Birgit Neumann

Birgit Neumann

Dipl. Ökotrophologin

Birgit Neumann studierte Ökotrophologie mit dem Schwerpunkt Ausbildung und Beratung und schloss ihr Studium mit dem Titel Diplom Ökotrophologin (Dipl.oec.troph.) ab. Seit dem Studium ist sie als Ernährungs­beraterin und Kursleiterin tätig. Mit regelmäßigen Fortbildungen hält sie ihr Wissen zur Baby- und Kinder­ernährung auf dem aktuellen Stand.

Birgit Neumann

Essen 1 Jahr

Antwort von Birgit Neumann

Hallo Sternchen100
ja, erweitere euren Essplan unbedingt. Dein Kind kann es kaum abwarten wie du schreibst.
Du kannst denBreiplan vorerst so lassen wie er ist. Das wichtige und richtige ist zunächst gar nicht das Ersetzen, sondern das Ergänzen. Und dafür wird es tatsächlich höchste Zeit!
Beginne also mit Brotstückchen, die dein Kind selbständig essen darf und sogar soll.
Dein Kind gibt dir den Weg und das Tempo vor. Wenn dein Sohn bald so viel Brot isst, dass er davon satt wird, kannst du den Brei komplett weg lassen.
Binde dein Kind jetzt immer mehr in eure Familienessgewohnheiten mit ein und gestalte die Nahrung häufig so, dass dein Kleiner mit essen kann.
Du kannst die meisten üblichen (geeigneten) Familienspeisen, vor den Augen deines Kindes so aufbereiten, dass er mitessen kann. Wenn es Kartoffeln gibt - prima, zerdrücke sie ggf auf seinem Teller. Lass ihn einige Kartoffelstückchen beißen. Gib deinem Kind auf seinemTeller ganz viel zum Entdecken. Lass dein Kind immer bei euch Eltern mitessen und würze, wenn nötig, seine Portion etwas weniger.
Und ganz wichtig: lass deinen Sohn möglichst häufig selbständig essen. Gib ihm viele Gelegenheiten damit er das Essen zunächst mit seinen Händen befühlen kann. Lass ihn das Essen mit allen Sinnen erfahren. Dazu zählt auch das Sehen. Statt einem Brei-Einerlei auf seinem Teller, darfst du dein Kind auch hier mehr fordern. Serviere Kartoffelbrei und Möhrenbrei - nebeneinander statt durcheinander. Statt Saft im Brei, könntest du Saft zum Trinken anbieten, als Nachtisch.Eine Portion frisch gepressten Mandarinensaft - super. Oder wie wäre es mit fein geriebenem (nicht zu saurem) Apfel, den du auf einer Reibe fein reibst und ihn selbständig essen lässt, ggf HIlfestellung gibst - mit einem Löffel.
Andere Möglichkeiten für Obst: Banane, Mango, weiche Birne, Apfelkompott, zerdrückte Heidelbeeren, Sharonfrucht, Mangostückchen, Papaya, u.v.m. Lass ihn selbständig essen halbierte kernlose Trauben, Mandarinenfilets, Orangenfilets,...
Was die MIichmenge betrifft: du kannst in der nächsten Zeit allmählich auf Kuhmilch, aus der Tasse, umsteigen. Du kannst die Menge auf ca 300 ml am Tag erweitern, die Pre-Milch dafür entsprechend immer weiter reduzieren.
Familienkost bedeutet ganz besonders, dass euer Kind sieht und schmeckt. Dass er selbständig essen kann, aber nichts essen muss was er nicht mag. Wenn dein Kind etwas nicht mag, dann heißt das für dich: Geduld und immer wieder anbieten.
Beim Essen lernen sind übrigens alle Sinne beteiligt, nicht nur der Geschmackssinn bzw der Geschmackseindruck im Mund. Auch die anderen Sinne sind wichtige Erfahrungsinstrumente für dein Kind, zur Bewertung für die Speise ob sie gefällt oder nicht gefällt.
der Sehsinn, Riechsinn, Geschmackssinn, Tastsinn (Hände und Mundraum, Zunge), Hörsinn, Gleichgewichtssinn und: Emotionen
Erst das Zusammenwirken all dieser Sinneseindrücke ergeben für dein Kind ein Ganzes. Dieses Zusammenwirken hat einen großen Einfluss auf das Essverhalten und die Akzeptanz von (neuen) Speisen i.A.
Ein einmaliges Ablehnen bedeutet zunächst erst einmal gar nichts. Darum ist es gut; wenn du dein Kind sich langsam und in seinem Tempo den neuen Speisen annähern lässt. Spielerisch. Dafür ist eine liebevolle und emotionale Begleitung sehr wertvoll. Und Vorbilder.
Zusammenfassung:
biete deinem Kind immer mehr und immer häufiger eure Familienkost an. Zerkleinere die Kost, falls erforderlich. Zeige deinem Kind eure Geschmacksvielfalt, eure Geschmacksvorlieben. Gewöhne ihn an neue Konsistenzen. Lass ihn ausprobieren, Lass ihn schmecken. Lass ihn kauen. Vielfalt und Eigenständigkeit, dazu die gewohnte Kost (Brei und Milch), damit dein Kind sich weiterhin mit den bekannten und gemochten Speisen satt und zufrieden essen kann. Insgesamt geht die Tendenz jetzt (im Tempo deines Kindes) zu weniger Brei, weniger Milch und mehr stückige Kost (kauen), Vielfalt und Erlebnis, Anpassung, ausprobieren.
Beim Salat kannst du dein Kind zunächst spielerisch an der Sosse nippen lassen.
Rohkost wäre als Smoothie möglich. Damit dein Kind bei Tisch die Möglichkeit erhält auch Gemüse mitzuessen, könntest du bspw gedämpfte Gemüsestückchen anbieten. Für alle.
Das haptische Erlebnis ist für dein Kind besonders wichtig.
Dein Speiseplan, den du aufgeschrieben hast, den kannst du so planen.Wenn dein Kind mit isst, dann ist da wunderbar.


