Birgit Neumann

Birgit Neumann

Dipl. Ökotrophologin

Birgit Neumann studierte Ökotrophologie mit dem Schwerpunkt Ausbildung und Beratung und schloss ihr Studium mit dem Titel Diplom Ökotrophologin (Dipl.oec.troph.) ab. Seit dem Studium ist sie als Ernährungs­beraterin und Kursleiterin tätig. Mit regelmäßigen Fortbildungen hält sie ihr Wissen zur Baby- und Kinder­ernährung auf dem aktuellen Stand.

Birgit Neumann

Ab wann Fisch

Antwort von Birgit Neumann

Frage:

Hallo,
mein Sohn ist 12,5 Monate alt. Er bekommt mittags meistens einen selbstgekochten Brei aus Gemüse, Kartoffeln und manchmal Fleisch. Ich versuche, die Stückchen im Brei langsam immer gröber werden zu lassen, aber meistens holt er alles gröbere mit den Fingern wieder aus dem Mund.
Nun Frage ich mich, ob ich ihm nun auch schon Fisch abbieten sollte und wenn ja, in welcher Form ? Welcher Fisch lässt sich denn butterweich zubereiten bzw. gut zerstampfen oder anpürrieren ? Oder ist es für Fisch mit gut 12 Monaten noch zu früh ?

Liebe Grüße, Gold-Locke

von Gold-Locke am 10.11.2008, 14:45 Uhr

 

Antwort auf:

Ab wann Fisch

Hallo Gold-Locke
die Kost sollte gröber werden. Aber auch Brot wäre schon mal ein Anfang, wenn dein Kind die größeren Stücke bei Gemüse und Co noch nicht gerne mag. Hast du eine Kartoffelpresse? Dann gib das mal nur die Kartoffeln durch. Verfeinere mit Butter und ganz wenig Salz.

Die Gläschen, deren Inhalt aus pürierten und festen Bestandteilen bestehen sind theoretisch für eine Erweiterung der Kostpalette entwickelt worden. Sie können theoretisch ab dem 8. Lm gegeben werden. So ist es auch auf der Banderole angegeben. Nicht alle Babys aber können sich dafür begeistern. Entweder sie wollen Brei oder sie wollen stückige Kost essen. Beides zusammen kann Probleme verursachen.

Familienkost sollte langsam (!) die Breimahlzeiten ersetzen. Zu Anfang sollte es ganz basic sein. Mal eine Nudel, ein Kartoffel-oder Gemüsestück. Es muss keine üppigen Portionen von Neuem essen, sondern es einfach als "Spielerei" und sich an den üblichen Breien sattessen. . So kann dein Kind die unterschiedlichen Geschmäcker und Konsistenzen unterschiedlicher Nahrungsmittel kennenlernen.
Und den Inhalt des Gläschens gibst du auf den Teller, ebenso etwas von deinem Essen von deinem Teller.
Zunächst einmal solltest du dein Kind ganz allgemein an die gewohnten Familienmahlzeiten gewöhnen. Das bedeutet: Alle sitzen gemeinsam vam Tisch und jeder hat einen Teller und Besteck. Und auch dein Kind darf selber essen. Wenn es sein muss, mit den Fingern.
Es müssen keine Riesenmengen gegessen werden. Aber das Kind soll lernen, dass bspw Nudeln, egal ob grosse Nudeln oder kleine Nudeln, dicke Nudeln oder Spaghetti, in ähnlicher Weise vertragen und verdaut werden (oder auch nicht) und dass es eben Nudeln sind und Essen insgesamt viele Variationsmöglichkeiten bietet.
Statt ständig neuer Gerichte, kannst du besser die Breizutaten einzeln in breiähnlichen Varianten servieren.
Nicht nur die Konsistenz (Stückchen), sondern auch die Vielfalt charakterisiert die Familienkost. Und neue Geschmackserlebnisse, spielerisch erlebt, sind in diesem Alter sehr wichtig für die spätere Akzeptanz von Essen. Es müssen niemals Riesenmengen von Neuem gegessen werden. Oft reicht es auch, wenn das Kind die Bereitschaft zeigt, überhaupt zu probieren. Auch wenn es nur bspw eine einzige Erbse wäre. Beim nächsten Mal wären es dann zwei und so weiter.

Lachs oder Alaska-Seelachs sind ganz gut für den Anfang, wenn du nicht HA ernähren musst. Wegen Jod sollte Seefisch ruhig einmal die Woche gegeben werden. Fischfilet bevorzugen, aber auch dieses enthält manchmal noch Minigräten. Zur Sicherheit kannst du das gegarte Fischfilet auf Gräten geauestens untersuchen, indem du kleine Stücke mit der Gabel zerlegst oder flachdrückst und einfach genau kuckst. Dann geht das schon.
Das Filet, das du für dein Kind wählst, wird Folie gegart. Dann zerkleinern oder pürieren und genauestens auf (Mini-)Gräten achten.
Auch Fischstäbchen wären für den Anfang für kochungeübte Mamis geeignet, denn auch sie sind (fast) grätenfrei. Im Ofen garen und anschliessend die Panade entfernen. Die Panade ist für die familienkostunerfahrenen Kleinkinder zu würzig usw.

Und hier noch ein Rezept:
Fischnocken:
1 Scheibe altbackenes Toastbrot
3 El Sahne
200g Rotbarschfilet
1 TL Zitronensaft
Salz
2,5 EL Tomatenmark
200 ml Hühnerbrühe
1 TL Saucenbinder
2 EL Creme Fraiche


Brot entrinden und in einen Suppenteller legen
Sahne kurz erhitzen und darüber giessen.
Fisch mit Zitronensaft beträufeln
leicht salzen und in kleine Würfel schneiden
Mit dem eingeweichten Brot und 2 EL Tomatenmark zu einer glatten Masse pürieren.

Brühe zum Kochen bringen
Temperatur zurückschalten
Aus der Fischmasse mit einem kleinen Löffel Nocken abstechen
In der leicht köchelnden Brühe ca 3 min garziehen lassen.
Nocken herausnehmen

Brühe abbinden. Creme Fraiche und das restliche Tomatenmark unterrühren, 1 min kochen lassen. Nocken wieder einlegen.


Rezept aus:Das grosse GU Kochbuch
Kochen für Kinder
Dagmar von Cramm
GU Verlag
2004

Das Rezept ist auch wandelbar und die Sosse kannst du evtl abschmecken wie es dir gefällt. Ohne Tomatenmark oder mit Sahne, mit Kräutern etcetc
Grüsse
Birgit Neumann

von Birgit Neumann am 13.11.2008

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