Prof. Dr. med. Gerhard Jorch

Identitätsfragen

Antwort von Prof. Dr. med. Gerhard Jorch

Frage:

ich bin jahrgang 69 und ein 7-monats-kind, wog 1080 gramm. die frühgeburt wurde nach angaben meiner mutter durch eine falsche lage in der gebärmutter ausgelöst. zwar war mein zustand eine zeitlang sehr kritisch, mein darm wollte sich nicht entleeren, jedoch gab es keine gravierenden komplikationen wie z.b. hirnblutungen, augen-, lungenschäden etc. mein schulischer werdegang verlief normal, ich besuchte später das gymnasium. auffällig war nur, dass ich sehr lange am daumen lutschte, was ich jedoch auf die vorangegangene scheidung meiner eltern vier jahre nach meiner geburt und dem damit verbundenen stress zurückführe. auch die körperliche entwicklung verlief "planmäßig", ich war sogar einige male klassenbester im sport.
dennoch frage ich mich manchmal, wie ich mich wohl als normal geborenes kind entwickelt hätte. wäre ich vielleicht intelligenter oder körperlich robuster?
bin ich vielleicht physisch ziemlich stark, weil ich damals alles überstanden habe?
gelegentlich hinterfrage ich kritisch die leistungsfähigkeit meines immunsystems und zähle meine jährlichen erkältungen. oder ich stelle mir vor, dass meine frühgeburt zwar keine behinderung zur folge hatte, aber z.b. mein iq unter günstigeren geburtsumständen ein paar punkte höher wäre.
ich glaube, dass viele frühgeborene sich selbst früher oder später derartige fragen stellen, die natürlich kaum zu beantworten sind.

von andreas am 15.01.2004, 00:53 Uhr

 

Antwort auf:

Identitätsfragen

Ihre Frage kann ich Ihnen letztlich - wie Sie zu Recht vermuten - nicht beantworten. Daumenlutschen erlebe ich ganz häufig auch bei Nicht-Frühchen. Das Immunsystem dürfte durch den frühen Immunkontakt eher gut trainiert sein. Ob Ihr IQ evtl. etwas höher läge, können Sie am besten abschätzen, wenn Sie den Durchschnitt der elterlichen IQ´s mit Ihrem vergleichen. Ich finde es jedenfalls gut, dass Sie geschrieben haben. Das gibt den Eltern in diesem Forum die Zuversicht, die sie für Ihre Kinder brauchen.

von Prof. Dr. med. Gerhard Jorch am 19.01.2004

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