Birgit Neumann

Birgit Neumann

Dipl. Ökotrophologin

Birgit Neumann studierte Ökotrophologie mit dem Schwerpunkt Ausbildung und Beratung und schloss ihr Studium mit dem Titel Diplom Ökotrophologin (Dipl.oec.troph.) ab. Seit dem Studium ist sie als Ernährungs­beraterin und Kursleiterin tätig. Mit regelmäßigen Fortbildungen hält sie ihr Wissen zur Baby- und Kinder­ernährung auf dem aktuellen Stand.

Birgit Neumann

Abendbrei einführen

Antwort von Birgit Neumann

Frage:

Hallo!

Ich hätte ein paar allgemeine Fragen sowie einige Fragen zum Abendbrei.

Meine Tochter ist 6 Monate alt und vor vier Wochen haben wir mit dem Mittagsbrei angefangen.
Nun ist wohl der nächste Schritt der Abendbrei.
Wann sollte man den etwa geben?
Direkt vorm Schlafen? Dann kann ich sie ja nicht zum Einschlafen stillen oder?
Und braucht sie Milch im Abendbrei, wenn sie noch gestillt wird?
Oder wäre es günstig, dass sie Erstkontakt mit Kuhmilch hat, um keine Laktoseintoleranz zu entwickeln?

Ansonsten koch' ich die Mittagsmenüs bisher immer selbst. Bin aber etwas verwirrt, wann man welches Gemüse einführen darf. Überall steht was anderes. Sie hat bisher Kürbis (hat in Kombination mit Kartoffel und Rind aber zu Bauchweh und Schmerzen beim Stuhlgang geführt), Pastinake, Karotte, Zucchini, Blumenkohl und Broccoli sowie Rind-, Hähnchen--und Schweinefleisch bekommen sowie Lachs. Ist das so ok? Oder waren Blumenkohl und Brokkoli zu früh? Und ist es ok, dass wir schon so viel probiert haben?
Ab wann kann ich welches Gemüse geben?
Und welches Gemüse ist eher stuhllockernd?

Und dann hätte ich noch eine Frage zum Selberkochen - Ich finde das Timing manchmal nicht einfach mit Auftauen, Erwärmen usw. Wie lange darf ihr Essen ins warme Wasserbad bzw Kühlschrank? Und wenn zwischendrin was dazwischen kommt, darf ich das Essen zum Beispiel nach zwei Stunden nochmal erwärmen oder muss ich es verwerfen?

Meist koche ich das Gemüse im Thermomix. Die Angaben wieviel Wasser noch dazu sollen, sind sehr unterschiedlich. Soll denn Wasser dazu? Einerseits könnte zu wenig wieder Verstopfung nach sich ziehen, zu viel verwässert aber dann den Brei, so dass sie vielleicht zu viel "leere" Kalorien bekommt oder nicht? Muss dazu sagen, sie gedeiht bisher sehr gut!

Und gehen festkochende Kartoffeln auch? Finde keine mehlig kochenden Bio-Kartoffeln.

Habe auch schon überlegt, Fertig-Gläschen zu geben, aber da stehen manchmal auch schon Zwiebeln oder Tomaten als Zutaten drauf, was ja eigentlich noch nicht dran wäre sowie Reismehl oder Maismehl. Ist das bedenklich oder ok?

Und wäre es besser für sie, eine größere Vielfalt durch die Gläschen zu bekommen. Bei mir gibt es immer nur eine Gemüse-Sorte, Kartoffeln oder Getreide-Brei und Fisch oder Fleisch oder einmal wöchentlich vegetarisch. Ist das so ok?

Danke schon mal und liebe Grüße

Daniela

von Dani am 10.10.2018, 09:52 Uhr

 

Antwort auf:

Abendbrei einführen

Hallo Dani
du kannst und darfst dein Baby immer stillen, wenn es erforderlich ist. Stillen ist nicht nur Nahrungsaufnahme und Durst löschen. Stillen spendet auch Trost und Geborgenheit.
Der persönliche Weg zu einer erweiterten Kostpalette kann bei jedem Baby verschieden verlaufen. Du kannst die Beikost so gestalten, wie es für euch passt. Gib deinem Baby Zeit, sich an neue Esseindrücke zu gewöhnen.
Zeit um eine neue Esstechnik zu erlernen. Zeit um sich an neue Aromen und Geschmackseindrücke zu gewöhnen, um die Konsistenz der Nahrung zu erfühlen usw.
Lass dich auch von scheinbar kleinen Essmengen nicht irritieren. Was zählt ist die Tatsache, dass dein Baby Beikost bekommt und diese isst.
Du kannst deinem Baby nach dem Milchbrei ruhig die Brust anbieten.
Als Stillmama kannst du aber auch auf die Milch im Brei verzichten und dein Baby für den Nährstoffmix anschließend stillen.
Der Kontakt mit Nahrung ist allgemein für Babys wichtig. Es ist ein Training fürs Immunsystem. Der frühe Kontakt mit Gluten oder Kuhmilch, Fisch darf schon früh erfolgen. Aber es sind keine großen Mengen dafür nötig. Du kannst dein Baby mit abgekochter Kuhmilch in Brei in Kontakt bringen,, musst es aber nicht.
Mit einer möglichen Ausbildung einer evtl entstehenden Laktoseintoleranz hat das wiederum gar nichts zu tun. Und auch Mumi enthält Laktose.
Was das Gemüse betrifft:
Du darfst deinem Baby bunt gemischt, ganz nach deinem Gusto, verschiedene Gemüsesorten anbieten.
Du kannst sämtliche Gemüsesorten für die Breie verwenden. Es ist empfehlenswert mit gewöhnlichen Gemüsesorten wie Möhre, Pastinake, Kürbis, Zucchini, Blumenkohl- und Brokkoliröschen, Süßkartoffel, Kohlrabi, Zucchini u.a. zu beginnen. Diese Gemüsesorten sind i.d.R. gut verträglich.
Wenn dein Baby routiniert Breikost isst, kannst du die Breie mit weiteren, evtl eher unkonventionellen Gemüsesorten ergänzen. Mische zu Beginn eine kleine Menge der neu gewählten Gemüsesorte in die gewohnten Breimischungen. Tendentiell eher schwerer verdauliche Gemüsesorten, ggf eher blähende Sorten kannst du auf diese Weise testen und dein Baby daran gewöhnen.
Es ist im Sinne einer Geschmacksschulung durchaus erwünscht, Babys mit vielen verschiedenen Sorten vertraut zu machen.
In neueren Babybrei-Kochbüchern findet man immer häufiger eine Vielzahl an außergewöhnlichen Gemüsekombinationen in Breirezepten. Bspw ab 6. Lm: Zuckerschoten, grüne Bohnen, Knollensellerie, Topinambur, Grünkohl, etc
Im Rahmen einer BLW-Beikost sind diese und andere Gemüsesorten auf jeden Fall gut möglich. Wichtig ist dabei nur: dein Kind muss die Speisen gefahrenfrei essen und schlucken können.Bspw kann ein Baby (ab 8 M) einzelne, gekochte Hülsenfrüchte (stark zerkleinert und zerdrückt, püriert) probieren - hier eignen sich bspw Kidneybohnen, Kichererbsen. (Verschluckungs- und Aspirationsgefahr meiden)
Du kannst vereinzelte gekochte Hülsenfrüchte (ab 8. Lm) in den Brei mischen und pürieren. Bspw ganz weich gekochte rote Linsen.

