Birgit Neumann

Birgit Neumann

Dipl. Ökotrophologin

Birgit Neumann studierte Ökotrophologie mit dem Schwerpunkt Ausbildung und Beratung und schloss ihr Studium mit dem Titel Diplom Ökotrophologin (Dipl.oec.troph.) ab. Seit dem Studium ist sie als Ernährungs­beraterin und Kursleiterin tätig. Mit regelmäßigen Fortbildungen hält sie ihr Wissen zur Baby- und Kinder­ernährung auf dem aktuellen Stand.

Birgit Neumann

Ernährungsplan

Antwort von Birgit Neumann

Frage:

Mein Sohn ist fast 9 Monate alt. Aufgrund einer vermuteten Milchproteinintoleranz bekommt er Neogate. Davon trinkt er morgens 200 ml und abends 200 ml.
Das zweite Frühstück besteht aus klein geschnittenen Obst und Frucht Getreide Gläschen. So ca um 7/ halb 8, zwischen halb 11 bekommt er selbstgekochten Brei. Er isst viel und gut.
Um halb 2 bekommt er Obst und Gläschen Getreide Frucht.
Um halb 5 /5 bekommt er einen Grieß Obstbrei mit Neocate. Den will er nicht mehr essen. Er möchte am liebsten alles vom Tisch haben.
Was darf ich ihm geben? Brot mit Butter? Er hat enorme Probleme mit dem Stuhlgang und ich muss ihn Mageocol geben. Trinken lässt er oft aus dem Mund laufen. Ich biete es aber immer wieder an.
Er gedeiht sehr gut.

von Anka25 am 22.03.2020, 06:05 Uhr

 

Antwort auf:

Ernährungsplan

Hallo Anka25
leider kann ich dir im Rahmen meiner Arbeit hier im Forum nur sehr begrenzt weiter helfen. Ich versuche einmal, im Rahmen meiner Möglichkeiten ein bisschen etwas zu schreiben. Okay? Also. Wie du selbst es bereits erkannst hast, ist der Zeitpunkt zur Einführung der Familienkost gekommen. Inwieweit du hier einfach einsteigen kannst, das müsstest du ggf mit dem KiA besprechen. Meine Beratung hier im Forum Kochen für Kinder kann leider nicht alle von dir genannten Punkte berücksichtigen, falls es hier individuelle Vorgaben zu beachten gibt.
Ich beziehe mich darum nun im Wesentlichen auf die äußeren Aspekte vom Familientisch.
Der Familientisch ist ganz wörtlich zu nehmen und ist der Raum, bzw der Tisch an dem ihr zusammen sitzt. Dieser schön gedeckte Esstisch bietet deinem Kind nun enorme Möglichkeiten für sein Wachstum. Hier kann er euch Eltern alles nachmachen und lernt so peu à peu neue Lebensmittel und typische Familienspeisen in ihrer Gesamtheit kennen. Er lernt wie diese aussehen und wie sie riechen, wie sie schmecken, wie sie sich anfühlen und wie sich diese beim Kauprozess und beim Schlucken anhören. Diese Informationen liefern ihm wichtigen Input. Jetzt kann dein Kind viele neue Eindrücke bekommen. Zusätzlich mit den gewohnten Speisen wie Milch und Brei u.a., hat er die Möglichkeit, um sich satt zu essen. Mit der Familienkost erhält (d)ein Kind die Möglichkeit in besonderer Weise und verstärkt selbständig und aktiv die Essensaufnahme zu steuern.
Dieser Altersabschnitt kennzeichnet das Ende der Babyzeit und zeigt allmählich den Beginn der Kleinkindära. Das schnelle körperliche Wachstum stagniert etwas. Und darum braucht (d)ein Baby ab diesem Zeitpunkt nicht mehr die großen Nahrungsmengen (Milch u.a.), die ihr gewohnt seid. Viele Eltern sind darum irritiert. Zum Einen glauben sie, dass ihr Kind zuwenig isst weil es von der Familienkost, von festeren Speisen oder einfach insgesamt betrachtet weniger isst. Aber zum Anderen ist genau dies ein Zeichen, nämlich dass das (gesunde) Kind bereit ist für die Familienkost .
Da du von größeren Problemen bei der Verdauung schreibst, müsstest du nun individuell prüfen, inweiweit die allgemeinen Empfehlungen für euch tatsächlich passen oder anzuwenden sind. Zudem sollt ihr auf Kuhmilch und andere Produkte verzichten, welche Kuhmilcheiweiß beinhalten. Das sind neben Käse und Co auch verschiedene Fertigprodukte aber auch manche Margarinesorte u.a.
Hier müsst ihr am Familientisch nun ganz besonders streng darauf achten.


