Prof. Dr. med. Eva Robel-Tillig

Wachstum und Pubertät?

Antwort von Prof. Dr. med. Eva Robel-Tillig

Frage:

Lieber Herr Dr. Hübler,

mein Sohn kam vor 9 Jahren auf Grund einer Plazentainsuffizienz in der 29. SSW zur Welt. Er war befand sich hinsichtlich seiner Größe immer etwas unter der 3. Perzentile.

Auf Grund der Empfehlung unseres Kinderarztes wurde in einer Uniklinik ausgeschlossen, dass er einen Wachstumshormonmangel hat. Auch wurde festgestellt, da ein Handwurzelröntgen durchgeführt wurde, dass er im Knochenwachstum ca. 2 Jahre verzögert ist. Damit könne er seine Zielgröße (von ca. 180 cm) erreichen.
Sie empfahl uns, jährlich zur Kontrolle zu kommen (dort werde jeweils ein Handwurzelröntgen durchgeführt), da es bei Frühgeborenen häufiger vorkomme, dass sie verfrüht in die Pubertät kommen und die Zielgröße damit nicht erreichen. Dann solle eine Therapie eingeleitet werden, die die Pubertät verzögere.

Leider war es mir nicht möglich die Ärztin ausführlicher zu Fragen, da sie ziemlich unter Zeitdruck stand.

Was mir nicht klar ist:
Wird ausschließlich mit Handwuzelröntgen festgestellt, ob er in die Pubertät kommt (ohne bspw. einer Blutuntersuchung,...)?
Was ist, wenn er während dieser jährlichen Untersuchungen in die Pubertät kommt, sollte ich, als bald ich körperliche Veränderungen feststelle, einen Termin in der Uniklinik vereinbaren, oder reicht es diesen jährlichen Termin abzuwarten?
Mit welchem Alter kann er in die Pubertät kommen, ohne dass eine Therapie eingeleitet werden muss und er seine Zielgröße erreicht?
Entspricht es auch Ihrer Erfahrung, dass Frühgeborene häufiger verfrüht in die Pubertät kommen?

Mit herzlichem Dank schon Vorab für die Beantwortung dieser Fragen.
Sonnige Grüße,
Maria

von Maria1976 am 24.08.2020, 10:55 Uhr

 

Antwort auf:

Wachstum und Pubertät?

Guten Morgen und vielen Dank für Ihre Frage,
Frühgeborene, die nach einer vorgeburtlichen Wachstumsretardierung zur Welt kommen, bleiben tatsächlich häufig in der körperlichen Entwicklung etwas hinter Reifgeborenen zurück. Das ist durchaus normal und für die gesundheitliche Situation besser als ein sogenanntes "catch up" also Aufholwachstum. Dabei besteht manchmal die Gefahr von Stoffwechselstörungen, wie Adipositas, erhöhter Blutdruck oder Blutzuckerschwankungen.
Es ist wichtig und richtig bei sogenannten hypotrophen Kindern- wie ihrem Sohn- zu überprüfen, ob ein Wachstumshormonmangel vorliegt. Wenn das nicht der Fall ist, muss man schauen, ob er einfach noch Reserven im Wachstum hat. Die Feststellung des Knochenalters ermöglicht diese Aussage. Wenn das Knochenaltern noch 2 Jahre zurück liegt, kann Ihr Sohn noch 2 Jahre länger wachsen, um seine Endgröße zu erreichen. Das ist ja erstmal eine positive Aussage. Sie können jetzt also etwas beruhigt sein, und mit Ruhe warten, dass Ihr Junge das Wachstumspotenzial ausschöpfen kann.
Regelmäßige Kontrolle in solch einer Spezialambulanz sind richtig und gut.
Weitere hormonelle Tests sind momentan sicher nicht erforderlich. Mit 9 Jahren ist der Junge ja noch ein ganzes Stück von der Pubertät entfernt.
Im Verlauf der kommenden Jahre muss dann weiter durch Messungen, Röntgen und körperliche Untersuchungen, das Wachstum ihres Sohnes beobachtet werden.
Alles gute für Ihren Jungen

von Prof. Dr. med. Eva Robel-Tillig am 24.08.2020

Antwort auf:

Wachstum und Pubertät?

Liebe Frau Dr. Robel-Tillig,

das was Sie schreiben ist mir alles klar und auch, dass mein Sohn (so er nicht frühzeitig in die Pubertät kommt) zwei Jahre länger (als der Durchschnitt) wachsen wird.
Unklar sind für mich die zuvor gestellten Fragen. Vielleicht finden Sie Zeit diese zu beantworten bzw. wenn die Fragen nicht in das Gebiet der Neonatologie fallen, an welches Fachgebiet ich mich wenden kann.

Vielen Dank,
Maria

von Maria1976 am 24.08.2020

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