Birgit Neumann

Birgit Neumann

Dipl. Ökotrophologin

Birgit Neumann studierte Ökotrophologie mit dem Schwerpunkt Ausbildung und Beratung und schloss ihr Studium mit dem Titel Diplom Ökotrophologin (Dipl.oec.troph.) ab. Seit dem Studium ist sie als Ernährungs­beraterin und Kursleiterin tätig. Mit regelmäßigen Fortbildungen hält sie ihr Wissen zur Baby- und Kinder­ernährung auf dem aktuellen Stand.

Birgit Neumann

Brot bzw. Getreidemenge

Antwort von Birgit Neumann

Frage:

Hallo,

mein Sohn verweigert seinen Milchbrei. Er ist 13 Monate. Er trinkt die Milch auch nicht pur oder Joghurt mag er auch nicht.
Wie komme ich nun auf die empfohlen 300ml Milch? Mit Käse? Wieviel Käse müsste er essen? Ist es schlimm, wenn er mal ein Tag weniger Milch bzw. Milchprodukte zu sich nimmt und an einem anderen Tag etwas mehr Milch?


Er isst morgens und abends Brot. Manchmal auch 2 Brote. Und nachmittags gibt es noch GOB. Das ist bestimmt zu viel Getreide oder?

Leider ist er noch nicht genug Obst am Stück. Vielleicht eine kleine Scheibe Apfel oder eine kleine Scheibe Gurke. Mehr mag er nicht...
Vielleicht nur Obstmus?


Lg Jenny :)

von _enqel_ am 15.09.2020, 13:40 Uhr

 

Antwort auf:

Brot bzw. Getreidemenge

Hallo _engel_
an einem Tag mehr Milch und an einem anderen Tag weniger Milch - völlig okay.
2 Brotmahlzeiten plus 1-2 weitere Portionen Getreide am Tag - wunderbar!
Setze beim Getreide aber ruhig auf Vielfalt. Weizen ist eine Getreidesorte neben vielen anderen. Integriere bspw auch Hafer oder ab und an auch Reis, backe ggf ab und zu mit Dinkelmehl und vielleicht findet ihr auch Gefallen an Hirseflocken ab und zu. Integriere auch Vollkornmehl.

Der Übergang zur Familienkost oder anders gesagt, der Übergang von Babykost zum normalen Essen gestaltet sich fließend. Ünterstütze dein Kind dabei individuell und sei im eine liebevolle Begleitung.
Je mehr Spaß du selbst am Essen und Zubereiten der Speisen hast, desto leichter wird es für dein Kind sein. Am besten schmeckt es deinem Kind nämlich, wenn er das essen kann, was du (und Papa) isst, Denn Kinder imitieren.
Kinder lernen essen, indem sie andere essende Personen schlichtweg nachahmen. Sie machen dadurch eigene Esserfahrungen. Aus diesen Esserfahrungen baut sich ihr Geschmacksgedächnis aus. Das Geschmacksgedächtnis, welches neben dem Geschmack auch alle weiteren dazugehörigen Informationen abspeichert, hilft nachfolgend dabei, den Appetit zu steuern.
Je mehr dein Kind sein Geschmacksgedächtnis mit vorrangig positiven Erlebnissen* füllen kann, desto besser.
Biete deinem Kind dafür nun einfache und vielfältige Esserlebnisse, die Lust auf Mehr machen.
Lass ihn querbeet alles ungefährliche pronbieren.
Eine Olive hier, ein Stück Käse da.

Konkret geht es dir in einer Frage um Ideen und Anregungen dazu, wie du dein Kind dazu bringen könntest, mehr Obst und mehr Milchprodukte zu essen.
Welche Obstsorte magst du selbst gerne? Vielleicht könnt ihr diese gemeinsam öfter essen?
Ich nehme mal als Beispiel die Honigmelone - sie ist theoretisch weich genug, um sie mit den Kauleisten zu zerdrücken, um sie anschließend gefahrenfrei zu schlucken.
Auch möglich wäre es, die Melone in längliche Streifen zu schnreiden. Mit der Hand umschlossen, könnte dein Kind daran knabbern.
Es wäre auch möglich, die Melone zu pürieren und deinem Kind zunächst nur den Geschmack zu zeigen (als Smoothie oder Brei) und die Konsistenz erst später.
Die positive Atmosphäre des gemeinsamen Erlebnisses kann dein Kind zusätzlich zum Geschmack und Kauerlebnis abspeichern. Und wenn dein Kind den Geschmack von Melone bspw schon in der Schwangerschaft und durch die Stillzeit kennen lernen konnte, dann wird er den Geschmack sogar wieder erkennen und/oder ganz besonders gerne oder schon beim ersten Bissen mögen.

Wie könntest du dein Kind nun vielleicht für noch mehr Obstsorten oder auch Milch und Milchprodukte begeistern?
Hast du schon beobachtet, wann dein Kind besonders gerne neue Essabenteuer wagt?
Hast du schon beobachten können, wie dein Kind am liebsten isst?
Piekst er sich Speisen gerne auf eine Gabel auf oder isst er mit den Fingern?
Lässt er sich hin und wieder füttern?
Haut er mit der Hand in den Teller?
Mag er essen, was ihr Eltern esst?

