Fachärztin Louise-Caroline Büttner

Schlafschwierigkeiten bei Frühchen

Antwort von Fachärztin Louise-Caroline Büttner

Hallo Susanne,

was mich wundert, ist dass Deine Tochter die 10,5 Wochen zu früh bereits aufgeholt haben soll. Ich habe nicht gedacht, dass das so schnell geht.

Unser Sohn (heute 2 3/4) wurde fünf Wochen zu früh geboren, mit einer Retardierung von 5-6 Wochen, also entsprach er in der körperlichen Entwicklung etwa dem, was Deine Tochter zurücklag. Er hatte allerdings bereits die Reife der 35. SSW, was natürlich ein Vorteil für ihn war.

Körperlich hatte er sehr bald die anderen eingeholt und konnte mit (nicht korrigierten!!!) 11,5 Monaten bereits frei laufen. Bis heute ist er grobmotorisch sehr gut drauf. Auch seine sprachliche Entwicklung ist sehr gut bis überdurchschnittlich.

Bei den feinmotorischen Fähigkeiten sowie bei Perzeption und Konzentration jedoch liegt er immer noch etwas hinter den reifgeborenen seines Alters. Dies sind ja Dinge, die im Moment bei Deiner Tochter noch nicht so genau beurteilt werden können - daher meine Zweifel.

Zu Deinen beiden Fragen bezüglich Schlafen und Essen kann ich Dir sagen: Bei uns trifft/traf beides zu. Ob es Studien dazu gibt, weiss ich nicht. Ich kenne nur einige Frühchenmütter, die genau die gleichen oder ähnliche Erfahrungen mit ihren Kindern gemacht haben:

Wie es später in der Pubertät sein wird, weiss ich zwar nicht - aber bis vor ca. 6 Monaten hatte unser Kleiner starke Essprobleme. Schon als Säugling schwankten die Trinkmengen stark, bis sie auf 100-200 ml am Tag gesunken waren. Später verweigerte er erst das Essen mit dem Löffel und als er dann den Löffel akzeptierte, aß er bis zum ca. 17-18 Monat nur die 4-Monate-Gläschen und dünnen Brei. An den meisten anderen Sachen würgte er. Heute isst er fast normal, es kam ganz plötzlich, fast übernacht. Zwar isst er mal mehr mal weniger, aber er probiert alles und mag viele Dinge, von denen wir nie zu träumen gewagt hätten.

Die Schlafgewohnheiten waren zu Anfang verheerend, auch irgendwelche Methoden haben da nichts geholfen. Er schlief einfach unregelmässig, ob wir ihn nun regelmässig hinlegten oder nicht. Auch das hat sich nun normalisiert, ausser dass er zur Zeit in der 'Ich-bin-schon-gross-und-kann-alles-allein-und-muss-nicht-schlafen'-Phase ist ;o).

Du solltest Deiner Tochter noch ein Weilchen die Zeit, die sie zu früh kam, anrechnen und ihr für alles ein wenig mehr Zeit lassen, auch wenn der KA sagt, sie habe schon alles aufgeholt.

Gruss
Anke

von AnkeP am 01.07.2002, 23:44 Uhr

 
Unten die bisherigen Antworten. Sie befinden sich in dem Beitrag mit dem grünen Pfeil.
Mobile Ansicht

Impressum Team Mediadaten Nutzungsbedingungen Datenschutz Forenarchiv

© Copyright 1998-2021 by USMedia.   Alle Rechte vorbehalten.