Birgit Neumann

Birgit Neumann

Dipl. Ökotrophologin

Birgit Neumann studierte Ökotrophologie mit dem Schwerpunkt Ausbildung und Beratung und schloss ihr Studium mit dem Titel Diplom Ökotrophologin (Dipl.oec.troph.) ab. Seit dem Studium ist sie als Ernährungs­beraterin und Kursleiterin tätig. Mit regelmäßigen Fortbildungen hält sie ihr Wissen zur Baby- und Kinder­ernährung auf dem aktuellen Stand.

Birgit Neumann

Abendbrei-Portion - wie groß bei einjährigem Baby

Antwort von Birgit Neumann

Frage:

Liebe Frau Neumann,

wir haben unsere kleine Tochter (1 Jahr) bereits langsam an die Familienkost herangeführt. Ein Beispiel Tag sieht so aus:
8 Uhr 240 ml Pre Milch direkt nach dem Aufstehen
10 Uhr Frühstück mit etwas Brezel oder Brot + halbe Mango
Zwischen 13 und 15 Uhr (je nachdem wann sie schläft) Mittagessen, z.B. Nudeln mit Gemüse, Hack-Kartoffel-Auflauf mit Sahne, mit Käse überbackenes Gemüse, Lachs mit Kartoffeln
17.30 Uhr etwas Obst, z.B. eine Orange
19 Uhr Porridge bzw. Abendbrei mit Schmelzflocken und etwas Obstmus aus dem Gläschen

Meine Fragen:

1. Ist ihre Ernährung so ausgewogen genug? Ich muss dazu sagen, dass sie Brot nicht sooo gerne isst, sondern eher im Mund zermanscht und ausspuckt. Deswegen gebe ich ihr abends keines und morgens bevorzugt Laugengebäck, das sie gerne mag.

2. Dafür liebt sie ihren Abendbrei umso mehr und verschlingt wirklich eine Erwachsenenportion, die ich zwangsläufig immer weiter steigern musste (200 ml Milch + 100 ml Wasser + 30 Gramm Haferflocken). Ich habe das Gefühl, sie würde sogar noch mehr davon essen. Sie hat durch diese ganze Umstellung auch schon etwas stärker zugenommen. Wie soll ich das in Zukunft handhaben? Soll ich den Brei weglassen und was kann ich alternativ geben?

Danke schon mal & liebe Grüße
Sofica

von Sofica am 27.09.2020, 15:41 Uhr

 

Antwort auf:

Abendbrei-Portion - wie groß bei einjährigem Baby

Hallo Sofica
was du schreibst, das liest soch doch ganz prima. Euer Plan ist völlig okay. Wobei bist du am meisten unsicher? Dass die Breiportion abends größer ist als scheinbar üblich?
Dein (gesundes) Kind darf immer so viel oder so wenig essen, wie es aktuell braucht. Mach dir keine Sorgen. Biete eine vernünftige und ausgewogene Kost, welche alle Nährstoffgruppen beinhaltet. Du kannst einen sinnvollen Mix aus Brei, breeigen Speisen und kaubaren Speisen bieten. Fordere dein Kind ohne es zu überfordern.
Familienkost mittags klappt doch bereits schon gut.
Kennst du die allgemeinen Empfehlungen der Kleinkindkost?
Es sind Empfehlungen, die dir bei der täglichen Speisenplangestaltung hilfreich sein können. Eine schöne Übersicht zu Portionen und Portionsgrößen bietet dir die sog. Ernährungspyramide. In der Pyramide stehen alle Lebensmittelgruppen (Gemüse, Obst, Getreide, MIlchprodukte etc) zur Pyramide aufgetürmt aufeinander.
Die mengenmäßig größte zu verzehrende Gruppe bildet die Basis (= Gemüse und Obst). Zur Spitze hin wird der Anteil der täglich zu verzehrenden Menge kleiner. Ganz oben sind sichtbare Fette bzw Süßigkeiten und Knabbereien eingereiht.
Als Eltern ist es eure Aufgabe ein solch entsprechendes Angebot bereit zu stellen, Deine Tochter darf so viel oder so wenig essen, wie sie schafft.
Mengenangaben geben NUR eine grobe Orientierung vor. Kinder essen mal viel und mal weniger.

Was das Brot betrifft, kannst du einmal dieses probieren:
Rezept Dinkelbrot
1/2 Würfel frische Hefe
ca 270 ml Wasser
500g Mehl (Dinkelmehl Type 630 (oder Weizenmehl gemischt mit Hälfte Vollkornmehl)
4 EL Öl
1 Pr Zucker
Salz
Hefeteig zubereiten. Hefe in lauwarmem Wasser auflösen, etwas Zucker zugeben. 15 min abgedeckt gehen lassen. Restliche Zutaten vermischen und mit der Hefe vermengen.
Alle Zutaten zu einem Teig verkneten. Teig gehen lassen. In einer Kastenform bei 200° ca 45- 50 min backen.
Abkühlen lassen. In Scheiben schneiden und das, was nicht benötigt wird, einfrieren. Taut bei Bedarf ratz fatz auf.
Bei Verwendung von Vollkornmehl musst du den Flüssigkeitsanteil anpassen und Wasser zugeben. Beim selbstgebackenen Brot kannst du den Salzgehalt moderat halten, so wie es euch gefällt.

Ansonsten kann ich dir hier nur sehr allgemeine Informationen geben. Was die Milch betrifft... . Du könntest jetzt mit Kuhmilch weiter machen. Serviere Kuhtrinkmilch aus einem offenen, kleinen Trinkgefäß.
Kuhmilch sollte nicht aus dem Fläschchen gegeben werden. Saugaufsätze auf Flaschen/Bechern sollten allmählich ersetzt werden. Zum Trinken sind offene (kleine) Gefäße am besten geeignet. Dein Kind sollte etwa 300 ml Kuhmilch am Tag bekommen. Du kannst 100 ml Kuhtrinkmilch durch ca 100g Naturjogurt (hinsichtlich Eiweiß-und Calciumgehalt), ca 15 g Schnittkäse wie Gouda, Edamer (= ca 1/2 Scheibe) oder 30 g Weichkäse (pasteurisierter Brie etc) oder ca 30-40g Frischkäse oder 100 ml Buttermilch ersetzen. Ca 300 ml Kuhmilch sind etwa am Tag vorgesehen.
Wenn du vorerst noch bei der morgendlichen Pre-Flasche bleiben möchtest, dann ist das vorübergehend natürlich noch in Ordnung. Pre-Milch ist, wie stillen, nach Bedarf okay.
Wie wäre es, wenn du den Haferbrei morgens gibst und abends Brot, falls du die Situation etwas verändern möchtest.
Hast du noch Fragen?
Grüße
Birgit Neumann

P.S.
schau auch noch einmal hier:
https://www.rund-ums-baby.de/experten/kochen-fuer-kinder/Umstellung-auf-Familienkost_41563.htm

von Birgit Neumann am 28.09.2020

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