Prof. Dr. med. Gerhard Jorch

Gegen ärztlichen Rat nach Hause!?

Antwort von Prof. Dr. med. Gerhard Jorch

Rein rechtlich können Sie schon, da Sie als Eltern das sogenannte Aufenthaltsbestimmungsrecht für Ihr Kind haben. Wenn Ihr Arzt das allerdings für gesundheitsbedrohlich hält, ist er berehtigt und - im Sinne der sogenannten Schadensabwehr - sogar verpflichtet, den örtlichen Amtsrichter darüber zu informieren, damit dieser entscheidet, ob Ihnen ggfs. dieses Aufenthaltbestimmungsrecht entzogen werden muß.
Soweit sollte es bei normaler Kommunikation zwischen Eltern und Krankenhaus aber nicht kommen.
Daheim stellt sich die Versorgung eines Frühchen häufig schwieriger dar als es im Krankenhaus den Anschein hat. Ich rate Ihnen also, mit Ihrem/r Arzt/Ärztin zu sprechen und sich erklären zu lassen, warum er einen weiteren Aufenthalt für sinnvoll hält.
Übrigens: Finanziell ist es seit Einführung des neuen Abrechnungssystems (DRG) für ein Krankenhaus meistens günstiger, früh zu entlassen, da sich der Betrag, den die Krankenkasse an das Krankenhaus für die Behandlung bezahlt, im wesentlichen am Geburtsgewicht und nicht an der Behandlungsdauer orientiert.

von Prof. Dr. med. Gerhard Jorch am 26.01.2004

 
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