Birgit Neumann

Birgit Neumann

Dipl. Ökotrophologin

Birgit Neumann studierte Ökotrophologie mit dem Schwerpunkt Ausbildung und Beratung und schloss ihr Studium mit dem Titel Diplom Ökotrophologin (Dipl.oec.troph.) ab. Seit dem Studium ist sie als Ernährungs­beraterin und Kursleiterin tätig. Mit regelmäßigen Fortbildungen hält sie ihr Wissen zur Baby- und Kinder­ernährung auf dem aktuellen Stand.

Birgit Neumann

gekochte Kartoffeln am gleichen Tag aufbrauchen wegen Solanin??

Antwort von Birgit Neumann

Frage:

Hallo Frau Neumann,

Frage steht oben. Steht in einem Kochbuch meiner Tochter.
Ehrlich gesagt verbrauchen die Personen die ich kenne (auch ich) alle auch am nächsten oder übernächsten Tag ihre gekochten Kartoffeln egal ob Pell- oder Salzkartoffeln.
Und warum sollte man keinen Reis im Kochbeutel kaufen (mach ich selber nicht, aber meine Mama)
Das Buch ist von 2014

Vielen Dank schon mal fürs Antworten

von Hinze am 12.12.2016, 19:24 Uhr

 

Antwort auf:

gekochte Kartoffeln am gleichen Tag aufbrauchen wegen Solanin??

Hallo Hinze
also ehrlich gesagt, habe ich das so noch nie gehört oder gelesen, geschweige denn "gelernt" mit den Kartoffeln.
Die Kartoffelschale ist zum Verzehr generell eher nicht bzw weniger optimal geeignet, für Babys und Kinder eigentlich komplett tabu.
Pellkartoffeln widerum, wie der Name schon sagt, werden sie gepellt, also geschält, sind eigentlich für jedermann okay - eigentlich unabhängig davon, wie lange sie nach dem Kochen mit Schale gelagert wurden.
Wie ist denn die Begründung im Kochbuch deiner Tochter?
Man solltest immer darauf achten, dass die Kartoffeln keinerlei grüne Stellen haben und keinerlei Keimansatz. Keimansätze oder grüne Stellen müssen immer sorgfältig und großzügig ausgeschnitten werden.
Es gibt zwei Arten an Kartoffelkeimen:
die sog. Lichtkeime und die Dunkelkeime. Letztere sind weniger bedenklich. Sie entstehen bei der Lagerung im Dunkeln, langsam, die Farbe ist weiß.
Lichtkeime hingegen entstehen schon nach kurzer Zeit und sie sind farbig (violett, grünlich).
Erwachsene sind viel robuster und daher stellt es für uns Großen kaum oder selten Probleme dar, einige der (licht-)gekeimten Kartoffeln, wenn kleine Keimstellen vor dem Kochen großzügig entfernt wurden, zu verzehren. Für Babys und Kinder wird davon unbedingt abgeraten.
Der Alkaloidgehalt (Solanin etc) kann bei den lichtgekeimten Knollen problematisch werden, insbesondere wenn Kartoffeln längere Zeit einer Neonbeleuchtung ausgesetzt waren. In den sog. Augen, grünen Stellen und den Keimansätzen konzentrieren sich die kritischen Stoffe. Aber auch wenn sich die Giftstoffe zwar im Wesentlichen um die Keimstelle herum konzentrieren, können (!) sie sich auch in der Kartoffel verbreiten.
Zum Einen schmeckt die Kartoffel in feinen Nuancen dann leicht bitter, (was bei Kindern zu Ablehnung führen kann) - oder es könnte Bauchschmerzen verursachen (Vergiftungserscheinung).
Mehr dazu kannst du noch hier nachlesen:
https://www.dge.de/wissenschaft/weitere-publikationen/fachinformationen/solanin-in-kartoffeln/

Deine zweite Frage zum Kochbeutelreis kann ich dir leider auch nicht zur Zufriedenheit beantworten. Ich kenne keine besonderen Gründe, die aus ernährungsphysiologischer Sicht dagegen sprechen. Wo hast du diese Info gelesen? Geht es eher um ökologische Aspekte? Um Geschmack oder bestimmte Reissorten?
Grüße
Birgit S.

von Birgit Neumann am 14.12.2016

Antwort:

Das Buch ist

"In der Kinderküche mit Pettersson und Findus". Hier steht auch das mit dem Reis.

"Verbrauche gekochte Kartoffeln innerhalb von einem Tag, danah können sie den Giftstoff Solanin freisetzen. "

Der genaue Wortlaut ist "Es ist wichtig, den richtigen Reis zu kaufen. Das ist auf keinen Fall Reis im Kochbeutel oder sogenannter *parboiled* oder vorgekochter Reis."

Wie viel Reis darf ein 8jähriges Kind essen, wegen Arsen und so? Da ich eine Angststörung habe, koche ich ihn nur 1mal im Monat.

Da fallen mir noch Fragen ein zu Kartoffeln. Wenn ich Pellkartoffeln mache, dürfen Kartoffeln verwendet werden, die kleine weiße Dunkelkeime dran sind ?? Habe immer wieder Kartoffeln, die so einen Ring im inneren haben, der ist braun und irgendwie sieht es aus wie gefasert. Was könnte das sein und kann man diese KArtoffeln trotzdem essen? Sieht man am Besten, wenn man die Kartoffel quer aufschneidet. Und noch ne Frage, wenn die Kartoffeln gekocht sind, finde ich immer wieder dunkle Stellen an ihnen. Was ist das dann ?? Ich such die raus und entferne sie, bevor ich die Kartoffeln zum Essen auf den Tisch stelle.

Liebe Birgit, ich danke schon mal für Deine Antwort. Wenn ich endlich meine Angst in den Griff bekäme. Ich trau mich kaum zu kochen, weil immer etwas sein könnte.

LG Hinze

von Hinze am 14.12.2016

Antwort:

Das Buch ist

Hallo Hinze
ah, danke für deine Rückmeldung. Bei der Wahl der Reissorte, kannst du dich bspw bei Ökotest o.a. Quellen* informieren.
Einmal die Woche ist ein Reisgericht schon okay...
Parboiled Reis bzw Naturreis ist im Hinblick darauf weniger gut. Denn beim parboiled Reis werden durch ein spezielles Verfahren die im Silberhäutchen enthaltenen Stoffe, leider aber auch das evtl vorhandene aber unerwünschte anorganische Arsen, ins Korninnere katapultiert und das Häutchen (die Schale) danach entfernt. Der unerwünschte Stoff Arsen befindet sich vor allem in der Schale, weshalb ungeschälter Reis, sog. Naturreis bzw Vollkornreis in dieser Hinsicht eben auch schlechter zu bewerten wäre. Doch es lassen sich hierzu keine pauschalen Aussagen treffen. Es kommt auf das einzelne Produkt, bspw aus welchem Anbaugebiet es stammt u.v.m. mehr drauf an!
Siehe auch hier:
http://www.rund-ums-baby.de/kochen-fuer-kinder/beitrag.htm?id=43817&suche=reis&seite=1

Die weißen Stellen an den Kartoffeln kannst du einfach abknipseln, mit dem Messer. Die dunklen Stellen nach dem Kochen können durch eine enzymatische Reaktion bedingt sein, die mit der Anbaumethode (Dünger) in Zusammenhang stehen kann.
Zum Rest deiner Fragen muss ich leider passen.

Ich wünsch dir was
Grüße
B. Neumann


*ggf mal bei testberichtepunktde

von Birgit Neumann am 15.12.2016

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