Fachärztin Louise-Caroline Büttner

Mahlzeiten und Gewichtszunahme

Antwort von Fachärztin Louise-Caroline Büttner

Mach dir mal nicht zu viele Gedanken um die Trinkmenge. Die kleinen Mäuse wissen grundsätzlich ganz genau, was sie brauchen. Nur wenn man sie unter Druck setzt, z.B. indem man ständig mit der Flasche hinter ihnen her rennt (kann auch unbewußt passieren) kann es sein, dass sie das Gefühl dafür verlieren, wann sie Hunger haben und wann sie satt sind. Im schlimmen Fall kann dann eine Esstörung daraus entstehen.

Jakob z.B. ist nun bei einer Größe von 70 cm nur 6600 g schwer. Dies ist im Grunde viel zu wenig, aber eigentlich auch nicht. Er trinkt und isst gut, setzt aber aufgrund seiner motorischen Unruhe kein Fett an. Dafür ist er in keiner Weise infektanfällig, was ein Indiz dafür ist, dass seine Ernährung absolut ausreicht, ausserdem ist er fröhlich, aufgeweckt und seeeehr neugierig.
Zum Vergleich kenne ich andere reifgeborene Kinder seines Alters, die nur 2/3 von dem was Jakob täglich trinkt bzw. isst, zu sich nehmen und das sind richtige Bomber. Jedes Kind hat einen anderen Stoffwechsel und braucht dementsprechend auch unterschiedlich viel Nahrung.

Man sollte sich von der Erwartung lösen, dass Frühchen möglichst schnell gewichtsmäßig alles aufgeholt haben sollen. Im Krankenhaus wird meines Erachtens zu viel Augenmerk auf das Gewicht der Kinder gelegt, ständig wird gewogen und genau dokumentiert, wie viel getrunken wurde.

Zu Krankenhauszeiten war es teilweise das Hauptthema unter den Eltern, wie viel ihre Kinder schon essen konnten. Da gibt es doch viel Wichtigeres. Z.B. ob die Kinder die Nahrungsaufnahme als etwas Genüssliches erleben, wie es sein sollte.

LG Solveig mit Jakob (01./2002, 32. SSW und 1100 g)

von Solveig am 22.10.2002, 22:39 Uhr

 
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