Prof. Dr. med. Gerhard Jorch

rsv-impfung

Antwort von Prof. Dr. med. Gerhard Jorch

Die vorliegenden Studien zur Wirksamkeit von Synagis sind nicht sehr überzeugend. So hat man (überwiegend bei Patienten in den USA) zwar die Rate der (Wieder)-Einweisungen bei ehemaligen Frühgeborenen in Krankenhäuser senken können, aber gerade bei den besonders gefährdeten sehr kleinen Frühgeborenen ließen sich keine überzeugenden Wirkungen hinsichtlich der Vermeidung schwerer Komplikationen nachweisen. Es handelt sich eben nicht um eine echte Impfung (Aktivierung des eigenen Abwehrsystems), sondern nur um eine Injektion von Antikörpern, die nach einigen Wochen wieder abgebaut werden.
Wir beschränken uns derzeit auf die Gabe bei Frühgeborenen mit behandlungspflichtiger (insbesondere Sauerstoff) Bronchopulmonaler Dysplasie. Jedenfalls bin ich mir ziemlich sicher, dass viele andere Dinge in der Weiterbetreuung von Frühgeborenen gibt, die für deren Gesundheit wichtiger sind. Abrechungstechnisch kann ein Kinderarzt diese Behandlung gegenüber der KV (kassenärztliche Vereinigung, die die Entlohnung der niedergelassenen Ärzte gewissermaßen zentral verwaltet) als sogenannte "Praxisbesonderheit" geltend machen, wodurch er gute Chancen hat, dass sein Budget nicht damit belastet wird.
Für wichtiger als Synagis halte ich persönlich das Fernhalten von entlassenen Frühchen vor Personen mit Erkältung und Husten.

von Prof. Dr. med. Gerhard Jorch am 28.10.2003

 
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