Laterale Instabilität Knie vererbbar?

Dr. med. Jan Matussek Frage an Dr. med. Jan Matussek Chefarzt für Kinderorthopädie und Kindertraumatologie am Klinikum Emil van Behring, Berlin

Frage: Laterale Instabilität Knie vererbbar?

Einen schönen guten Morgen! Nach jahrelangen Knieproblemen inkl. Subluxationen und mittlerweile eigentlich keinen Knorpel mehr unter der Kniescheibe habe ich an einer Uniklinik Hilfe erhalten, was aber aufwändige OPs bedeutet (Diagnose u.a. laterale Instabilität, großer Knorpelschaden). Jetzt hat es bei meinem 12 Jährigen Sohn angefangen, dass vor allem rechts die Kniescheibe subluxiert (die dann teilweise auch "hörbar" wenn er das Bein mit Schwung wieder durchstreckt einrastet) und er beidseits Knieschmerzen hat. Er ist ziemlich groß mit 165 cm und ziemlich dünn mit BMI-Percentile kleiner 3. Er hat ebenfalls eine laterale Instabilität diagnostiziert bekommen, trotz viel Sport und KGG. Jetzt habe ich doch etwas Angst, dass er dies von mir geerbt hat (meine Knie sind mit Ende 30 mittlerweile ja ziemlich kaputt) und ich möchte unbedingt verhindern, dass ihm das auch so passiert. Kann sich so etwas vererben? Können wir noch etwas tun außer KGG und "Kniesport" wie Fahrradfahren? Vielen Dank und herzliche Grüße

von Maya789 am 10.01.2022, 07:42



Antwort auf:

Re: Laterale Instabilität Knie vererbbar?

Liebe Familie mit Sohn, viele Dinge sind natürlich in ihren Anlagen vererbbar, ohne das dies bedeutet, daß der klinische Verlauf linear gleich verläuft. Man kann meistens auf bestimmte Probleme frühzeitig Einfluß nehmen, so daß sie sich zum guten entwickeln können: Dazu gehört in diesem Falle aber zunächst einmal eine gute Analyse der Problematik: Hierzu muß die Beinachse und die Verdrehung der Ober- und Unterschenkelknochen zueinander fachärztlich geprüft werden. Dann muß zweitens die Form und Position der Kniescheibe im Röntgen und MRT dargestellt und bewertet werden. Spezialisierte Kinderorthopädien (wie auch die unsrige) können sehr genau eine Prognose für die Zukunft der Kniescheiben erstellen. In einigen Fällen muß man neben konservativen Maßnahmen doch auch kleine operative Maßnahmen vorschlagen , um den schicksalhaften Verlauf abzuwenden. Uns das ist nicht der Weltuntergang, sondern das Einschlagen einer besseren Behandlungsroute, als das offensichtlich bei Ihnen der Fall war: Also...beim (Kinder-)Orthopäden vorstellen und eine genaue Analyse planen. Viele Grüße JM

von Dr. J. Matussek am 17.01.2022


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