Birgit Neumann

Birgit Neumann

Dipl. Ökotrophologin

Birgit Neumann studierte Ökotrophologie mit dem Schwerpunkt Ausbildung und Beratung und schloss ihr Studium mit dem Titel Diplom Ökotrophologin (Dipl.oec.troph.) ab. Seit dem Studium ist sie als Ernährungs­beraterin und Kursleiterin tätig. Mit regelmäßigen Fortbildungen hält sie ihr Wissen zur Baby- und Kinder­ernährung auf dem aktuellen Stand.

Birgit Neumann

Fleischverweigerer

Antwort von Birgit Neumann

Frage:

Guten Tag!

Mein Sohn 4 1/4 Jahre isst praktisch kein Fleisch. Manchmal ein paar Hapsen von einer Wiener (beim Fleischer bekommt er immer eine geschenkt, die er jedoch nie ganz aufisst).Er nimmt jedoch keine Wurst und sehr selten Fleisch (wenn dann in Form von Geschnetzeltem oder Nuggets). Obst und Gemüse sind bei ihm kein Problem. Ei verweigert er ebenfalls komplett (auch kleingeschnitten im Salat). Er geht in den Kindergarten, wo er gerne auch mal einen 2.Teller nimmt, jedoch auch hier ohne Fleisch. Fisch hingegen nimmt er in allen Variationen.
Muss ich mir nicht langsam Gedanken machen über seine Eisen und Vitamin B12 Versorgung. Was kann ich sonst noch tun?
Er ist 1,10 m und wiegt nur 16,8 Kilo. Bewegt sich aber viel, gerne, ausdauernd und ist auch sonst eher quirlig.

Vielen Dank schon mal
Andrea Rolli

von arolli am 02.01.2009, 21:53 Uhr

 

Antwort auf:

Fleischverweigerer

Hallo Andrea
dein Kind isst Fleisch, nur nicht in der von Ernährungswissenschaftlern geforderten Menge. Meinst, du dass es wirklich zu wenig sei?
Hier ein Link zum Vergleich:
http://www.aid.de/downloads/kinderernaehrung_alter.pdf
Dieser Plan muss nicht starr eingehalten werden. Es sind Richtlinien, die auf die Woche hochgerechnet werden können. Und der Appetit des Kindes sollte auch stark berücksichtigt werden. Manche Kinder essen mehr, andere Kinder essen weniger. Empfohlene Verzehrsmengenangaben sind immer auch abhängig davon wieviel ein Kind sonst so isst. Die Relationen sollten jedoch ungefähr erhalten bleiben- auf die Woche hochgerechnet.

Dafür mag dein Kind gerne Gemüse und Co, schreibst du. Auch das kann einen Ausgleich darstellen. Wichtig ist , dass dein Kind von guter Gesundheit ist. Lebhaft, normal entwickelt, etc. Den Ernährungsstatus kann der KiA beurteilen.

Ernährungsbedingter Eisenmangel entsteht langsam. Es gibt Kinder, die mögen kein Fleisch. Oft kommt es jedoch auch hier auf die Zubereitungsart und die Sorte, sowie die Qualität an.
Fleisch ist die beste Eisenquelle. Am besten rotes Fleisch wie Rind. Kaufe doch besonders gute Qualität. Welche Sorten Fleisch gibt es bei euch und wie bereitest du es zu?
Bolognesesosse ist bei Kindern meist recht beliebt. Oder Gulasch, da ist das Fleisch sehr zart und gut kaubar.
Oder Hamburger selbstgemacht?
Auch Hühnerfleisch (fetteres Fleisch vom Hühnerbein) mögen viele Kinder. Sowie Wurst.
In Gemüse und Getreide ist zwar Eisen enthalten (Spinat übrigens nicht so sehr), wird aber vom Körper wesentlich schlechter aufgenommen.

Auch Aprikosen und allgemein Trockenfrüchte (Datteln)(ungeschwefelt) enthlaten Eisen. Auch rote Säfte (Traubensaft) sind hilfreich.
Hilft dir das weiter? Eisen wäre auch in Rote Bete (Saft).
Wurst enthält auch ein Eisen, besonders Salami, aber auch jede Menge Zusatzstoffe. Prozentual gesehen, ist allerdings deswegen auch weniger Eisen enthalten. Denn der Fleischanteil in der Wurst ist ja geringer als in einem Stückchen Fleisch der selben Gewichtsmenge/Verzehrsmenge.
100g Fleischwurst bspw enthalten ca 1,7 mg Eisen. 100g Muskelfleisch vom Rind ca 2,2 mg. Vom Schwein etwa 1 mg. Rinderhack im Schnitt ca 2,4 mg. 100g Bratwurst etwa 1 mg. 1 Wiener Würtschen ca 2,4 mg Eisen /100g
Quelle: Die grosse GU Nährwerttabelle 2002/03

Grüsse
Birgit Neumann

von Birgit Neumann am 04.01.2009

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