HiPP Ernährungsberatung

Annelie Last  (Diplom Ökotrophologin)

   

 

5 Monate: Ca. 700 ml Milch bei 2 x Beikost am Tag zu viel?

Sehr geehrtes Team,

mein Sohn ist jetzt 5 Monate alt. Als er 18 Wochen alt war, also vor gut einem Monat, haben wir mit der Beikost angefangen. Er bekommt grundsätzlich seit er ungefähr 3,5 Monate alt ist Aptamil 1er Nahrung, da er von der Pre nicht mehr satt wurde. Er war immer schon ein guter Trinker und ist nicht nur groß, sondern auch relativ schwer, was aber laut Kinderarzt noch okay ist: Er ist jetzt ca. 70 cm groß und ungefähr 9 kg schwer.

Ich habe nun trotzdem etwas Sorge, da er trotz Beikost - wie ich finde - immer noch sehr viel trinkt. Vor der Beikosteinführung kam er jeden Tag über 1.000 ml, meist auf 1.200 ml.

Beim Beikoststart entschieden wir uns dafür, abends anzufangen, da sich dies jobtechnisch am einfachsten gestaltete. Er war wie erwartet von Anfang an ein begeisterter Löffelesser und brauchte nicht lange, bis er ein ganzes Gemüsegläschen schaffte. Nach zwei Wochen nur Gemüse fingen wir mit Hipp Menüs (Fleisch- bzw. Fisch-Gemüse-Brei) und Obst-Breien an. Etwas später führten wir Obst-Getreide-Brei ein. Inzwischen verdrückt unser Kleiner am Abend ein ganzes Menü-Gläschen und als Nachspeise meist ein paar Löffelchen Obstbrei. Vormittags bekommt er als zweite Beikost entweder nur Obstbrei oder Obst-Getreide-Brei (ein halbes bis ein ganzes Gläschen).

Irgendwie kommen wir mit dem Timing auch noch nicht ganz zurecht – oft besteht unser Sohn mitten im Brei-Essen auf sein Fläschchen – bekommt also Brei und Fläschchen, was ich ein bisschen viel finde. Wir sind auch irgendwie von den früheren 6 x ca. 170 ml Aptamil 1er Milch jetzt irgendwie auf kleinere Portionen Milch gekommen, sodass er öfter Milch will.

Hier sind die Tages-Ernährungspläne der letzten drei Tage:

10.12.2016:
01.00: 170 ml / 07:00: 165 ml / 10.30: ganzes Glas Hipp Obstbrei / 12:00: 100 ml / 17:00: 130 ml / 18:00: 1 Hipp Menügläschen + ein paar Löffel Obst / 19:30: 130 ml
Gesamt: 695 ml 1er Milch + zweimal Beikost

11.12.2016:
01:00: 170 ml / 07:00: 170 ml / 11:00: halbes Glas Hipp Getreide-Obst-Brei / 13:00: 100 ml / 17:00: 120 ml / 18:00: 1 Hipp Menügläschen + ein paar Löffel Obst / 19:00: 120 ml
Gesamt: 680 ml + zweimal Beikost

12.12.2016:
02 Uhr: 170 ml / 06:00: 170 ml / 09:00: 130 ml / 12:00: Viertel Glas Obstbrei + 60 ml / 16.00: 170 ml
18:00: Halbes Hipp Menügläschen + ein paar Löffel Obst / 19:30: 120 ml
Gesamt: 820 ml + zweimal Beikost (er bekommt gerade seine Zähne, hat sehr rote Backen, ist heute sehr weinerlich und anhänglich gewesen und wollte mehr Milch als Beikost)

Ich bin mir wirklich unsicher, ob unser Vorgehen richtig und empfehlenswert ist und wäre sehr dankbar, falls sie Tipps und Verbesserungsvorschläge haben. Ist die Milchmenge grundsätzlich mit ca. 700 ml pro Tag und zweimal Beikost zu viel? Soll ich die Milch strecken, also mehr Wasser hinzugeben als Pulver? Soll ich wieder versuchen, meinem Sohn größere Milchportionen zu geben, damit es insgesamt weniger werden?

Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen

dizzn

von dizzn am 12.12.2016, 21:29 Uhr

 

Antwort:

5 Monate: Ca. 700 ml Milch bei 2 x Beikost am Tag zu viel?

Liebe „dizzn“,

Ihr Sohn ist sehr groß für sein Alter und bringt deshalb auch viel mehr Gewicht als die meisten seiner Altersgenossen auf den Wage.
Machen Sie sich aber bitte keine Sorgen, um das Gewicht Ihres Jungen, freuen Sie sich viel mehr darüber, dass es ihm gut geht und er sich wunderbar entwickelt.

Dieser „Babyspeck“ ist in diesem Alter wirklich nicht dramatisch! Ihr Sohn wird viel aktiver und mobiler werden und der Speck wird später einfach weggekrabbelt.

In der Regel ist bezogen auf das Gewicht im ersten Lebensjahr keine Sorge angebracht. Seien Sie also unbesorgt. Sonst hätte Ihr Kinderarzt Ihnen schon einen Hinweis gegeben.

Sie sind hier an nichts Schuld und auch der Speiseplan sieht ganz normal aus, könnte z.B. bezüglich der Breimengen sogar üppiger ausfallen.

Was fällt mir auf?

Bitte reichen Sie Obst (als Mahlzeit) nicht „pur“, sondern immer zusammen mit Getreide. Das Getreide liefert wichtige Nährstoffe und Obst alleine sättigt nicht gut.

