PDA bei vaginaler Entbindung - wann bekommt man die??

Dr. med. Stefan Kniesburges Frage an Dr. med. Stefan Kniesburges Chefarzt und Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Hallo, ich hatte 1999 eine nicht sehr leichte Geburt, die mit Saugglocke endete (Geburtsstillstand trotz heftigster aber sinnloser Wehen bei komplett geöffnetem MuMu - wohl weil "Sternlesgucker", Kind + mir ging´s dann irgendwann schlecht und er musste schnell raus und wurde ab "Beckenmitte" geholt, was mir einen großen Schnitt, innen einen und ein gebrochenes Steissbein einbrachte). Ich dachte damals, ich überleb´das nicht! Nun bin ich in der 32.SSW und habe ziemlichen Horror vor der Geburt. Würde evtl. gerne eine PDA in´s Auge fassen. In meiner Wunschklinik (die in der ich ´99 auch entbunden habe), wird dies auch gemacht, allerdings hatte ich damals das Gefühl, sie werfen einem die PDA nicht gerade hinterher.. Wann wird denn bei einer Spontangeburt überhaupt eine PDA gemacht? Bei welcher Indikation und in welcher Phase der Geburt (damals hiess es, es wäre jetzt zu spät..)? Muss ich gleich beim Eintreffen danach verlangen? In der Klinik kann ich nicht vorsprechen, da dort keine SS-Vorsorgen gemacht werden. Danke für Ihre Antwort, Heike

Benutzer nicht mehr aktiv - 11.12.2001, 04:17



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Re: PDA bei vaginaler Entbindung - wann bekommt man die??

Hallo, bei einer PDA wird nach lokaler Betäubung der Haut ein dünner Katheter über eine etwas dickere Spritze zwischen zwei Wirbeln der Lendenwirbelsäule in die Nähe des Rückenmark-Kanals geschoben. Über diesen Katheter kann man lokal wirksame Betäubungsmittel zur Schmerzerleichterung unter der Geburt aplizieren. Da eine Geburt in der Regel mehrere Stunden dauert, ist es notwendig, dass man bei nachlassender Wirkung immer wieder nachspritzen kann. Deshalb der Katheter. Eine PDA ist bis auf wenige Ausnahmen (z.B. Gerinnungsstörungen, Hautentzündung an der Punktionsstelle am Rücken) bei jeder Geburt möglich. Sie wird entweder auf Wunsch der Frau oder aber auch bei manchen geburtshilflichen Problemen angewendet. Die Geburt sollte eindeutig im Gang sein, d.h. ab einer MuMu-Weite von etwa 3 cm wird eine PDA gelegt. Prinzipiell ist es möglich die PDA auch noch bei vollständigem MuMu anzulegen. Hierui muss die Frau aber ausreichend lange ruhig bleiben können. Oft ist das in dieser Phase der Geburt nicht mehr möglich, so dass es Anästhesisten gibt, die z.B. ab 6 oder 8 cm MuMu-weite keine PDA mehr anlegen. Das ist von Klinik zu Klinik unterschiedlich. Die Dosierung bei der normalen Geburt wird so gewählt, dass die Wehen nicht mehr schmerzhaft sind aber noch gespürt werden. Die Muskulatur wird mit den modernen Medikamenten kaum noch beeinträchtigt, so dass auch das Pressen nicht beeinträchtigt wird. Dr. S. Kniesburges, St. Anna Hospital

von Dr. med. Stefan Kniesburges am 11.12.2001


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Re: PDA bei vaginaler Entbindung - wann bekommt man die??

Hallo Heike, ein Freund von mir ist Anästhesist, und er sagt, daß der MuMu 3-4 cm geöffnet sein muß, bevor eine PDA gelegt wird (geburtsbehilflicher Befund muß vorliegen). Aber Du mußt rechtzeitig da sein, weil man Dir vorher noch Blut abnehmen muß, und Du einen Fragebogen/Einverständniserklärung ausfüllen mußt. Meine Geburt im März letzten Jahres hat 35 Std. gedauert (ohne Schmerzmittel, dafür mit Dammriss), und ich war auch zu spät im KH (Wehen waren schon in zu kurzen Abständen, und der MuMu zu weit geöffnet), diesmal werde ich rechtzeitig da sein... Alles gute für Deine nächste Geburt. LG Tanja (41.SSW/ET+4)

Benutzer nicht mehr aktiv - 11.12.2001, 05:17


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