Fragen über Fragen

 Silke Westerhausen Frage an Silke Westerhausen Hebamme der Frauenklinik St. Anna in Herne

Ich bin im 10.Monat Schwanger. Mein 1. Kind kam vor 1 3/4 Jahren per Notkaiserschnitt zur Welt.Ich bin permanente Streptokokkenträgerin, trotz Antibiotikatherapien. Bei meiner damaligen Geburt hatte ich 2 Tage vor dem Geburtstermin einen vorzeitigen Blasensprung. Der Muttermund war nach 4 Stunden vollständig geöffnet. Die letzten 45 Minuten hatte ich reglmäßige und kräftige Wehen Schlag auf Schlag mit gleichzeitigem Durchfall und Brechreiz. Abwechselnd Hitzewallungen und Schüttelfrost waren weitere Begleiterscheinungen, deshalb bekam ich kurz vor vollständiger Öffnung eine PDA. 2 Stunden später fielen die Herztöne des Kindes am CTG ab und es ging grünes Fruchtasser weg. Man erkannte eine Infektion bei mir. Ich hatte Fieber. Außerdem befand sich mein Baby noch ziemlich weit oben im Bauchraum mit vorderer Vorderhauptslage. Mein Kind kam nach dem Kaiserschnitt in die Neugeborenenintensivstation, wir wurden nach 10 Tagen entlassen. Gott sei Dank hat sie sich gut entwickelt und ist völlig gesund. Nun hat mein Arzt gesagt, daß in dieser Schwangerschaft das kindliche Köpfchen noch keinerlei Bezug zum Becken herstellt und ca. 1 Handbreit über der Blase wäre. Es sieht so aus als könne dies aufgrund meiner Wirbelsäulenverkrümmung (Skuliose) nicht geschehen. Das Streptokokkenproblem besteht nach wie vor. Damals bekam ich nach Blasensprung Binotal. Nun hätte ichbitte einige Fragen zu meinen Daten und Angaben. 1. Warum ist damals das CTG abgefallenund grünes FW abgegangen (Wg. meiner Infektion oder wg. Vorderhauptslage) 2. Was geschieht mit Kind wenn Mutter Fieber bzw. Infektion während der Geburt hat? 3. Kann die Vorderhauptslage augrund der Skuliose wahrscheinlicher auftreten bzw. ein anderes Einstellungsproblem? 4. In welchem frühesten uns spätesten Zeitraum sollte das Kind in der Regel zumindest ein wenig Bezug zum Becken aufnehmen? 5. Bitte nennen Sie mir zunächst für jede der folgenden Teilangaben den wahrscheinlichen Geburtstermin. Anschließend den wahrscheinlichen wenn ich mir bei a oder b nicht 100%sicher bin. a) Der erste Tag der letzten Regel war am 16.02.2001( die Zykluslänge betrug vor Geburt des 1. Kindes 28- 32 Tage, meist jedoch 31Tage. Nach Geburt des 1. Kindes 1 Jahr gestillt, dann wieder Schwanger) b) GV am 3.3.2001 c) Die SSL am 23.04. 2001 betrug 2,6 cm (ist welche Woche?) 6. Zu welchem frühesten und spätesten Termin wäre ein geplanter Kaiserschnitt sinnvoll? 7. Bestehen Gefahren wenn man das Kind zu früh holt? 8. Haben Kaiserschnittkinder bei fehlender Wehentätigkeit in späteren Entwicklung Nachteile? 9. Kann es wegen Streptokokken wieder Gefahr fürs Baby geben wenn die Kindslage in Ordnung wäre? 10. Würden Sie mehr zu einem geplanten Kaiserschnitt oder Spontangeburt neigen? 11. Ich hatte vor 2 und 3 Wochen je eine rechtsseitige Wehe, die so heftig war wie vor Muttermundöffnung beim 1. Kind und ca. 20 Sekunden andauerte . Danach hatte ich Durchfall. Kann das sein das diese Wehen so stark sind, weil das Kind nach unten gedrückt werden soll und das nicht geht. Bitte, bitte beantworten Sie mir die Fragen, die mich sehr beschäftigen.Ich wünsche mir so sehr, eine Geburt bei Bewußtsein zu erleben und Gefahren für das Kind zu vermeiden

Mitglied inaktiv - 03.11.2001, 17:30



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Re: Fragen über Fragen

Hallo Lola, 1.) Die fetalen Herztöne fielen unter der Geburt wahrscheinlich sterssbedingt ab... Wehentätigkeit,Druck ins Becken etc..Dazu passt auch das grüne FW,es zeigt,dass Ihr Kind unter Stress stand,wobei grünes FW relativ häufig vorkommt und nicht eine allzugrosse Gefahr dartsellt,wenn einige Punkte beachtet werden. 2.) Falls die Mutter unter der Geburt Fieber entwickelt bekommt sie Antibiose - beim Kind werden Abstriche entnommen ,um festzustellen.ob das Kind auch eine Infektion hat.Es darf natürlich bei der Mutter bleiben,sofern kein Kinderklinikaufenthalt erforderlich ist. 3.)Falls Ihr Becken "verformt" ist können dadurch Lageanomalien beim KInd auftreten,sind aber nicht zwingend. 4.)Manche Kinder bekommen erst unter Geburtswehen Bezug zum Becken, bei erstgebärenden Frauen ca. 2 Wochen vor Termin - doch dies ist individuell unterschiedlich. 5.)Ihr Termin wäre nach der Konzeption der 26.11. - Ihr FA kann Ihn auch per frühem Ultraschall ziemlich genau festlegen. 6.)Ca. 10 Tage vor dem errechneten Termin würde man normalerweise den KS durchführen. 7.)Vor der 36.SSW bestehen die Gefahren der Frühgeburtlichkeit wie z.B mangelnde Lungenreife,Atemstörungen etc. - nicht zwingend. 8.)Die mangelnde Entwicklung des Kindes nach KS ohne Wehentätigkeit scheint mir sehr abstrus ! 9.)Das Kind kann ebenfalls eine Streptokokkeninf. bekommen,doch bei mütterlicher Antibiose relativ gering. 10.)Ohne Untersuchung,ohne Ihr Becken zu sehen ohne Kenntnis des geschätzten Kindsgewichtes können wir diese Frage nicht beantworten - sie gehört in die Hände Ihres FA und Ihres Geburtshilfeteams. 11.)Sie hatten mit Sicherheit eine Vorwehe - Training der Gebärmutter.Es hat nichts damit zu tun,dass es "drückt" und nicht weiter kann. mfg Silke Westerhausen,Hebamme

von Silke Westerhausen am 04.11.2001