Die Milchmenge ist in Ordnung. Wenn sich beide Breie mit je 200g etablieren und in drei bis vier Wochen der dritte Brei der Milch-Getreide-Brei eingeführt wird, wird sich die Gesamttrinkmenge regulieren. Auch nachts wird dann automatisch der Hunger kleiner.

An der Zubereitung der Milch bitte (noch) nichts verändern. Ihr Kleiner ist groß und hat somit auch einen höheren Bedarf. Er braucht die Nährstoffe.

Es gibt für die ersten "Milchmonaten" eine Faustregel: im Durchschnitt trinkt ein Baby innerhalb von 24 Stunden ca. die Menge Milch, die 1/6 seines Körpergewichtes entspricht. Wie Sie sehen es war damals nicht zu viel und auch jetzt braucht Ihr Kleiner neben dem Brei noch eine ordentliche Portion Milch.
Sie dürfen hier auf Ihren Sohn vertrauen. Er holt sich das, was er braucht. Und Sie müssen in diesem Alter noch nichts reglementieren.

Mit Ende des ersten Lebenshalbjahres sollte sich die Milchmenge und somit auch die Eiweißaufnahme zu Gunsten fester Mahlzeiten reduzieren. Die Empfehlung lautet für das zweite Lebenshalbjahr 400 bis 500 ml/g Milch und „Milchhaltiges“ (wie Milchbrei).

Ich gebe Ihnen recht, ein aus meiner Sicht bedeutender Aspekt scheint mir der Essrhythmus zu sein, der sich eingestellt hat.
Wenn Ihr Kleiner tagsüber zeitweise alle ein bis zwei Stunden etwas isst oder trinkt, kann sich ja gar kein richtiger Hunger aufbauen und die Milch- und auch die Breiportionen fallen kleiner aus.
Achten Sie mal darauf, dass der Abstand wieder länger wird. Eine Pause von drei Stunden ohne Essen würde ich hier versuchen zu erreichen. 1 Mahlzeit in der Nacht und 4 bis 5 am Tag wären schön.

Und wenn es Brei gibt, gibt es Brei – dann nicht parallel oder kurz darauf oder davor wieder eine Milch. Vielleicht hat Ihr kleiner während des Breilöffelns Durst, dann reichen Sie etwas Wasser.

Zur Orientierung finden Sie auf unserer Homepage einen Ernährungsplan speziell erstellt für Kinder ab dem 6. Monat:

http://www.hipp.de/beikost/ratgeber/ernaehrungsplan/ab-dem-6-monat/

Sobald der Milch-Getreide-Brei eingeführt wird. Könnten Sie den Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei mittags geben und den Milchbrei am Abend.
Sie können das Menü aber auch weiter abends geben, wie Sie möchten.

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie eine schöne Adventszeit,
Annelie Last

von Annelie Last am 13.12.2016

Antwort:

5 Monate: Ca. 700 ml Milch bei 2 x Beikost am Tag zu viel?

Hallo Frau Last,

ich möchte mich zuerst einmal ganz herzlich bei Ihnen für die ausführliche und kompetente Antwort bedanken! Es ist wunderbar, dass es diesen Service und so nette Menschen wie Sie gibt! Daumen hoch!

Danke auch, dass Sie sich die Zeit genommen haben und auf alle meine Fragen und Bedenken eingegangen sind. Ich bin jetzt schon viel beruhigter!

Den Tipp mit dem Obst-Getreide-Brei werde ich auf jeden Fall beherzigen, daran habe ich selbst gar nicht gedacht, obwohl es doch logisch und naheliegend erscheint! Danke!

Wir hatten schon einmal einen viel besseren Essrythmus, ich werde schauen, dass wir wieder dort hinkommen. Ich glaube auch, dass beim Breiessen jetzt momentan einfach noch ein bisschen das Timing stimmen muss - wenn wir wieder größere Abstände zwischen den Fläschchen hinbekommen, wird das mit dem Fläschchen zum Brei sicher auch kein Problem mehr sein. Und das mit dem Wasser werde ich auf jeden Fall versuchen, eine gute Idee! Auch hier ein großes Danke!

Ja, die Ernährungspläne von Hipp sind wirklich toll, ich werde mich daran orientieren! Danke!

Dass wir das Menü dann bei der Einführung des Milch-Breis auf Mittag verschieben finde ich ebenfalls plausibel.

Noch einmal ein großes Danke - Sie haben mir wirklich geholfen und mir unnötige Sorgen genommen!

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie ebenfalls alles Gute und wunderbare Weihnachten!

Liebe Grüße,

dizzn

von dizzn am 13.12.2016

Antwort:

5 Monate: Ca. 700 ml Milch bei 2 x Beikost am Tag zu viel?

Liebe „dizzn“,

Ihre Zeilen freuen mich sehr! Danke für Ihre lieben Worte und Ihre Wertschätzung unserer Arbeit!

Jede Frage ist interessant und so macht es uns Spaß auf jeden einzelnen "Fall" ganz genau einzugehen.

Versuchen Sie dieser Umstellungsphase mit Ruhe und Zuversicht zu begegnen. Es wird sich bestimmt alles einspielen. Es muss ja nicht von heute auf morgen klappen! Gehen Sie Schritt für Schritt vor.

Etwas fällt mir noch ein...
Wenn ihr Kleiner während bzw. nach der Mahlzeit etwas trinken möchte, bieten Sie ihm etwas Wasser an. Vielleicht hat er einfach Durst.

Vielen, vielen Dank und bis zum nächsten Mal!

Es grüßt Sie herzlichst
Annelie Last

von Annelie Last am 14.12.2016

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