Birgit Neumann

Birgit Neumann

Dipl. Ökotrophologin

Birgit Neumann studierte Ökotrophologie mit dem Schwerpunkt Ausbildung und Beratung und schloss ihr Studium mit dem Titel Diplom Ökotrophologin (Dipl.oec.troph.) ab. Seit dem Studium ist sie als Ernährungs­beraterin und Kursleiterin tätig. Mit regelmäßigen Fortbildungen hält sie ihr Wissen zur Baby- und Kinder­ernährung auf dem aktuellen Stand.

Birgit Neumann

Gemüse und Obst im Winter für Brotdose

Antwort von Birgit Neumann

Frage:

Hallo, im Sommer war es etwas einfacher eine gesunde Brotdose für die Kita vorzubereiten.

Im Winter tue ich mich etwas schwerer - gerade was das Gemüse angeht. Ich kaufe immer saisonal ein.

Haben Sie einen Tipp, was ich ihr im Winter als Gemüse mitgeben kann?

Lg und danke :)

von TinaBaby am 11.10.2021, 17:52 Uhr

 

Antwort auf:

Gemüse und Obst im Winter für Brotdose

Hallo TinaBaby
ja, es ist gut sämtliche Dinge nach dem Saisonkalender einzukaufen, wodurch auch regional erzeugte Produkte stärker in den Fokus rücken können.
Chicoree und Kohlgewächse, Feldsalat, Rote Bete haben Hochsaison. Aber auch Lagerware wie Kürbis oder Möhren, andere Rüben gibt es. (Kann das deine Tochter schon gut kauen und schlucken? - sonst und immer auf die jeweils gute Vorzerkleinerung achten).
Ob deine Tochter diese Sorten in der Gemüsedose duldet und isst, das ist eine andere Sache. Vielleicht müsstest du Kompromisse machen und anstatt Rohkost vielleicht, zumindest für die stetig wiederkommenden Winter, Gemüse einwecken oder fermentieren, um damit haltbare und schmackhafte "Gemüsekost" für die kalte Jahreszeit vorzubereiten. Warum nicht saure Gürkchen oder eingelegte Mini-Maiskölbchen mitnehmen?
Oder trotzdem Gurken und Tomaten kaufen?
Eine weitere Idee sind Sprossen, Babygemüse/Microgreens/Mikrogemüse Letzere liegen gerade sehr im Trend und sind in manchen Super-Supermärkten sogar schon im steten Sortiment. Sie werden teilweise direkt im Supermarkt herangezogen. Viele davon eignen sich definitiv super für die Brotdosen von Kindern. Sie passen perfekt als zusätzlichen Brotbelag on top.
Am allerbesten ist natürlich das eigene Züchten. Ich weiß nicht, wie alt deine Tochter ist und ob es wirklich schon gut für sie geeignet ist - aber deine Tochter wird älter und du kannst jetzt schon mal mit dem Züchten üben. So wird es ihr irgendwann umso besser schmecken, wenn du den Dreh für die passenden Wachstumsbedingungen schon einmal herausgefunden hast, und zukünftig weißt, wie das alles am Besten geht. Und ab einem bestimmten Alter kann deine Tochter sogar mithelfen, was ihr bestimmt viel Freude bereiten wird.
Beliebt als Anfänger-Keim- bzw Grünsprossen sind Alfalfa (Luzerne) - ab und zu ist das durchaus auch was für Kinder. Das ist ähnlich wie Kresse nur nicht scharf, dafür vollgepackt mit Vitaminen und mehr. Auch Amaranth kannst du versuchen, sowie Sonnenblume, Brokkoli und Basilikum, Erbsen etc.
Die verschiedenen Bezeichnungen wie Sprossen, Keimlinge, Microgreens, Mikrogemüse und andere Begrifflichkeiten können verwirrend sein....
Grünsprossen wachsen auf Erde oder einem speziellen Substrat. Sie werden nicht mit Wasser gespült, sondern wie Kresse gezüchtet und geerntet. Grünsprossen haben keine richtigen Blätter, sondern nur die sog. Keimblättchen. Sie sind klein, fein und zart und i.d.R. zum Rohverzehr geeignet. Informiere dich einfach jeweils nochmals spezifisch dazu.
Sicher kennst du Weizengras, um ein weiteres Beispiel zu nennen.


Keimsprossen entstehen durch eine Anzucht im Keimglas, wobei zwei mal tägliches Spülen erforderlich ist. Die Samen werden lediglich mit Wasser umspült und wachsen wild übereinander, ohne Erde.
Da bei diesen Samen leider bereits manchmal eine mikrobiologische Vorbelastung nicht auszuschließen ist, sollten Keimlinge für Kinder am besten kurz blanchiert werden. So lautet die Empfehlung. Und: auch durch evtl unsachgemäßes Handling beim Spülvorgang u.a., je nach Wasserqualität, Keimgefäß könnten allgemein im feuchten (und ggf warmen - je nach Jahreszeit und Standort) Milieu evtl schadhafte Substanzen (Bakterien, Schimmelpilze) mitgezüchtet werden.
Ein weiterer Pluspunkt für das Blanchieren bzw abkochen: teilweise verbessert sich der Geschmack, was für Kinder durchaus einen Beitrag zur Akzeptanz leistet. Nachteil: sie verlieren an Knackigkeit und der Vitamingehalt leidet darunter.
Ob du sie nun abkochst oder nicht, musst du evtl selbst entscheiden.
Beachte auch: Mungobohnen-Keimsprossen könnte man generell erst ab dem etwa 4.-5. Keimtag roh verzehren

Alfalfa kannst du als Grünsprossen nach ca mindestens 10-12 Tagen ernten und roh essen (wie Kresse). Sie sind erst dann roh genießbar.
Als Keimlinge gezogen (Im Keimglas, Spülen inklusive), kann man Alfalfa bereits nach ca 7 -8 Tagen (roh) verzehren.


Für das Obst gilt im Prinzip das Gleiche wie für das Gemüse in Bezug auf den Wintervorrat im Einweckglas .Oder auch möglich: Sharonfrucht, Kiwi, Mandarinenschnitze?
Also dann
Grüße
Birgit Neumann

von Birgit Neumann am 12.10.2021

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