Birgit Neumann

Birgit Neumann

Dipl. Ökotrophologin

Birgit Neumann studierte Ökotrophologie mit dem Schwerpunkt Ausbildung und Beratung und schloss ihr Studium mit dem Titel Diplom Ökotrophologin (Dipl.oec.troph.) ab. Seit dem Studium ist sie als Ernährungs­beraterin und Kursleiterin tätig. Mit regelmäßigen Fortbildungen hält sie ihr Wissen zur Baby- und Kinder­ernährung auf dem aktuellen Stand.

Birgit Neumann

Frühstück und Milchmenge

Antwort von Birgit Neumann

Frage:

Guten Tag,
Meine Tochter ist knapp 9 Monate. Sie bekommt laut Fahrplan mittags eine Gemüse/Kartoffel/Fleischbrei, nachmittags einen milchfreien Obst/Getreidebrei und abends Milchbrei mit 200 ml Kuhmilch (diese habe ich über zwei Monate schrittweise eingeführt). Morgens und zwischendurch stille ich sie noch.
Nun möchte ich gerne wissen, wie ich das machen kann, wenn sich meine Kleine nach und nach abstillt?
Ich möchte ungern Folgemilch oder Kindermilch aus der Flasche geben. Aber sie braucht bestimmt noch mehr Milch als die 200 ml Kuhmilch? Kann ich ihr morgens einen Fertigmilchbrei mit Obst aus der Packung machen? Da ist der Proteingehalt angepasst oder? Enthält dieser aber alle wichtigen Nährstoffe? Oder welche Alternativen habe ich?
Darf ich ihr schon pflanzliche Milch geben (mandelmilch, reismilch?) bzw. ab welchem Alter darf man das?

Und wieviel Milch braucht bzw. darf max. ein Kind mit 2 Jahren und 3 Monaten in etwa zu sich nehmen? Und zählt Pflanzenmilch auch immer mit dazu? Oder geht es beim Eiweißgehalt nur um tierische Eiweiße?

Vielen Dank im Voraus für die Beantwortung der vielen Fragen.

von Sofie am 14.09.2020, 15:26 Uhr

 

Antwort auf:

Frühstück und Milchmenge

Hallo Sofie
solange du deine Tochter noch ausreichend stillst brauchst du keine weitere Sorte Milch zu geben. Dass du Kuhmilch im Abendbrei integrierst, ist weiterhin aber natürlich auch wunderbar. Du kannst diesen Mix weiterhin anbieten.
Momentan stillst du deine Tochter absolut ausreichend, so wie du eure Situation schilderst. Mit einem größer werdenden Anteil Beikost (Brei und Familienkost) wird die Nachfrage nach Mumi bei deiner Tochter vielleicht und wahrscheinlich allmählich kleiner wedren, das stimmt. Doch solange du ihr weiterhin die Möglichkeit gibst gestillt zu werden, solange passt die Millchmenge und ist ausreichend.
Explizite Fragen zum Stillen, zur Mumimenge u.a. kannst du auch noch einmal an Biggi Welter (und Kistina Wrede) ins Forum "Stillberatung" einstellen, falls du unsicher bist.

Ab dem 10. Lm kannst du von Brei nun immer weiter überlenken, zurr breifreien Beikost und Familienkost. Gib deiner Tochter einfach weiterhin zusätzlich die Möglichkeit, nach ihrem Bedarf gestillt zu werden.
Im Rahmen der Familienkost kannst du nun auch Pflanzendrinks verwenden.
Sie passt in manche Rezepte und harmoniert in manchen Gerichten ganz gut. Sie ist jedoch kein Ersatz für Milch. Sie ergänzt den Speiseplan, bringt Vielfalt.
(Milch)Brei zum Frühstück brauchst/solltest du nicht geben.
Grüße
Birgit Neumann

P.S.
Kennst du den Beikostfahrplan ab dem 10 Lm für nach Bedarf gestillte Babys?
Wenn dein (gesundes) Baby an sich gut und altersentsprechend enwickelt ist, motorisch soweit ist, dass sie gut greifen und schlucken kann, dürftest /solltest du sie ab jetzt verstärkt mit Fingerfood bekannt machen. Lass dein Baby die Speisen selbständig greifen und schau, was sie damit anstellt. Vielleicht nimmt sie diese in den Mund. Vielleicht zerdrückt sie diese bei den ersten Malen nur mit den Händen. Egal. Das wäre bereits ein prima Anfang in eine selbständige Essweise.
.
Hier ist ine kleine Orientierungshilfe für eure zukünftige Mahlzeitengestaltung:
morgens:
Butterbrotstückchen und stillen, Beilagen
neu ist jetzt, dass der Start in den Tag, neben stillen, mit einem normaen Familienfrühstück (Brotstücke) beginnen kann. Ideal ist Brot oder Getreide in Müsli, oder Obst.
Begint den Tag mit einem Frühstück, am Tisch sitzend. Morgens ist die Bereitschaft zum Kauen noch hoch. Kauen ist wichtig für die Ausbildung einer kräftigen Kaumuskulatur.
ZMZ: Brot oder Obst
je nach dem wie lange die Zeitspanne bis zum Mittagessen ist, kann eine Zwischenmahlzeit sinnvoll sein. Hier gibt es entweder etwas Obst oder je nach dem evtl auch noch einmal etwas Brot.
auch stillen ist okay.
Mittagessen:
gewohnter Brei, dazu Mittagessen - entweder sehr basic in Anlehnung an die üblichen Breie (alle Zutaten separat, breiig oder stückig, oder bereits bekannte einfache Gerichte wie Nudeln mit Sosse, Pizza etc und/oder geeignete Familienkost
neu ist jetzt, dass neben dem üblichen Brei und bekanntem Fingerfood auch schon Familienkost, vermehrt stückige Nahrung und das selbständige Essen, das Erlebnis ganz besonders im Vordergrund der Mahlzeit stehen.
Nachmittag/ZMZ:
Obst oder Getreidestängelchen o.ä., ggf Kuchen, Babykekse, Muffins, Waffeln etc
nachmittags ist ein Energienachschub durch Kohlenhydrate (Obst und/oder Getreide) erwünscht
Abends:
wie gewohnt, zusätzlich Brot oder Nudeln, stillen, geeignete Familienkost

von Birgit Neumann am 15.09.2020

Antwort:

