Dr. med. Dirk Manfred Olbertz

Liebes Team,

Antwort von Dr. med. Dirk Manfred Olbertz

Frage:

Unser Sohn wurde bei 33+1 geboren. Er wog 2240 und war 46 cm. Er ist jetzt 4 Monate alt. Er war trotz Lungenreife zwei Tage am CPAP. Es ging ihm eigentlich immer soweit gut. Er ist nun auch gut entwickelt und hat prima aufgeholt. Meine Sorgen sind, ob dennoch wegen dem frühen Geburtstermin noch mit Spätfolgen zu rechnen ist. Wie hoch ist die Gefahr und was die möglichen (häufigsten) Folgen? Und noch eine Frage: Ich mache mir ständig Sorgen wegen SIDS - ich schauen x-mal in sein Bettchen, habe mich an alle Vorgaben gehalten. Ist sein Risiko gegenüber anderen erhöht? Ich bin sehr dankbar für Ihren Rat.

von Bacardi-35 am 13.05.2020, 18:44 Uhr

 

Antwort auf:

Liebes Team,

Ihr Sohn war bei seiner zu frühen Geburt dem Reifealter von 33 Schwangerschaftswochen entsprechend normal entwickelt. Mit nur zwei Tagen Atemunterstützung hatte er offensichtlich auch keine, durch die Unreife verursachten Komplikationen. Damit hat er sehr gute Voraussetzungen für eine normale Entwicklung. Grundsätzlich besteht bei Frühgeborenen aber ein höheres Risiko für eine Beeinträchtigung der motorischen und/oder der geistigen Entwicklung des Kindes. Solche Entwicklungsverzögerungen werden in der Regel durch die kinderärztlichen Vorsorgeuntersuchungen frühzeitig erkannt. Durch gezielte Fördermaßnahmen (z.B. heilpädagogische Frühförderung) können Entwicklungsdefizite aufgeholt werden.
Das Risiko für den Plötzlichen Kindstod (sudden infant death syndrome, SIDS) ist in Deutschland sehr niedrig. Es beträgt weniger als 0,2 Promille. Das bedeutet, dass von 10.000 lebend geborenen Kindern ein bis zwei Säuglinge am plötzlichen Kindstod sterben. Dabei tritt der plötzliche Säuglingstod am häufigsten im zweiten bis vierten Lebensmonat auf. Zwei Drittel dieser Todesfälle ereignen sich in den Wintermonaten. Das Risiko Ihres Sohnes ist jetzt nicht mehr höher als bei gleichaltrigen, reif geborenen Kindern. Ein wesentlicher Risikofaktor ist die Bauchlage im Schlaf. Darum sollten Sie Ihr Kind zum schlafen in einem Schlafsack in Rückenlage lagern. Er sollte im eigenen Bettchen in Ihrem Schlafzimmer bei einer Raumtemperatur von etwa 18°C schlafen. Bitte verwenden Sie für Ihren Sohn eine feste Matratze und lassen Sie Kissen und Kuscheltiere weg. Mit der Einhaltung dieser Empfehlungen müssen Sie sich keine Sorgen um den plötzlichen Säuglingstod machen.

von Dr. med. Dirk Manfred Olbertz am 13.05.2020

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