Kopf-Becken-Mißverhältnis, Ausschlußdiagnostik

 Silke Westerhausen Frage an Silke Westerhausen Hebamme der Frauenklinik St. Anna in Herne

Frage: Kopf-Becken-Mißverhältnis, Ausschlußdiagnostik

Hallo ! Ich hatte vor acht Wochen völlig unerwartet eine sekundäre Sectio nach Geburtsstillstand in der EP. Einleitung erfolgte bei 39+3 mit Diagnose Blasensprung obwohl bei 39+5 die Fruchtblase erst durch die Ärztin eröffnet wurde. Ab 39+3 Gabe von Antibiotika + Einleitungstabletten, Muttermundbefund schon ab der 38.SSW war bei 3cm. Bei 39+5 dann Wehentropf mit wehen in der Folge, allerdings auf dem CTG nicht sichtbar. Die Wehen waren für mich fast nur im Rücken spürbar und lt. Hebammen würde das CTG deshalb nicht aufzeichnen. Nach weiteren vielen Stunden im Kreissaal + manueller Dehnung d. Muttermundes sowie Eröffnung der Fruchtblase (man beachte die Diagnose zur Einleitung!) wurde PDA gelegt in der Hoffnung dass sich die Entspannung auf den Muttermund auswirkt. Nach weiteren Stunden ohne aufgezeichnete, aber deutlich vorhandenen Wehen folgte nachts die Sectio. Ich bin nun auf der Suche nach Gründen und sprach meine Ärztin bei der Abschlußuntersuchung vorletzte Woche darauf an, da im Operationsbericht stand, dass womöglich Kopf-Becken-Mißverhältnis der Grund war. Die genaue Formulierung weiß ich nicht mehr leider. Meine Ärztin meinte das sei ganz selten und wohl nicht der Grund, sie wies mich aber eher ab. Sie vertritt wie die meisten Menschen die Auffassung dass ein KS nicht schlimm ist... ich fühlte mich sehr enttäuscht. Eine Hebamme meinte, diese Formulierung sei üblich bei Sectio ohne erkennbaren Grund. Den operierenden Oberarzt konnte ich aber in der Klinik nicht befragen, obwohl ich mehrfach darum bat mit ihm zu sprechen. Ich weiß, dass man in solchen Fällen ein Röntgen oder MRT machen kann um auszuschließen dass es daran lag (für weitere Schwangerschaften). Meine Ärztin will aber ja davon nichts wissen ?! Kann ich auf so eine Untersuchung bestehen ? Wer muss mich überweisen? Die Gynäkologin? Oder kann das auch ein anderer Arzt meines Vertrauens tun ? Macht das Sinn wenn man nicht schwanger ist? Verändern sich die Beckenverhältnisse "unschwanger" so sehr, dass man die Diagnose nicht mehr stellen könnte ? Ich komme wirklich mit der Sectio nicht klar, ich hatte eine Hausgeburt geplant und augenscheinlich ging alles schief, was schiefgehen kann. Können Sie mir vielleicht hier einen Rat geben? Ich muss wissen ob DAS der Grund war. Danke schön ! Doing

Mitglied inaktiv - 23.11.2007, 22:13



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Re: Kopf-Becken-Mißverhältnis, Ausschlußdiagnostik

Hallo, Den Grund für den KS bekommen Sie nur durch das beteiligte geburtshilfliche Personal erklärt - dies sollte in jedem Fall dazu bereit sein,oder Sie fordern Ihre Akten an. Ich kann nur mutmaßen und versuche etwas Struktur in Ihre "Geschichte" zu bekommen: Rätselhaft ist der Blasensprung,möglicherweise war es ein "hoher" Blasensprung,d.h. nicht am unteren Eipol und es sickerte nur etwas Fruchtwasser,so dass die Ärztin dann zwei Tage später die Vorblase eröffnete? Sonst wäre ja eine Einleitung gar nicht nötig gewesen,zumal Sie vor dem errechneten Termin waren... Ein Missverhälnis zwischen kindlichem Kopf und mütterlichem Becken ist in unseren Breitengraden fast nicht gegeben - es sei denn eine 150cm große Frau bekommt ein Kind über 4kg. Eine Beckenmessung macht in nichtschwangerem Zustand Sinn,doch diese kann auch ohne MRT durchgeführt werden,aber wie gesagt,es ist veraltet,da die mütterlichen Becken in Proportion zu den kindlichen Gewichten stehen. D.h: die Kinder werden dann schwerer aber die Becken auch breiter. Eine Beckenmessung kann Ihre FÄ durchführen,ich halte allerdings nicht viel davon.. Die Diagnose Ihres KS lautete "Geburtsstillstand in der EP",d.h dass der Muttermund nicht vollständig eröffnet war und die Geburt vorzeitig beendet wurde - ohne Unterlagen kann ich die Gründe leider nicht eruieren. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim "Durchforsten" und Aufarbeiten Ihres Geburtserlebnisses - suchen Sie dringend das Gespräch mit dem Team und bestehen Sie auf Einsicht in Ihre geburtshilflichen Unterlagen,was Ihr gutes Recht ist. Grüße Silke Westerhausen

von Silke Westerhausen am 24.11.2007


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Re: Kopf-Becken-Mißverhältnis, Ausschlußdiagnostik

Danke Frau Westerhausen für Ihre Antwort. Wissen Sie zufällig ob die Unterlagen die ich mir im Krankenhaus anfordern könnte umfangreicher sind, als der OP Bericht? Denn den hab ich bei der FÄ eingesehen. Und wo fordert man die Unterlagen an, bei der Verwaltung? Vielleicht könnten Sie sich nochmal kurz melden. Danke schön! Gruß Doing

Mitglied inaktiv - 24.11.2007, 12:56


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Re: Kopf-Becken-Mißverhältnis, Ausschlußdiagnostik

Hallo, Die geburtshilfliche Dokumentation ist umfangreicher als der OP-Bericht,Sie können dann auch die einzelnen Zeiten besser nachvollziehen. Sie fordern Ihren Geburtsbericht beim gynäkologischen Sekretariat an,eventuell fallen Kopierkosten an... Grüße Silke Westerhausen

von Silke Westerhausen am 24.11.2007


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