Birgit Neumann

Birgit Neumann

Dipl. Ökotrophologin

Birgit Neumann studierte Ökotrophologie mit dem Schwerpunkt Ausbildung und Beratung und schloss ihr Studium mit dem Titel Diplom Ökotrophologin (Dipl.oec.troph.) ab. Seit dem Studium ist sie als Ernährungs­beraterin und Kursleiterin tätig. Mit regelmäßigen Fortbildungen hält sie ihr Wissen zur Baby- und Kinder­ernährung auf dem aktuellen Stand.

Birgit Neumann

Antwort Zwischenmahlzeit elf monate

Antwort von Birgit Neumann

Frage:

Vielen Dank für ihre ausführliche Antwort!
Gerne möchte ich auch auf ihre Rückfragen antworten.
Unsere Soßen sind aus einer Grundlage aus geschälten/ pürierten Dosentomaten und Tomatenmark, aus einer Mehlschwitze oder bei braunen Soßen (Gulasch, Rouladen, Braten,...) aus angebratenem Fleisch. Da können wir allerdings nicht auf Soßenbinder und gekaufte Brühe verzichten, in der natürlich hefeextrakt, Verdickungsmittel usw drin sind. Wie kann ich diese Soßen kindgerecht zubereiten?

Beim Thema geschmacksvielfalt schränken wir uns selbst leider etwas ein, weil wir unserem Kind hauptsächlich Bio Gemüse geben wollen. Im Herbst hat ihr Blumenkohl und Kohlrabi gut geschmeckt, was ich aber schon länger nirgends mehr in bio Qualität gefunden habe. Da überlegen wir schon, ob es ein hofladen in der Nähe auch tut. Es ist dann regional, aber nicht bio...

Wenn sie ein Jahr alt ist kann ich ihr dann Haferflocken ungemahlen und gemahlene Nüsse geben?

Vielen Dank!

von Stef3 am 07.02.2020, 11:08 Uhr

 

Antwort auf:

Antwort Zwischenmahlzeit elf monate

Hallo Stef3
oh, es ist wunderbar dass du versuchst, deiner Tochter eine nahezu qualitativ optimierte Ernährung anzubieten und deiner Tochter versuchst, nur die besten Zutaten zu geben - so lauten auch die üblichen Empfehlungen. Das ist soweit alles absolut gut und richtig. Leider sind die Empfehlungen in der Realität, im echten Leben jedoch nicht immer exakt auch problemlos umsetzbar. Diese Erfahrung machst du gerade. Die offiziellen Empfehlungen lauten bspw, dass Babys in der Familienkostphase an die übliche Familienkost gewöhnt werden sollen. Gleichzeitig lauten die Empfehlungen, dass die Kleinkinderkost möglichst wenig Salz, wenig Zucker, wenig bzw kein Hefextrakt, o.a. enthalten solle. Die Kost sollte schmackhaft aber auch nicht überwürzt sein und sie solle vor allen Dingen ganz besonders viele Nährstoffe liefern, auch möglichst frisch und natürlich aromatisch (= als Gegenteil von künstlich) sein.
Eure übliche Familienkost entspricht bisher nun, so wie du das aus deiner Sicht einschätzst, nicht immer den Empfehlungen zur Kleinkinderkost. Die Empfehlungen erachtest du selbst für sinnvoll und erstrebenswert und gerätst nun dabei in einen kleinen Konflikt, oder? Das einfache Mitessen ideiner Tochter erscheint dir dadurch eher unmöglich. Die einfache Kost wiederum (Nudeln mit püriertem Gemüse z.B.), die du deiner Tochter versuchst schmackhaft zu machen erfüllt im Moment leider weder deine Tochter kulinarisch noch dich.
Was könntest du nun konkret tun?
Meine Aufgabe als Beraterin ist es auch, realistische Vorhaben und Ziele zu kommunizieren und ich versuche in der Beratung auch individuelle Aspekte zu berücksichtigen, damit Eltern in der Lage sind, langfristige Lösungen zu finden und entsprechend sinnvoll zu handeln.
Mein Vorschlag ist:
finde gelungene Kompormisslösungen die sich weitestgehend an den Empfehlungen orientieren und gleichzeitig trotzdem einen gemeinsamen, fröhlichen, stressfreien und unbeschwerten Essgenuss am Esstisch ermöglichen. Finde Lösungen, d.h. Speisen, Gerichte und Zutaten, welche langfristig gute Essgewohnheiten bei deiner Tochter hervorbringen und solche, die sich förderlich auf das Essverhalten deiner Tochter auswirken.
FInde eine gelungene Mischung aus optimale(re)n Zutaten und anderen evtl nicht ganz optimalen Zutaten. Biete aber immer eine sichere !! (verantwortungsbewusste Speisenauswahl im Hinblick auf Hygiene und Stückgröße etc) und weitestgehend gesunde Kost.
Lass deine Tochter jetzt einfach bei euch mitessen und mildere manche sehr geschmacksintensive Nudelsossen ggf mit etwas Gemüsemus ab, falls nötig. So erfährt deine Tochter den typischen Familienkostgeschmack, an den sie sich gewöhnen kann. Diesen Geschmack wird sie lieben lernen und auf dieser Basis künftig eure Familienspeisen einfach mit essen. Wenn du nun qualitative Verbesserungen in eurer typischen Familienkost wünschst, dann müsstest du entsprechend anders kochen - so dass alle Famlienmitglieder zufrieden sind.
Ein weiterer Kompromiss ist - immer: nimm stets (vom weniger erwünschten) nur so viel wie nötig. Und umgekehrt: nimm so wenig wie möglich von den eher weniger optimalen Speisen und Zutaten.
Einmal die Woche eine solche Sosse ist völlig in Ordnung. Jeden Tag solche Gerichte eher weniger optimal. Verstehst du?
Biete deiner Tochter so oft es geht natürliche Aromen und einfache Speisen an. Biete zusätzlich Familienkost. Gewöhne deine Tochter nur einfach nicht an überzuckerte oder versalzene, an zu geschmacksintensive (wenn künstlich aromatisiert) Speisen.
Hilft dir diese Antwort etwas weiter?
Wo könntest du eure typische Familienkost vielleicht optimieren?
Bioprodukte sind super, keine Frage, Du kannst selbstverständlich auch andere Produkte kaufen. Auch hier gilt wieder: versuche so oft wie möglich deine guten Vorhaben umzusetzen. Werde aber nicht dogmatisch.
Erlaube deiner Tochter einen unbeschwerten Umgang mit Essen, erlaube Essgenuss.
Sie muss sehen, wie und was andere Personen ringsum essen, damit sie diese imitieren und ebenso beherzt zugreifen kann. Sie lernt auf diese spielerische Art (=Imitationslernen) das zu essen, was alle essen, das fördert gute Gewohnheiten auch im Hinblick auf die soziale Komponente beim Essen. Biete ihr Familienkost darumam besten auch immer zusätzlich zu ihren gewohnten und gemochten Speisen.
Also dann
Guten Appetit
Grüße
Birgit Neumann

P..S.:
https://www.rund-ums-baby.de/experten/kochen-fuer-kinder/Wie-gewoehne-ich-an-den-Familientisch_47807.htm

von Birgit Neumann am 08.02.2020

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