Re:Pflanzendrink

Hallo Sofie
in diesem Teil meiner Antwort gehe ich noch einmal auf deinen Fragezusatz ein:
Pflanzendrinks haben eine andere Nährstoffzusammensetzung. Sie haben meist mehr Kohlenhydrate, dafür weniger Eiweiss und Fett.
Ich möchte an dieser Stelle trotzdem gerne noch einmal darauf hinweisen, dass Getreide-, Sojadrink und Co (lediglich) eine (u.a. geschmackliche, ...) Bereicherung im Speiseplan eines gesunden Kindes sein können.
Pflanzendrink hat mit Milch lediglich den Verwendungszweck und die Farbe gemeinsam.

300 ml Kuhmilch täglich, das gilt momentan als Richtwert für 1-jährige Kinder.
330 ml Kuhmilch täglich, das gilt momentan als Richtwert für 2-3 jährige Kinder.

Diese Mengen kannst du als Orientierungswert nehmen. Das phasenweise Über/Unterschreiten bzw Abweichen der Menge ist völlig in Ordnung.
Es geht bei dieser Empfehlung darum, dass man als Eltern ein Augenmerk darauf hat, dass man seinem Kind Kuhmilch in nicht zu großer Menge und die große Menge nicht über einen längeren Zeitraum gibt - dass man seinem Kind keinen Freifahrtschein für Kuhmilch(flaschen) ausstellt. Denn das wäre schlichtweg "ungesund". Ausführlichere Infos kannst du hier nachlesen, wenn du magst: https://www.rund-ums-baby.de/kochen-fuer-kinder/Milch_46302.htm
Undgesund auch deshalb, weil die Ernährung dadurch zu einseitig werden könnte. Weil der Appetit, die Neugier, das Interesse auf die übrige Nahrungsvielfalt u.a. sonst darunter leiden könnte. Und weil die Eisenresorption unter ständigem Kuhmiclhkonsum sehr beeinträchtigt werden kann.
Um Kuhmilch (wenn es sein sollte) einzusparen, kann man Pflanzendrink in verschiedene Gerichte einarbeiten.

ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen weiterhelfen
Grüße
Birgit Neumann

von Birgit Neumann am 15.09.2020

Antwort auf:

Frühstück und Milchmenge

Ganz lieben Dank für diese tolle Antwort. Eine Nachfrage hätte ich noch. Was ist, wenn ich in paar Wochen nicht mehr stillen sollte. Wieviel Milch braucht dann meine Tochter? Dann würden die 200ml Kuhmilch nicht reichen oder? Sollte ich ihr dann Folgemilch geben und wenn ja wieviel oder Fertigmilchbrei? Weil mehr als 200 ml Kuhmilch darf es im ersten Jahr ja nicht sein, soweit ich weiß.

Viele Grüsse

von Sofie am 15.09.2020

Antwort auf:

Frühstück und Milchmenge

Hallo Sofie
Wenn du dein Baby abstillen möchtest, dann bräuchtest du im 1. Lebensjahr einen adäquaten Ersatz dafür. Säuglingsmilch wäre für diesen Fall optimal. Wenn es irgendwie möglich ist, dass du deine Tochter noch bis zum 1. Geburtstag stillen kannst, wäre dies natürlich, so gesehen, optimal, weil du dein Baby nicht an eine Ersatzmilch umgewöhnen bräuchtest. Wenn du weiterhin stillen könntest, bräuchtest du nämlich keine weitere Milchsorte, neben der Kuhmilch im Brei und Muttermilch, zu geben.
Wenn sich deine Tochter, trotz bestehendem Stillangebot, selbst abstillen würde, dann würde es reichen, "nur" Kuhmilch weiterhin im Brei anzubieten bzw Familienkost, welche vielleicht auch kleine Mengen Milch enthält.
Als Trinkmilch ist Kuhmilch im 1. Lj ungeeignet.
Alternativ wäre auch der Instantmilchbrei okay, in euerem Fall ggf eine vielleicht ebenfalls geeignete Lösung.
Da es ab dem Zeitpunkt der Familienkosteinführung allerdings eher erwünscht ist, weg von Brei und weg von Fertig-Babykost zu gehen, wäre diese Lösung lediglich bedingt geeignet, aber okay. Dein Kind sollte sich idealerweise eher an echten Geschmack und gewöhnliche Lebensmittel gewöhnen.
Warte jetzt einfach noch mal ab, wie sich das Stillen in der nächsten Zeit entwickeln wird. Wenn sich deine Tochter tatsächlich demnächst selbst abstillt oder wenn du in den nächsten Tagen ganz konkret abstillen möchtest, dann stelle deine Frage am besten nochmals ins Experten-Stillforum bei Biggi Welter und Kristina Wrede.
Grüße
Birgit Neumann

von Birgit Neumann am 17.09.2020

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