Einschätzung Klinik zu weit?

 Silke Westerhausen Frage an Silke Westerhausen Hebamme der Frauenklinik St. Anna in Herne

Frage: Einschätzung Klinik zu weit?

Liebe Frau Westerhausen, Ich hatte 2021 meine Tochter zur Welt gebracht und dabei eine unschöne Erfahrung gemacht. Da ich auf Levetiracetam eingestellt bin, musste die Kleine unabhängig vom Zustand nach Geburt für 48 Stunden auf die Kinderstation zur Beobachtung. Das wussten wir bereits vorher. Allerdings wurde uns die reguläre Bonding-Zeit im Falle dass keine akuten Anpassungsstörungen auftreten sollten, versprochen. Es kam anders: Blasensprung, Einleitung mit Wehencocktail, verkantung im Geburtskanal nach vollständiger Muttermundöffnung, letztendlich Sectio. Die kleine nahmen sie sofort mit, da ich bereits in den presswehen lag ging nur noch vollnarkose, man wollte einfach nicht warten bis ich wieder wach war, es war der Wechsel von der spät in die nachtschicht im Krankenhaus. Meine Tochter kam mit APGAR 9/10/10 zur Welt und dennoch wurden wir die ersten 13 Stunden getrennt. Mir ging es körperlich gut nach der Sectio, aber es wurde dennoch die Nacht abgewartet bis der Katheter gezogen wurde und ich meine Tochter sehen durfte. Mir machen sowohl die Sectio als auch die lange und unnötige Trennung sehr zu schaffen. Ich bin nun wieder schwanger und möchte das so kein zweites Mal erleben. Idealerweise eben auch ohne Kaiserschnitt dieses Mal. Nun gibt es 60 km von uns eine Klinik inkl. Neonatologie die einen antroposophischen Ansatz verfolgt und mit einer niedrigen KS-Rate und einer Spezialisierung auf BEL/Mehrlingsgeburten und eben Re-Sectio wirbt. Ich habe einfach Angst, dass bei mir nun sehr vorschnell wieder ein KS gemacht werden würde. Daher sympathisiere ich mit dem Gedanken, in dieser Klinik zu entbinden. Nun ist es aber so, dass es eben 60 km sind und es auch eine typische "Staustrecke" ist, zumindest für den Fall, dass die Fahrt zeitlich mit dem Berufsverkehr zusammen fällt. Halten Sie das für realistisch oder ist das zu weit? Ich habe keine Erfahrung mit Klinikfahrten unter Wehen, bei meiner Tochter hatte ich einen Blasensprung und war deshalb schon 1 Tag vorher im KH. Muss dazu sagen, mein Muttermund war 2,5 Stunden nach dem 2. Cocktail bei 5-6 cm (SSW 39+1). Spricht das dafür, dass es mit den Wehen beim 2. Kind ebenfalls sehr schnell gehen wird und die 60 km zur Wunschklinik riskant sind oder kann man da keine Rückschlüsse daraus ziehen, da es eine eingeleitete Geburt war? Sorry für den langen Text... wollte eigentlich wenigstens Absätze einfügen, leider hat mir das mein Handy verweigert. Ich danke schon mal für Ihre Antwort.        

von Maluna am 02.08.2022, 13:36



Antwort auf:

Einschätzung Klinik zu weit?

Hallo, Die Vollnarkose bei Ihrem KS ist mir nicht ganz klar,denn auch mit Presswehen kann problemlos eine Spinalanästhesie gesetzt werden....auch dieses Abwarten bis der Katheter gezogen wurde und Sie dann erst Ihre Tochter sehen durftenist für mich unschlüssig. Ich kann verstehen,dass Sie eine derartige Situation nicht mehr erleben möchten. 60km Anfahrtsweg ist zwar etwas sportlich ,doch ich denke ,wenn Sie bei regelmäßigen Wehen und/oder Blasensprung losfahren würden wäre dies machbar. Vielleicht sollten Sie sich aber alternativ eine nähere Klinik ansehen und sich gegebenfalls dort vorstellen. Es kann durchaus sein,dass Sie zügig eröffnen,aber das kann im Vorfeld eben nicht 100% ig bestätigt werden. Alles Gute und eine wunderschöne Erfahrung bei Ihrer zweiten Geburt wünsche ich, Silke Westerhausen  

von Silke Westerhausen am 03.08.2022


Antwort auf:

Einschätzung Klinik zu weit?

Liebe Frau Westerhausen, Vielen Dank für Ihre hilfreiche Antwort. Die Vollnarkose wurde gemacht, da ich auf dir Spinalanästhesie trotz zweimaliger Dosiserhöhung nicht mehr reagiert habe. Laut Anästhesist zuviel Adrenalin. Die Trennung nach der Geburt kann ich auch nicht nachvollziehen. Ich bin um 22 Uhr wieder aus der Narkose aufgewacht, trotzdem durfte ich sie erst am nächsten Tag um 10:30 sehen. Im Trubel der Kinderklinik und ohne Privatsphäre. Sie lag gewaschen ubd angezogen in einem Bett, so sah ich sie zum ersten Mal. Hautkontakt war erst zu Hause möglich. Die hebamme die mich im Wochenbett betreut hat, hat das Vorgehen der Klinik scharf kritisiert, leider waren mein Mann und ich zu unerfahren um sofort dagegen vorzugehen. Jedenfalls empfinde ich das Geschehene auch jetzt, 1 Jahr später noch immer als traumatisierend und möchte auf gar keinen Fall wieder in diese Klinik...  

von Maluna am 03.08.2022, 10:08


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