Vergleiche euren Essplan evtl noch einmal mit den allgemeinen Empfehlungen: ab dem
morgens: Brot und Milch
neu ist jetzt, dass der Start in den Tag mit einer Beilage zur Mumi begonnen werden kann/sollte. Ideal ist dazu ein kohlenhydrathaltiger Zusatz in Form von Getreide. Brot eignet sich ideal. Es geht auch darum, dass du dein Baby langsam an eine 1. Mahlzeit am Tag, an ein Frühstück, am Tisch sitzend, gewöhnst. Morgens ist die Bereitschaft zum Kauen noch hoch.
Kauen ist wichtig für die Ausbildung einer kräftigen Kaumuskulatur.
ZMZ: Brot oder Obst
je nach dem wie lange die Zeitspanne bis zum Mittagessen ist, kann eine Zwischenmahlzeit sinnvoll sein. Hier gibt es entweder etwas Obst oder je nach dem evtl auch noch einmal etwas Brot.
Mittag:
Mittagessen entweder sehr basic in Anlehnung an die üblichen Breie oder bereits bekannte
einfache Gerichte wie Nudeln mit Sosse, Pizza etc und/oder Familienkost
neu ist jetzt, dass neben dem üblichen Brei und bekanntem Fingerfood auch schon Familienkost, vermehrt stückige Nahrung und das selbständige Essen, das Erlebnis ganz besonders im Vordergrund der Mahlzeit stehen.
Nachmittag/ZMZ:
Obst oder Getreidestängelchen o.ä., ggf Kuchen, Babykekse, Muffins, Waffeln etc
nachmittags ist ein Energienachschub durch Kohlenhydrate (Obst und/oder Getreide) erwünscht und auch diese Mahlzeit sollte milchfrei (stillen erlaubt) sein. Milch als Bestandteil von Kuchen und Co ist o.k.
Abends:
Brot und Milch , Nudeln und Milch etc
die Kombination aus Getreide mit Milch fördert den guten Nachtschlaf.
dazu Obst/Gemüse ggf Rohkost
nachts ggf Milch
tagsüber zwischendurch bzw nach den Mahlzeiten:
Wasser

Also dann
Grüße
Birgit Neumann

P.S. da Foto zeigt einen Obstteller mit Banane, Trauben und Heidelbeeren
auch wunderbar: Kiwi, Mango, grüne Trauben, Himbeeren, ...
immer wichtig: weich genug, klein genug, damit es gefahrenfrei geschluckt werden kann

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von Birgit Neumann am 27.02.2019

 
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