Prof. Dr. med. Gerhard Jorch

Sorge um geringe Gewichtszunahme

Antwort von Prof. Dr. med. Gerhard Jorch

Frage:

Sehr geehrter Herr Prof. Jorch,

Ihr Buch Frühgeburt hat mich in den ersten Wochen hilfreich begleitet.
Vielen Dank, auch für Ihren Rat hier im Forum.

Meine Tochter wurde am 29.10. in SSW 26+4 mit 900g und 34cm Größe geboren.
Ich habe mit ihr vollgestillt am 8.01. („SSW“ 36+5; Alter 2M+10d) mit 2515g die Klinik verlassen.
Ich habe sie zuhause wöchentlich gewogen.
Am 11.02. (Alter 3M+13d, korr. 11d) wog sie 3410g.
Ab Mitte Februar ging ihre Gewichtszunahme zurück auf lediglich 100-110g, in 2 Wochen Anfang März sogar auf weniger (70g/Woche).
Sie wiegt am 12.04. (Alter 5M+14d, korrig. 2M+12d) 4225g, bei 55cm Größe.
Ich habe ihr Gewicht in Perzentilenkurven (Frühchen; WHO 0-6Monate) verfolgt, dort fällt sie stetig weiter, während sie in der Klinik konstant um ca. 45. gewachsen ist.
Lediglich in der WHO-Kurve nach unkorrigiertem Alter ist ihr Verlauf parallel zu den Kurven, wenn auch weit unter der Norm.

Meine Tochter ist wach und agil, nimmt ihre Umgebung interessiert wahr und ist fröhlich, lacht viel. Ihre Haut ist rosig. Sie hat ein gesundes Erscheinungsbild.

Abpumpen hat bei mir in der Zeit des Klinikaufenthaltes sehr gut geklappt.
Sie hat in der Klinik die Muttermilch mit FMS angereichert erhalten (erst nur über die Magensonde, dann zugefüttert in der Anfangszeit des Stillens, da die gestillte Menge zu Beginn nicht ausreichend war). Mit Stillen begonnen haben wir Anfang Dezember (vollendete SSW 32).
Ich habe dies gelegentlich im Januar zusätzlich gefüttert. Da ihr Gewicht zum ET in Ordnung war, brauchte ich es ab dann nicht mehr weiter zu geben.

Sie trinkt ca. 10-12x/Tag. Für durchschnittlich 8 Minuten. Meist nur an einer Brust.
Danach möchte sie nicht mehr und ist auch nicht weiter zu motivieren.
Ich vermute, dass sie zu wenig trinkt. Weiß es aber natürlich nicht.
Seit 1 Woche versuche ich durch Brustkompression gegen Ende der Stillmahlzeit den Milchfluss zu fördern. Ihre Trinkzeit hat sich bei ca. der Hälfte der Tagesmahlzeiten auf 10-15 Min. erhöht.

- Ich mache mir große Sorgen. Sind diese berechtigt?
- Kann ich erwarten, dass sich ihr Stillverhalten verbessert? (falls dies ursächlich sein sollte)
- Kann es andere Gründe für die zu geringe Gewichtszunahme geben?
- Wie soll ich mich jetzt verhalten?

(Hebamme und Kinderarzt hatte ich Ende Februar über die geringer werdende Gewichtszunahme informiert. Sie haben geäußert, dass es gut ist, dass sie kontinuierlich zunimmt und dass wir es weiter beobachten.
Noch zu erwähnen wäre, dass sie seit Mitte Februar einen Mundsoor. Zuerst mit Nystatin, dann mit Infectosoor/Daktarin nun wieder mit Nystatin behandelt. kurzseitige Besserung, nie verschwunden, dann wieder schlechter. Soweit ich das beurteilen kann, stört es sie nicht beim Trinken.
- Oder könnte dies die Ursache sein?)

Ich bedanke mich im Voraus für Ihre Antwort.

von phini1 am 17.04.2019, 21:02 Uhr

 

Antwort auf:

Sorge um geringe Gewichtszunahme

Zunächst: Bedrohlich sind die Wachstumsdaten nicht. Ich gebe Ihnen aber Recht, dass sie nicht optimal sind. 150 g/Woche sollte die Gewichtszunahme in den ersten 3 Monaten nach dem errechneten Geburtstermin idealerwiese sein. Danach fällt sie bis zum korrigierten Alter von 12 Monaten schrittweise auf 70 g/Woche ab. In der Tat könnte die Ursache in der Zusammensetzung der Muttermilch liegen. Die Muttermilchzusammensetzung ist sehr variabel und unterliegt vielen Einflüssen und zwar nicht nur hinsichtlich des Energiegehalts, sondern auch hinsichtlich der Einzelkomponenten Eiweiße, Kohlenhydrate und Fett.

Am besten wäre es, wenn die Zusammensetzung Ihrer Milch gemessen werden könnte Einige Kliniken in Deutschland können das. In den großen Polikliniken in China (ich halte mich gerade dort auf) ist das sogar Standard bei unklarer Gedeihstörung.

von Prof. Dr. med. Gerhard Jorch am 18.04.2019

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