Birgit Neumann

Birgit Neumann

Dipl. Ökotrophologin

Birgit Neumann studierte Ökotrophologie mit dem Schwerpunkt Ausbildung und Beratung und schloss ihr Studium mit dem Titel Diplom Ökotrophologin (Dipl.oec.troph.) ab. Seit dem Studium ist sie als Ernährungs­beraterin und Kursleiterin tätig. Mit regelmäßigen Fortbildungen hält sie ihr Wissen zur Baby- und Kinder­ernährung auf dem aktuellen Stand.

Birgit Neumann

Fingerfood

Antwort von Birgit Neumann

Frage:

Sehr geehrte Frau Neumann,

Nachdem meine 7,5 Monate alte Tochter nicht so gerne Breid isst, und ich das BLW - Konzept eigentlich gut finde, biete ich ihr zusätzlich auch Fingerfood an. Gestillt wird sie auch noch nach Bedarf. Auch meine Kinderärztin und Hebamme haben mich zum Fingerfood ermutigt, und unsere anderen betont, dass die Babys das Essen selber halten müssen (warum ist das eigentlich so?) und selber abbeißen sollen.

Fingerfood findet sie klasse, begeistert wird vieles, was ich ihr anbiete (Gemüsesticks, Banane, Pfirsich, Brötchen) angenommen und gegessen. Was mich besorgt, ist, dass sie sich immer die größtmögliche Menge in den Mund stopft, dann abbeißt (hat zwar erst unten zwei beginnende Zahn-Zäckchen, aber klappt irgendwann trotzdem) - und schluckt! Nichts mit im Mund herumschieben, zwischen den Kauleisten zermalmen, und dann kleine Stücke schlucken, wie ich es gelesen hatte.
Verschluckt hat sie sich zum Glück noch nicht, nur ab und zu mal gewürgt oder kurz gehustet. Ich bekomme allerdings jedes Mal Angst, wenn ich sehe, was für ein großes Stück sie abgebissen hat - und mein Mann kriegt regelrecht Panik.
Würden Sie sagen, dass das ganz normales Verhalten ist, von Babys, die gerade essen lernen? Oder sollte ich lieber noch etwas warten mit Fingerfood? Eigentlich finde ich die Idee, wie gesagt, ja gut, und meine Tochter nimmt es auch so gut an, und beschwert sich auch, wenn ich ihr Essen wieder wegnehme.

Vielen Dank und liebe Grüße!

von MareiBlume am 19.07.2021, 14:35 Uhr

 

Antwort auf:

Fingerfood

Hallo MareiBlume
anders als beim Beikostplan mit Brei erfordert das Beikostkonzept des BLW eine noch individuellere Begleitung und ein gutes Gespür seitens euch Eltern. Es gibt für BLW Empfehlungen, welche insbesondere auf die Eigenschaften der ausgewählten Zutaten hinweisen, um Gefahren zu vermeiden. Beim Beikostkonzept für Brei werden eher konkrete Zutaten und Breirezepturen genannt. Beim BLW gehen die Informationen mehr und auch auf die Konsistenz und weniger auf Rezepturen ein. Für Eltern liegt der Fokus beim BLW darum ganz besonders auf der individuell optimal angepassten Zubereitung der angebotenen Nahrung. Durch Beobachtung lässt sich die richtige Heransgehensweise für das eigene Baby mit breifreier Kost nach und nach immer besser herausfinden. Wenn deine Tochter die Stücke noch komplett ungekaut herunterschluckt, müsstest du auf eine ganz besonders weiche Konsistenz achten.

Babys essen Brei anfangs in einer anderen Weise als ältere Babys oder Kleinkinder. Das Schlucken erfolgt anfangs noch reflektorisch. Wenn der Mund ausreichend gefüllt ist und der Brei weit genug im Mundraum platziert ist, dann wird der Brei einfach geschluckt. Wenn du deinem Baby nun breifreie Speisen in den Mund gäbest, könnte dies gefährlich werden. Aus diesem Grund sollte dein Baby die Speise selbst zum Mund führen. So kann es selbst besser spüren und bestimmen, wie weit das Stückchen in den Mund geführt wird. Es befühlt das Stückchen zunächst mit den Lippen und der Zunge. Die Nahrung wird mit den Tastrezeptoren im Mund abgetastet. Was sich zuvor in der Hand deines Babys schon seltsam und unpassend anfühlt, wird ggf nur an und nicht in den Mund geführt.
BLW bzw breifrei ist für Essanfänger noch ein Entdeckerspiel mit dem ein Baby die gesamte Umwelt und Mitwelt kennenlernen und erfahren kann. Die Mengen sind entsprechend klein. Je älter dein Baby wird, desto besser wird alles klappen. Die Schluckmuster verändern sich mit zunehmendem Alter und mit zunehmender Erfahrung mit der Beikost.
Du kannst BLW übrigens auch mit Brei versuchen. Auch in einen Brei kann deine Tochter ihre Hände stippen und ablutschen. Für dein Baby ist das gesamte Prozedere der Beikost, egal ob gefüttert mit Brei oder selbständoig durch Sticks, erst einmal neu und ungewohnt.
Anstatt mit dem Löffel könntest du auch deine Fingerkuppe mit Brei benetzen. Es geht am Anfang nämlich auch um den Eindruck, welchen dein Baby erhält. Von der Fingerkuppe nimmt dein Baby den Brei vielleicht eher an. Und vielleicht möchte sie ihren Finger (die Hand) ebenfalls in den Brei tauchen. Serviere den Brei dafür einfach auf einem flachen Teller. Veilleicht möchte deine Tochter den Brei zuvor selbst an den Händen spüren?
Grüße
Birgit Neumann

von Birgit Neumann am 21.07.2021

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