Ganz allgemein sollte ab dem Alter der Familienkost Brot angeboten werden. Das Brot regt zum Kauen an, was gut für das Gebiss ist.
Morgens und abends. Ob Butter in eurem Fall erlaubt ist, das müsstest du mit dem KiA besprechen. Bei der Margarinesorte solltest du auf jeden Fall darauf achten, dass sie kein Kuhmilcheiweiß enthält.
as Brot kann von der Rinde befreit werden und dünn mit Margarine /Aufstrich bestroichen werden, dann wird es in kleine STückchen geschnitten. Dies erleichtert deinem Kind das Zugreifen und zum bzw in den Mund befördern. Dein Kind sollte feste Kost selbständig essen.
Was mir auffällt an eurem Plan ist, dass ihr sehr viel Frucht dabei habt. Frucht solltest du vielleicht besser auf ca 120g pro Tag reduzieren, aber auch hier empfehle ich dir evtl die Rücksprache mit dem KiA.

Ganz allgemein lauten die Empfehlung für gesunde Kinder zur Familienkost folgendermaßen:
morgens: Brot und Milch (in euremFall Neocate), dazu ggf etwas weiches Obst - bspw als Fingerfood.
Brot eignet sich ideal, da morgens die Bereitschaft zum Kauen hoch ist. Kauen ist wichtig für die Ausbildung einer kräftigen Kaumuskulatur.
ZMZ: Brot oder Obst (dann aber nicht zum Frühstück)
aber nur wenn - je nach dem wie lange die Zeitspanne bis zum Mittagessen ist, kann eine Zwischenmahlzeit sinnvoll sein. Hier gibt es entweder etwas Obst oder je nach dem evtl auch noch einmal etwas Brot.
Mittag:
Mittagessen entweder sehr basic in Anlehnung an die üblichen Breie oder bereits bekannte einfache Gerichte und/oder Familienkost
neu ist jetzt, dass neben dem üblichen Brei und bekanntem Fingerfood auch schon Familienkost, vermehrt stückige Nahrung und das selbständige Essen, das Erlebnis ganz besonders im Vordergrund der Mahlzeit stehen.
Nachmittag/ZMZ:
Obst oder (erste, wenig süß schmeckende Muffins) Waffeln etc - je nach Hunger und Mittagsschlafrhythmus.
Vielen Babys reicht es aus, einfach "nur" Obst (Obst-Fngerfood) zu essen.
nachmittags ist ein Energienachschub durch Kohlenhydrate (Obst und/oder Getreide) erwünscht. Diese Mahlzeit sollte milchfrei sein.
Abends:
Brot und in eurem Fall Neocate (oder: Grießbrei, Haferbrei/müsli), Nudeln und in eurem Fall Neocate etc
die Kombination aus Getreide mit Milch fördert den guten Nachtschlaf.
dazu Obst/Gemüse

tagsüber zwischendurch bzw nach den Mahlzeiten:
Wasser, ggf Tee
Trinken muss dein (gesundes) Kind nur, wenn er durstig ist. Probiere ggf einen gewöhnlichen kleinen Becher aus.*
Je fester die Kost, je salzhatiger (Brot und Co), je weniger Brei, je weniger Milch - desto mehr zusätzliche Flüssigkeit wird benötigt.
Normalerweise trinken Kinder wenn sie durstig sind,
Da du von massiven Stuhlproblemen sprichst, möchte ich dich bitten, dass du auch dieses Thema noch *einmal mit dem KiA detaiiliert besprichst.

Familienkost sind zusätzliche Angebote zur bereits gut etablierten Kost. Familienkost ist nicht "anstatt" sondern "auch" und "allmählich". Das Tempo des Übergangs gibt euch euer (gesundes) Kind vor. Manche Kinder brauchen dafür eine sehr ausgeprägte Begleitung und andere Kinder machen einfach. Esst nun einfach zusammen leckere, baby- und kleinkindkompatible, passende Speisen und ermöglicht eurem Kind hier gan z selbstverständlich in eure familiäre Essgemeinschaft hineinzuwachsen.
Und kläre am besten vorher noch einmal medizinisch ab, was du darfst und was du eher nicht darfst (in Bezug auf Kuhmilchprotein und auch was den Stuhl bzw das Trinkverhalten betrifft).
Also dann
alles Gute
Viele Grüße
Birgit Neumann

von Birgit Neumann am 24.03.2020

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