Du kannst Milchprodukte in Gerichte einarbeiten, nspw in Kartoffelbrei. Esst ihr den ab und zu? Du kannst Käse über Auflauf streuen oder auf Pizza. Esst ihr sowas?


Frischkäse selbst gemacht:
500 ml Kuhmilch aufkochen und Zitronensaft zugeben, ca 1-2 EL, etwas Salz zugeben. Rühren und zuschauen, wie die Milch ausflockt. Es trennt sich Flüssigkeit ab. Die Masse in ein Sieb geben. Das Sieb vorher mit einem Mulltuch (oder Passiertuch oder einfach Küchenkrepp/Küchentuch) auslegen. Das Sieb in ein ausreichend großes Gefäß stellen. Die Flüssigkeit tropft hier hinein. Der Frischkäse bleibt oben im Tuch. Stehen lassen, bis sich ein Klumpen gebildet hat, (ggf über Nacht) im Kühlschrank. Den Klumpen entnehmen, in eine Schüssel geben. Gewürze, Salz, Kräuter nach Belieben. Die Masse nochmals durchmischen. Fertig.
Falls sie Masse du fest oder krümelig ist, kannst du Sahne zugeben für eine bessere Cremigkeit.


Kartoffelpüree
500g Kartoffeln
150 ml Milch
1 -2 EL Butter
Kartoffeln schälen, kleinschneiden, mit ca 1/4 TL Salz in reichlich Wasser zum Kochen bringen. Ca 20 min (ggf länger) weich kochen.
Kochwasser weg schütten. Milch mit Butter aufkochen, Kartoffeln zugeben, mit dem Stampfer zu Mus verarbeiten, würzen. Ggf Milch zugeben bis gewünschte Konsistenz erreicht ist.

Applecrumble/Pflaumencrumble mit selbstgemachter Honig.Vanillesosse:
1/2 Vanillestange
(oder 1/4 P Bourbonvanillezucker oder 1 Msp Vanillepulver)
1 Eigelb
1 EL Honig bzw Süßungsmittel nach Wahl (Menge wie gefällt)
200 ml Milch
Vanilleschote längs aufschlitzen, mit der Milch und dem Zucker in einen Topf geben und mit dem Schneebesen unter Wärmezufuhr verrühren.
Das Ei sauber trennen. Eiweiß in einem Gefäß lagern, verschliessen, in den Kühlschrank stellen.
Milch im Topf langsam erhitzen.
Das Eigelb ganz vorsichtig unter Rühren (Schneebesen) in die nun wärmer werdende Milch einrühren. Langsam, ganz langsam (!!) unter Rühren zum Kochen bringen. Wenn der Prozess zu schnell vonstatten geht, flockt das Eigelb aus, was nicht soo schön aussieht.
Sosse im Topf abkühlen lassen, gelegentlich umrühren. In ein Kännchen umfüllen und am besten noch lauwarm servieren.
Die Sosse nicht wieder aufkochen.
Das Eigelb gibt Farbe und eine sämige Konsistenz. Vanilleschote vor dem Servieren herausnehmen.

Minipizzen:
mit Mozzarellaflöckchen und Gemüsestückchen nach Wahl
Teig:
ca 10g frische Hefe*
1/8l Wasser
250 g (Pizza-) Mehl (hier kannst du experimentieren mit Anteilen von Hartweizengrieß, Vollkornmehl, andere Mehlsorten)
2 EL (Oliven-)Öl
1 Pr Zucker
etwas Salz
Teig gut und ausgiebig kneten und ruhen lassen
*die Hefemenge richtet sich nach der Gehzeit. Je weniger Hefe, desto länger die Ruhephase. Je mehr Hefem desto schneller muss der Teig gebacken werden.
Nach dem Gehen:
den Teig auswellen und kleine Kreise ausstechen. (Mit einem Trinkglas oder einem Dessertring)einfacher Pizzateig.
Teigkreise auf ein Backblech (Backpapier) setzen.
schnelle Sosse:
2 mittelgroße rohe Tomaten (gewaschen und ohne Butzen) mit 1 EL Öl pürieren, würzen.
Optional: 1 EL Tomatenmark, frisches oder getrocknetes Oregano/Basilikum dazu.
Und dann:
Sosse auf den Pizzen verteilen.
Käse aufgeben (MOZZARELLA in Flöckchen teilen) oder geriebenen Gouda, Edamer nach Belieben.
Belag aufgeben
Nochmals kurz gehen lassen.
Ofen vorheizen - 200° Ober/Unterhitze
Mit Wasser besprühen, damit sie nicht zu dunkel und kross werden
ca 15-20 min backen, bis fertig

Noch eine Anregung für den Versuch Milchprodukte attraktiver für dein Kind zu präsentieren:
probiere es mit einem Milchschaum zum Löffeln. Oder eine frisch gemixte Bananenmilch?
Grüße
Birgit Neumann




*
mehr dazu kannst du, wenn du magst hier nachschauen:
https://www.rund-ums-baby.de/experten/kochen-fuer-kinder/Familienkost-Mittags-wird-verweigert_48089.htm

von Birgit Neumann am 17.09.2020

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