Was das Füttern betrifft:
wähle die Uhrzeit für den Brei stets so, dass dein Baby ausreichend hungrig aber nicht zu hungrig ist. Auch sollte dein Baby noch nicht zu müde sein. Wenn ihr keinen besonderen Schlafrhythmus habt, kann das natürlich schwieriger sein.
Es macht keinen Sinnen den Brei mehrmals am Tag in kleinen Häppchen zu füttern. Lege dich besser zu auf eine Mahlzeit am Tag fest. Lass dein Baby so viel bzw so wenig vom Brei essen wie sie schafft.
Mach dir nicht so viele Gedanken.
Dein gestilltes Baby wird bestens mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt.
Mehr zum Thema und Beikost und stillen kannst du auch bei Biggi Welter erfragen.
Oder möchtest du Mumimahlzeiten durch Breie ersetzen - um selbst Stillpausen zu haben? Auch hier kann dir Biggi Welter sicher gute Tipps geben, wie du ein neue Stillmanagement einführen kannst.

Oder was meinst du, vielleicht kommt ihr mit baby led weaning besser zurecht?
Mehr dazu findest du hier:
https://www.rund-ums-baby.de/kochen-fuer-kinder/beitrag.htm?id=46586&suche1=weaning&seite=1

Also dann
Grüße
Birgit Neumann

von Birgit Neumann am 12.10.2018

Antwort auf:

Abendbrei einführen

Danke für die ausführliche Antwort.
Im Moment zahnt sie vermutlich und isst dementsprechend etwas weniger, ca 100 bis 150 Gramm vom Mittagsbrei. Soll ich trotzdem den Abendbrei schon einführen? Oder wirklich warten, bis sie eine ganze Portion schafft? Bevor sie durch das Zahnen weniger gegessen hat, hat sie auch nur vielleicht 5 Tage schon eine ganze Portion geschafft. Was meinen Sie? Im Grunde geht's ja nur darum, dass sie früh in Kontakt mit potenzieren Allergien kommt und nicht dass sie möglichst früh schon Riesenportionen schafft oder?

Danke schon mal und schönes Wochenende!

Daniela

von Dani am 12.10.2018

Antwort auf:

Abendbrei einführen

Und eine letzte Frage noch:wann genau soll man den Abendbrei geben? Direkt vor dem Schlafengehen oder etwa eine Stunde davor? Bei uns Erwachsenen sagt man ja immer nicht so spät essen vor dem Schlafengehen...

von Dani am 12.10.2018

Antwort auf:

Abendbrei einführen

Oh Gott! Tut mir leid, mir ist noch eine Frage eingefallen. Meine Tochter spuckt ziemlich viel nach den Mahlzeiten mit Beikost. Ist das normal oder ein Zeichen dafür, dass ich ihr zu viel gegeben habe? Bei der Milch war das anfangs auch so, hat sich aber inzwischen eingespielt, und ist sehr selten geworden. Danke schon mal!

von Dani am 12.10.2018

Antwort auf:

Abendbrei einführen

genau so :)

von Birgit Neumann am 13.10.2018

Antwort auf:

Abendbrei einführen

Hallo Dani
das ist inidviduell verschieden. Empfehlenswert ist es aber schon ein bisschen Zeit zwischen Brei - und Schlafenszeit einzubauen. Ein (zu) voller Bauch kann den Schlaf beeinträchtigen. Etwaige Luft, die dein Baby versehentlich geschluckt hat, kann in einer aufrechten Position besser entweichen, dadurch Bauchweh verhindern.
Grüße

von Birgit Neumann am 13.10.2018

Antwort auf:

Abendbrei einführen

Hallo Dani
ja, das wäre schon möglich. Das Zuviel kommt aus Babys Bauch nach oben wieder raus.
So gesehen ist es auf jeden Fall besser, wenn du eine Pause zwischen Breiessen und Schlafenlegen einplanst.
Grüße

von Birgit Neumann am 13.10.2018

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