit D. Dafür ist es besonders wichtig, dass dein Kind ausreichend häufig draussen toben kann. Achte einfach auf genügend Sonnenlicht (durch die Haut) in Kombination mit Bewegung.

calciumreicher Snack:
Trockenfrüchte im Universalzerkleinerer zusammen mit Haferflocken (oder Dinkelflocken) zerkleinern. So lange zerkleinern, bis eine cremige, klebrige Konsistenz entsteht. Die klebrige Masse kannst du mit den Händen (ggf Einmalhandschuhe tragen) in Form bringen und zwischen zwei Oblatenscheiben drücken. Die Riegel in die gewünschte Größe, vorsichtig, schneiden.
Rezept für 2-3 Riegel
20g getrocknete Datteln
15g getrocknete Aprikosen
15g feine Vollkorn-Haferflocken
1 rechteckige Oblate (du kannst auch runde Formen nehmen)
die Zutaten abwiegen. Die Früchte mit dem Messer grob hacken.Alle Zutaten in das Zerkleinerungsgerät geben und fein hacken lassen.
Die Masse formen, zwischen Oblaten kleben und diese schneiden.

Was das Fernhalten von Zucker betrifft. Wenn du deiner Tochter zuhause keine quietschbunten und pappesüßen Süßigkeiten geben möchtest, dann ist das prima. Somit ist dene Tochter noch nciht an den total süßen Geschmack gewohnt. Das ist langfristig gut. Sobald deine Tochter aber vermehrt Kontakt mit anderen Kindern hat, wird sich das Kennenlernen diverser Süßspeisen vermutlich tatsächlich nicht vermeiden lassen. Lass deine Tochter dann unedingt ihre eigenen Erfahrungen machen. Besser als Verbote werden hier künftig Gebote wirken. Statt deiner Tochter etwas zu verbieten, kannst du übermäßige Essmengen ggf regulieren. Sei aber nicht zu rigoros. Denn Verbote oder zu starkes Reglemntieren machen die Dinge noch attraktiver, was kontraproduktiv wirken würde.
Siehe dazu auch noch hier:
https://www.rund-ums-baby.de/kochen-fuer-kinder/Milchprodukte-suesses_40351.htm
Bringe deiner Tochter langfristig einfach einen guten Umgang mit Süßigkeiten bei.
Also dann
Grüße
Birgit Neumann

von Birgit Neumann am 04.04.2019

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