Prof. Dr. med. Michael Zemlin

Wesen / Eigenschaften

Antwort von Prof. Dr. med. Michael Zemlin

Frage:

Hallo, ich hab im Kiga den folgenschweren Fehler gemacht und ganz am Anfang mal einer anderen Mutter im Gespräch erzählt, dass mein Sohn zu früh kam (34+2SSW). Es hat dann die Runde gemacht und es ist immer mal wieder Thema. Jetzt haben mich die Erzieherinnen wieder angesprochen, dass mein Sohn deswegen in seinen sozialen Fähigkeiten noch nicht weit entwickelt wär und wir deswegen mal in ein Förderzentrum uns vorstellen sollen. Er spielt halt immer gern für sich und wenig bzw. gar nicht mit anderen, ist nicht sehr kontaktfreudig, eher schüchtern, verträumt in seiner eigenen Welt, verschlossen, geht nicht auf andere zu .... Er ist jetzt 4,5J. alt, kann das wirklich an der Frühgeburt liegen oder ist das nicht einfach sein Wesen? Der Kia hat dazu bisher noch nichts Negatives gesagt. Was raten Sie uns? Ich möchte ihn natürlich fördern, wenn das geht, einerseits. Andererseits möchte ich ihn nicht unter Druck setzen, er soll sich frei entwickeln dürfen.
Würde mich über einen Rat von Ihnen freuen.
VG

von Crissy98 am 13.07.2021, 16:04 Uhr

 

Antwort auf:

Wesen / Eigenschaften

Zuallererst das Wichtigste: Ihr Kind hat großes Glück, dass Sie die Situation so bewusst und differenziert betrachten. Das ist die wichtigste Voraussetzung für eine bestmögliche Entwicklung. Es ist nicht selten so, dass Laien (z.B. andere Eltern) eine "Frühgeburt" mit bestimmten Vorstellungen in Verbindung bringen, die eher für extrem Frühgeborene zutreffen. Ihr Sohnes, ist jedoch mit 34 Schwangerschaftswochen nicht extrem früh geboren worden und wir erwarten - soweit keine gravierenden Komplikationen aufgetreten sind - keine durch die Frühgeburtlichkeit bedingten Entwicklungsstörungen. Es gibt aber auch reifgeborene Kinder, die Verhaltensauffälligkeiten entwickeln. Ob Ihr Kind eine Entwicklungsstörung hat, die eine Förderung sinnvoll macht oder ob das von Ihnen beschrieben Verhalten einfach nur seine gesunde Persönlichkeit entspricht, kann am ehesten durch die professionelle Diagnostik einer entwicklungspsychologisch erfahrenen Person untersucht werden. Es klingt so als ob das für alle Beteiligten eine Hilfe sein könnte, vor allem wenn Sie sich nicht sicher sind, wie Sie die Einschätzungen der anderen einschätzen sollen.. Wenn dann herauskommt, dass er keine Förderung benötigt, ist das erfreulich und erspart Ihnen manche weiteren Gedanken. Sollte die Untersuchung ergeben, dass eine Förderung sinnvoll ist, dann ist Ihnen und Ihrem Sohn ebenfalls geholfen.

von Prof. Dr. med. Michael Zemlin am 13.07.2021

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