Versuch Spontangeburt nach NotKS mit Atonie und B-Lynch-Naht vor 9 Jahren?

Dr. med. Stefan Kniesburges Frage an Dr. med. Stefan Kniesburges Chefarzt und Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Frage: Versuch Spontangeburt nach NotKS mit Atonie und B-Lynch-Naht vor 9 Jahren?

Sehr geehrter Herr Dr. Kniesburges, Im Februar 2012 brachte ich meinen Sohn in der 41 Woche per Notkaiserschnitt im Uniklinikum Frankfurt zur Welt. Er wog 3875g und hat einen KU von 38cm. Das Baby lag in der „Sternengucker“ Lage. Nach einer relativ schnellen Eröffnungsphase kam es zum Stillstand in der Austreibungsphase. Man hat zweimal versucht, den Kindskopf zu drehen, ohne Erfolg. Ich hatte bei dem Versuch Kindskopf zu drehen PDA bekommen. Man hat mir auch Wehen-Topfen gegeben. Nachdem mein Muttermund 4 Stunden lang vollständig auf war und der Kindskopf nicht runtergerutscht war, wurde bei mir Kaiserschnitt durchgeführt (ich war in Vollnarkose nachdem das Baby rausgeholt wurde). Durch die lange Geburt hatte ich Uterusatonie, die nach Fehlschlagen anderer Verfahren zum Ende mit B-Lynch-Naht behandelt wurde. Ich hatte einen geschätzten Blutverlust von 1700ml. Ich hatte keine Blutkonserve bekommen und danach lief alles OK. Nun bin ich nach fast 9 Jahren wieder schwanger (aktuell 37+3 Tage). Der errechnete Termin ist der 31.12.2020. Bisher verläuft die Schwangerschaft problemlos. Ich habe mich für den Gebutsmodus noch nicht final entschieden können. Denn eigentlich habe ich einen großen Wunsch zur Spontangeburt, habe gleichzeitig eine große Angst vor einer Uterusruptur v.a. aufgrund der B-Lynch-Naht sowie erneuter atonischer Nachblutung. Bei 35+6 Tage hatte ich eine Ultraschall-Untersuchung bei dem Geburtsklinikum. Fetale Maße: BPD 94.43mm (64%), FOD 123,62 (100%), KU: 344mm (90%), AU 312mm (37%), FL 64,3mm (9%), geschätzte Gewicht: 2639 g (39%). Befund: Soweit beurteilbar unauffällig und zeitgerecht entwickelte Einlingsgravidität. Fetaler und maternaler Doppler unauffällig. Uteruswand im ehemaligen Sectiobereich 3,6 mm dick, ohne Anhalt für Dehiszenz. Mein FA hat am 11.12.2020 einen GMH von 3,2 CM gemessen. Der Kindskopf ist wohl in das Becken gerutscht, aber noch nicht fest. Sowohl mein FA als das Geburtsklinikum erlauben mir die Wahl zwischen dem Versuch zu Naturgeburt oder einem geplanten KS. Ich achte zurzeit sehr auf meine Gewichtszunahme (habe bisher 10kg zugenommen im Vergleich zu 14,5kg in letzter Schwangerschaft) und mache jeden Tag lange Spaziergänge und Übungen. Ich würde Sie gerne fragen, welchen Geburtsmodus Sie mir empfehlen würden? Ist mein Versuch, zuerst vaginal zu gebären, mit deutlich höheren Risiken verbunden? Wird in meinem Fall das Risiko für eine erneute Atonie bzw. Uterusruptur deutlich höher als bei Frauen mit einmaligem Kaiserschnitt? Haben Sie schon Frauen mit B-Lynch-Nähten vaginal entbunden oder von solchem Fällen gehört? Vielen Dank für Ihre Hilfe. Beste Grüße Kevin Mama

von Kevin Mama am 13.12.2020, 15:50



Antwort auf:

Re: Versuch Spontangeburt nach NotKS mit Atonie und B-Lynch-Naht vor 9 Jahren?

Hallo, ich würde zu einer vaginalen Entbindung raten. Es gibt ein geringes Risiko für eine Narbenruptur, wie nach jeder anderen Sectio auch. Die B-Lynch-Naht erhöht dieses Risiko nicht. Leider gibt es aber ein erhöhtes Risiko für eine erneute Atonie.

von Dr. med. Stefan Kniesburges am 14.12.2020


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