Prof. Dr. med. Gerhard Jorch

Thrombozytopenie und Cortison

Antwort von Prof. Dr. med. Gerhard Jorch

Das Thema idiopathische (bzw. a genannt9utoimmun) Thrombozytopenie und Schwangerschaft ist nicht einfach und auch unter Experten durchaus unterschiedlich beurteilt.

Zunächst einmal muß man unterscheiden zwischen einer (echten) idiopathischen Thrombozytopenie (auch Morbus Werlhof genannt), die schon vor der Schwangerschaft bestanden hat und zu Blutungsneigung bei der Frau aufgrund einer Thrombozytopenie geführt hat, und einer schwangerschaftsassoziierten Thrombozytopenie, die erstmalig während der Schwangerschaft aufgetretne ist. Die letztere ist harmloser, sofern man sich sicher ist, dass es sich nicht um einen (echten) Morbus Werlhof handelt, der zufällig während der Schwangerschaft erkannt wurde.
Bei den Therapiemaßnahmen muß man sorgfältig abwägen zwischen Nebenwirkungen für Mutter und Kind und den möglichen Risiken einer Thrombozytopenie für Mutter und Kind. Bei der Mutter ist das nicht so schwierig, weil deren Thrombozytenzahl und deren Blutungsneigung ja rasch und unkompliziert ermittelbar ist. Beim Kind ist es schwieriger. Einerseits verursachen die (Auto-)Antikörper der Mutter nur bei einer Min derheit der Kinder eine Blutung durch Thrombozytenmangel vor oder nach der Geburt, anderseits können in diesen Einzelfällen Blutungen - besonders im Hirn - Tod oder schwere Behinderung verursachen.
Man braucht also viel Erfahrung, Glück und Können, um im Einzelfall den richtigen Weg zu gehen.
Das bei Ihnen angewandten Immunglobulin und Cortison hat überschaubare Nebenwirkungen und dürfte gerechtfertigt sein.

von Prof. Dr. med. Gerhard Jorch am 08.08.2003

 
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